Stimmt es, dass man es nicht immer im Blut sehen kann, wenn etwas nicht mit der Leber in Ordnung ist?

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5 Antworten

Ja, das stimmt.

Die Werte, die im Blut gemessen werden, sind Enzyme, die beim Untergang von Leberzellen aus dem inneren der Zellen frei werden und dann im Blut schwimmen.

Insbesondere sind das die AST und die ALT (Aspartat-Aminotransferase und Alanin-Aminotransferase). Die ALT kommt fast nur in Leberzellen vor und ist daher ein sehr spezifischer Marker. Die AST gibts auch noch in Herzmuskelzellen und im Skelettmuskel.

Bei einer Erkrankung der Leber, bei der erstmal keine Leberzellen zerstört werden, ist keine Erhöhung dieser Parameter gegeben.

Sobald die Leber jedoch relevanten Schaden nimmt, ist das auch immer mit einem Leberzelluntergang  verbunden und dann erhöht sich die Konzentration der Leberzellenzyme im Blut.

Zusammenfassend kann man aber davon ausgehen, dass sich ein drohender Leberschaden in aller Regel frühzeitig im Blut nachweisen lässt.

Man findet in Blutuntersuchungen nur das, was man sucht.

Wenn du also ein Blutbild machst, siehst du zwar die roten und weißen Blutkörperchen, aber du hast keine Informationen über die Funktion der Leber oder der Nieren oder der Schilddrüse oder der Eierstöcke oder der Bauchspeicheldrüse.

Wenn du die Leberfunktion untersuchen willst, musst du auch die Leberwerte bestimmen.

Du hast die Frage leider nicht wirklich eindeutig gestellt.

Grundsätzlich gibt es so viele Blutwerte, die auf Probleme mit der Leber hindeuten, dass man rein davon schon eine gute Aussage treffen kann, ob das Organ in Ordnung ist oder nicht.

Was Du womöglich meinst ist die "Standard-Blutuntersuchung" und in der Tat wird dort mittlerweile nur noch ein Leberwert gemessen, der Gamma-GT. Der allerdings ist so sensibel, dass der in 99% von Leberproblemen erhöht ist. Und erst, wenn dieser Wert erhöht ist, dann macht man Folgeuntersuchungen und nimmt auch die anderen Werte.

Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, dann lass zumindest noch GOT, GPT, Bilirubin, AP und die Triglyceride mitmachen.

jolinamennen1 11.08.2017, 20:44

Kann es sein, dass auf einem großen Blutbild keine Hinweise auf schlechte Leberwerte zu sehen sind, man aber trotzdem Probleme mit der Leber hat? Wurde mir von einem Heilpraktiker gesagt und wollte deshalb wissen, was andere Leute dazu meinen..

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wewog 11.08.2017, 21:13
@jolinamennen1

Hm ja. Das ist teilweise richtig, wobei dann "Probleme" schon etwas unspezifisch ist.

Es gibt einige Speicherkrankheiten der Leber, die auch bei einem großen Blutbild nicht erkannt werden können, weil die Parameter in der Norm sind. Beispiel wäre "morbus meulengracht", bei der allenfalls erhöhte Bilirubinwerte erkennbar sind, das aber auch nicht zwingend. Die Leber ist dann nicht so leistungsfähig, man hat geringere Alkoholverträglichkeit und soll auch keine Paracetamol nehmen, weil die Leber schnell an ihre Leistungsgrenze kommt. Einen echten Krankheitswert hat das aber nicht! Wenn ein Patient das weiß, dann kann er damit ganz normal leben.

Falls bei Dir etwas derartiges vorhanden sein sollte, lässt sich das mit Bluttests belegen.

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Pangaea 12.08.2017, 08:07
@jolinamennen1

Ein Heilpraktiker, ach du je. Der hat ja auch so richtig Ahnung.

In einem großen Blutbild werden die Leberwerte überhaupt nicht bestimmt, da untersucht man nur die Blutkörperchen. Du könntest Diabetes und Fettstoffwechselstörung und Leberfunktionsstörungen alle auf einmal haben, das würde man in einem großen Blutbild nicht erkennen. Eine Anämie oder Leukämie oder sogar eine Malaria aber schon.

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Man sieht es wenn die werte erhöht sind.

Je nach alter und schwere wird eine punktion veranlasst..wenn es keine gründe wie Alkohol,  Übergewicht oder Medikamente gibt 

Hallo.

Das kommt darauf an was für Parameter gemessen werden.
Kann durchaus sein das im Anfangsstadium das nicht zu erkennen ist.
Ist ja auch eine Kostenfrage. 

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