Stimmt es, daß warmes Wasser schneller gefriert als kaltes?

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Vereinfacht gesagt, lautet die Antwort "nein, aber …"

Denn unter bestimmten Bedingungen scheint warmes Wasser in der Tat schneller zu gefrieren, aber eben nur unter bestimmten Bedingungen - und selbst das ist nicht eindeutig reproduzierbar. Der sogenannte "Mpemba-Effekt" ist längst nicht so eindeutig und simpel, wie oft angenommen wird.

Wie auch bei wikipedia steht:

Die uneingeschränkte Aussage, wonach heißes Wasser schneller gefriert
als kaltes Wasser, ist jedoch falsch, da der Mpemba-Effekt nur in
speziellen thermodynamischen Systemen auftritt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mpemba-Effekt#Definition

Das funktioniert unter geeigneten Bedingungen, beispielsweise:

1) Man stellt offene Gefäße in die Kühltruhe. Vom warmen Wasser verdunstet die Hälfte, und nur die halbe Menge Eis muss erzeugt werden.

2) Man stellt die Gefäße in die vereiste Kühltruhe. Das mit dem warmen Wasser schmilzt die Eisschicht weg und hat dadurch viel besseren Kontakt zum kalten Boden.

Damit sind mindestens 90% der Beobachtungen erklärt. Ob und welche weiteren Effekte mitspielen, verrät Dir das Internet - goolge nach "Mpemba-Effekt".

Der Effekt bietet jedenfalls keine Möglichkeit, beim Kühlen Energie zu sparen.

Gestern am Fensterbrett ausprobiert: die Anfangs-und Endvolumina waren gleich (heißt unterhalb der Meßgenauigkeit, höchstens 1ml von ca. 100).

Heißes Wasser: kompakter Eisklumpen, kaltes ca. 2cm dicke Eisschicht, darunter flüssig.

Das kalte Wasser hatte ich ca. 5 h im warmen Zimmer stehen (ca. 21°C), heißes aus dem Wasserkocher.

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Dieses als Mpemba-Effekt bekannte Phänomen kann man auch im heimischen Gefrierfach nachstellen: Man nehme dazu zwei Gefäße mit heißem beziehungsweise kaltem Wasser und stelle sie dann in die Kälte. Selbst wenn die beiden Gefäße dieselbe Form haben, die gleiche Menge an Wasser enthalten und denselben Umgebungsbedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und -druck ausgesetzt sind, kann es geschehen, dass das zu Beginn heißere Wasser zuerst gefriert.

Der Effekt wirkt paradox, muss doch das heiße Wasser das kältere beim Abkühlen erst "einholen" und dann sogar "überholen", um zuerst zu gefrieren. Dabei gibt es dann natürlich auch einen Zeitpunkt, zu dem das Wasser jeweils exakt die gleichen Temperaturen aufweist. Wie kann von diesem Zeitpunkt aus das ehemals heißere Wasser schneller gefrieren? Für die Erklärung dieses Phänomens existieren verschiedene Ansätze. Die einschlägigen Autoren nennen unter anderem Verdunstung, im Wasser gelöste Gase, Konvektion oder Unterkühlung als Einflussfaktoren.

http://www.spektrum.de/news/warum-gefriert-heisses-wasser-schneller-als-kaltes/1221637

Wenn Du warmes Wasser in den Tiefkühler stellst, dann verdampft ein Teil von dem Wasser. Der verbleibende Rest wird dann schneller zu Eis, weil er weniger ist. Kaltes Wasser verdunstet nicht so stark. Wenn man die gleiche Menge Wasser, in je ein Gefäss füllt was hermetisch verschlossen ist (damit kein Wasserdampf rauskommt) und dann das Wasser in einem Gefäss erhitzt und dann beide Gefässe, in einen Tiefkühler stellt, dann wird wahrscheinlich auch der Druckabfall, in dem Gefäss mit dem heissen Wasser den Prozess beeinflussen.  

Im warmen Wasser bewegen sich die Moleküle schneller als in kaltem. Werden diese nun einer Temeperatur unter 0°C ausgesetzt, bildet sich ein Gitter aus den Molekülen, an dem jedes Teil seinen festen Platz hat. Je schneller dieser Platz nun vom entsprechenden Molekül gefunden wird, desto schneller friert das Wasser und wird fest. So hab ich es irgendwann mal in Physik gelernt.

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