stimmt es dass kaiserin elisabeth magersüchtig war?

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7 Antworten

Eine sichere Diagnose ist rückblickend schwierig. Zumindest kann die Möglichkeit erwogen werden. Belegt sind Diäten/Hungerkuren in Zusammenhang mit Schönheitskult und starke körperliche Betätigung.

Brigitte Hamann, Elisabeth : Kaiserin wider Willen. Überarbeitete Neuausgabe, Taschenbuchneuausgabe. München ; Zürich : Piper, 1998 (Serie Piper ; 990), S. 181 – 182: „Viel Bewegung und ständige Hungerkuren bewahrten ihr aber eine überschlanke, anmutige Gestalt. Sie wuchs in dieser Zeit noch ein gutes Stück und überragte schließlich mit einer beachtlichen Größe von 172 Zentimetern den kaiserlichen Gatten um einige Zentimeter […]. Elisabeths Gewicht blieb lebenslang ziemlich konstant: sie wog rund 50 Kilo, hatte also erhebliches Untergewicht. Auch ihr Taillenmaß änderte sich zeitlebens kaum: es betrug unglaubliche 50 Zentimeter: diese ihre berühmte schlanke Taille unterstrich Elisabeth durch so starkes Schnüren, daß sie häufig in Atemnot kam, was ihrer Schwiegermutter Sophie immer beklagte.“

S. 198: „Je älter Elisabeth wurde, desto anstrengender wurde ihr Kampf um die Erhaltung ihrer Schönheit. […]. Es gelang ihr, durch ständiges Hungren gertenschlank zu bleiben, durch stundenlangen täglichen Sport biegsam und anmutig.“

S. 201: „Als die ersten Zeichen des Alters kamen – eine durch Hungerkuren und den reichlichen Aufenthalt in frischer Luft faltige, gegerbte Haut, Gelenkschmerzen -, marterte Elisabeth ihren schmalen Körper umso mehr mit stundenlangen gymnastischen Übungen […] und noch härteren Hungerkuren.“

S. 581: „Immer noch beklagte Elisabeth jede kleine Gewichtszunahme. Der Arzt Dr. Viktor Eisenmenger untersuchte sie in den neunziger Jahren in Territet: «Ich fand bei der sonst gesunden Frau ziemlich starke Hautanschwellungen, besonders an den Knöcheln. Ein Zustand, den die Ärzte damals sehr selten zu sehen bekamen und der erst im Krieg zu einer traurigen Berühmtheit kam. Hungerödem!» Diätvorschläge lehnte Elisabeth strikt ab.“

Martha Schad, Elisabeth von Österreich. Original-Ausgabe. München : DeutscherTaschenbuch-Verlag, 1998 (dtv : dtv Portrait ; 31006), S. 35 Anm. 17: „Elisabeth litt unter Eßstörungen und hatte im Alter sogar Hungerödeme.“

Elisabeth von Österreich. Dargestellt von Lisbeth Exner. Original-Ausgabe. Reinbek bei Hamburg : Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, 2004 (Rowohlts Monographien ; 638), S. 57:

„Elisabeth war bei einer Größe von 172 Zentimeter und einem Durchschnittsgewicht von weniger als 50 Kilogramm ihr Leben lang untergewichtig. Obwohl sie phasenweise normal aß, verweigerte sie vor allem in Stress- und Krisensituationen ausreichende Nahrungsaufnahme. Da sie trotzdem körperlich äußerst aktiv war, würde die heutige Medizin zumindest eine Tendenz zur Magersucht diagnostizieren.“

Katrin Unterreiner, Sisi : Mythos und Wahrheit. 1. Auflage. Wien ; München : Brandstätter, 2005, S. 72: „Besonderen Wert legt Elisabeth auf ihre schlanke Linie. Sie war 172 Zentimeter groß und wog zwischen 45 und 47 Kilo. Bewundernswert war ihre unglaubliche Taille von 51 Zentimetern Umfang, wobei man aber nicht vergessen darf, dass Frauen zu der Zeit von Jugend an geschnürt wurden und Korsett trugen, was den Körper natürlich veränderte. Um schlank zu bleiben, treibt sie täglich Sport.“

S. 74 - 75: „Zusätzlich probiert Elisabeth die verschiedensten Diäten, um ihr Gewicht zu halten. Dabei spielt die Waage eine entscheidende Rolle. Elisabeth wiegt sich täglich und trägt nicht nur ihr Gewicht sondern auch ihr sportliches Tagesprogramm in ein Büchlein ein. Mit zunehmendem Alter probiert sie exzessivere Diäten. Dazu gehören abgesehen von Fastentagen auch Tage, an denen sie nur Milch trinkt beziehungsweise Orangen und Fleischbrühe isst. Übertrieben sind allerdings Gerüchte, Elisabeth hätte sich von rohem Fleischsaft ernährt: Es wird zwar täglich ein roher Kalbsschlögel in die Kammer der Kaiserin geliefert, doch von ihm wird – nachdem er in Stücke geschnitten und mit einer Entenpresse ausgepresst ist – ein Extrakt abgekocht, das Elisabeth trinkt. Ebenfalls ins Reich der Legenden muss verwiesen werden, dass Elisabeth ständig hungert, um schlank zu bleiben. Rechnungen aus verschiedensten Konditoreien zeigen, dass Elisabeth gerne Mehlspeisen und vor allem Eis isst. Originale Speisezettel zeigen außerdem, dass Elisabeth sehr wohl einen guten Appetit besitzt: Ein Frühstück besteht aus Kaffee mit kaltem und warmen Obst, süßen und gesalzenen Bäckereien, Eiern, kaltem Fleisch, Honig, Obst und verschiedenem Gebäck. Dazu trinkt sie ein Glas Wein.“

S. 75 – 76: „Zwei Faktoren mögen dazu beigetragen haben, dass sich allerlei Gerüchte um den Schlankheitswahn der Kaiserin ranken. Einerseits versuchte Elisabeth nie einem gängigen Schönheitsideal nachzueifern. Eine «schöne» Frau war damals wesentlich runder und voller. […]. Elisabeth galt schon alleine deshalb in den Augen ihrer Umgebung als mager, was jedoch in Relation zu den damaligen Vorstellungen von «mager» und «gesund» gesetzt werden muss. […]. Andrerseits hatte Elisabeth eigene Essensgewohnheiten. Sie isst ein ausgiebiges Frühstück, ein Mittagsessen, oft eine kleine Jause und eine letzte Mahlzeit zwischen fünf und sechs Uhr nachmittags. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass sie ausgiebige späte Mahlzeiten nicht verträgt oder dass sie davon zunimmt, weshalb sie nach sechs Uhr abends nichts mehr essen will. Auch aus diesem Grund versucht sie sooft wie möglich den abendlichen Familiendiners fern zu bleiben. Lässt es sich nicht vermeiden, daran teilzunehmen, isst sie betont wenig und trägt damit zu Gerüchten bei, sie würde gar nicht essen.“

das ist richtig, sie war extrem darauf bedacht, ihre Wespentaille nicht zu verlieren, für die sie berühmt war. Magersucht gab es, sie war nur damals nicht so verbreitet wie heute.

Ja, sie hatte einen richtigen magerwahn. Hat fast nichts gegessen und viel Sport gemacht. Sie hatte dazu ein eigenes Turnzimmer.

Das kann schon stimmen, auch wenn es den Begriff "Magersucht" in der Zeit noch nicht gab.

Diese krankheit gint es sicherlich mschon länger, hatte aber wohl bisher noch keinen Namen.

diese Krankheit gibt es schon ewig. Sie wurde nur noch nicht als "Magersucht" bezeichnet!

Und ob die o.g. Dame magersüchtig war das weiß ich leider nicht!

Diese Krankheit gibt es schon ewig. Und: Ja, sie hatte diese Krankheit.

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