Stimmt es, dass man die Wohnung nie zu rein putzen sollte(desinfizieren)?

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5 Antworten

In Deiner Frage verstecken sich viele Aspekte, die man separat betrachten muß.

  1. In normalen Wohnungen ist eine Desinfizierung nicht erforderlich. Frühjahrsputz mit normalen Putzmitteln ist völlig ausreichend.

  2. Im Anschluß an Krankheiten kann sich aber ausnahmsweise eine Desinfizierung anbieten. Nach Durchfallerkrankungen eines Familienmitglieds reduziert sich schon die Ansteckungsquote, wenn die Toilette mit einem Desinfektionsmittel behandelt und auf sorgfältige Handhygiene geachtet wird. Ebenso kann man bei Infektionskrankheiten die Bettwäsche und Handtücher öfter wechseln und kochend waschen.

  3. Es gibt keine "guten Keime" im Haushalt, die man schützen müßte. Vielmehr ist es so, daß laienhafte Desinfizierung eben nicht alle schädlichen Keime zu töten vermag und man durch die versuchte Desinfizierung häufig resistente, umso stärkere Erreger züchtet. Daher ist eine laienhafte Desinfizierung der Wohnung nicht zu empfehlen!

Zusammenfassung: Nein, nutze lieber keine Desinfektionsmittel!

ALSO, ich habe gehört, dass man nicht zu extrem seine Umgebung desinfektieren soll, weil sonst dein immunsystem nichts mehr zu tun hat und sozusagen "einschläft". Was wiederrum zur Folge hat, dass dein Körper wesendlich anfälliger Keimen wird als ein "geübtes" immunsystem. Hat damit nichts zutun, dass man die Wohnung verdrecken lassen soll, sondern nur nicht extrem keimfrei halten soll ;-)

Die allerallermeisten Bakterien sind entweder unschädlich oder sogar nützlich für uns. Bakterien stärken das Immunsystem. Wir sind dafür "gebaut", im "Dreck" zu leben, mit Erde in Kontakt zu kommen, von Parasiten befallen zu werden (auch wenn es schöner ist, keine Würmer zu haben...) Ein Immunsystem, das zuwenig zu tun bekommt, also zu wenig Kontakt mit Bakterien und Krankheitserregern hat, kann zu "spinnen" anfangen - das sind dann die Allergien, also Reaktionen auf an sich harmlose Stoffe. Deshalb sollten wir nur mäßige Hygiene walten lassen. Desinfektion ist auch gar nicht notwendig, außer ein Familienmitglied ist an Typhus oder ähnlichen lebensgefährlichen Erregern erkrankt.

Und bei dieser Gelegenheit sollte ich mal wieder eine gute Seite empfehlen: Hier gibt's neben anderen guten Ratschlägen auch Tipps zum ökologischen Putzen: http://www.tvbautipps.de/5/artikel2957.shtml

Ich denke, dass man es nie schafft "keimfrei" zu leben (außer vielleicht im Labor) und dass das auch nicht Sinn und Zweck der Sache ist. Bei Kindern sagt man ja auch, dass im Dreck spielen sie abhärtet und zuviel Hygiene sie nur empfindlich macht. Ich glaube in einer solchen Umgebeung würde man sich auch nicht wohl fühlen, weil man ja die ganze Zeit nur aufpassen muss, nichts schmutzig zu machen. Ich bin der Meinung eine "Grundordnung und -sauberkeit" reicht völlig aus, man lebt ja schließlich da. Unsere Hygiene ist schon um einiges besser als noch vor einigen Jahrzehnten und man muss es ja auch nicht übertreiben.

Ich meine - ja! Lebt man längere Zeit in absoluter keimfreiheit, wird man anschließend umso anfälliger für allerlei Keime und Bakzillen. Außerdem steigt dann das Risiko neuer Allergien und Neurodermitis, wenn sich das eigene Immunsystem "langweilt".

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