Stimmt es, dass es momentan kein Bienensterben in Deutschland gibt?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Mein Vater war Imker und ich habe ihm oft über die Schulter geschaut.

Bienensterben im Winter ist sehr, sehr selten. Die Bienen, die sich im Herbst im Bienenstock befinden, überleben den Winter indem sie sich zu einer Traube zusammenballen und sich dadurch wärmen. Diese überwinterten Bienen sorgen im Frühling für Nachwuchs und sterben dann. Aber auch die nächste Generation stirbt wieder. Erst die letzten überwintern. Deshalb sind tote Bienen auf dem Weg nicht abnormal.

Eine Gefahr für die Bienen, die zu großem Bienensterben führt, sind die Pestizide, die in der Agrarindustrie versprüht werden. Gelangen die in Blühten, die von Bienen angeflogen werden, so kann das zu einem großen Bienensterben führen, dem ganze Bienenvölker zum Opfer fallen.

Bienen sind äußerst nützlich und nötig, da sie Blüten von Pflanzen bestäuben, deren Früchte wir essen. Sterben die Bienen aus, stirbt der Mensch!

Das war sicherlich lange her und vor der Einschleppung der Varroa-Milbe. Wenn heutzutage nur 15 -20% der Bienenvölker im Winter eingehen, dann ist das schon ein sehr gutes Ergebnis. Leider sind es oftmals wrheblich mehr.

0
@Luftkutscher

Das ist richtig. Es ist schon lange her. Es waren die 50er und 60er Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Ich erinnere mich aber, dass auch schon damals Bienenvölker abgeschwefelt wurden, wenn sie von einer Krankheit befallen waren. Ob die Krankheit die Varroa-Milbe war, weiß ich nicht.

0
@Luftkutscher

Das ist richtig. Es ist schon lange her. Es waren die 50er und 60er Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Ich erinnere mich aber, dass auch schon damals Bienenvölker abgeschwefelt wurden, wenn sie von einer Krankheit befallen waren. Ob die Krankheit die Varroa-Milbe war, weiß ich nicht.

0
@wolfgang11

Die Varroa-Milbe war das sicherlich nicht. Die gibt es erst seit Mitte der 70er Jahre bei uns. Möglicherweise waren die Völker an der amerikanischen Faulbrut erkrankt.

0
@Luftkutscher

In den Bienenkästen (Bäuten genannt) war unten ein flacher Blechboden, den mein Vater ab und zu herauszog um nach toten Bienen zu sehen. Die Bienenkästen wurden von hinten geöffnet. Es standen 3 Reihen übereinander.

Das größte Bienensterben gab es schon damals durch Pestizide. In der Nachbarschaft verlief eine Bahnstrecke und dort wurde Unkraut-Ex versprüht. Anschließend gab es erhöhtes Bienensterben.

0

Mit Zahlen kann ich nicht dienen. Aber mein Bruder (Imker) war schockiert: Er hatte vor kurzem Honig geschleudert, kurz darauf nochmal in die Bienenkästen geguckt und wäre fast umgefallen: Noch mehr Honig als beim ersten Mal! ;-)

Ein paar tote Bienen sind nicht bedenklich. Bienen leben im Kollektiv: Was zählt ist das Volk und dessen Stärke. Um darüber Aussagen machen zu können muss man in die Bienenkästen gucken.

Und ich habe nun schon das zweite Jahr eine Große Holzbiene im Garten werkeln sehen. Und am Wochenende eine kapitale Hornisse, muss der Größe nach eigentlich fast eine Königin gewesen sein.

Scheint also ein gutes Jahr für solche Insekten zu sein. ;-)

ich hoffe, dass es nicht nur ein gutes Jahr ist, sondern dass einige Maßnahmen greifen. Die Zahl der Hobby- Imker in Deutschland steigt seit das Bienensterben bekannt ist, ständig :)

1

Bienen und Hornissen sind grundsätzlich verschieden. Hornissen sind eine große Wespenart. Wespen wiederum bestäuben keine Blühten, sondern sind Räuber. Sie fallen in Scharen über alles her, besonders Obst und Süßes, was auf dem Tisch steht.

0
@wolfgang11

das heißt, das die Anwort von ArchEnema ein falsches Bild gibt. Die Lage ist gefährlich! Für alle die das hier liken: ArchEnema hat nicht behauptet, sich auszukennen! Lest die Antworten von Leuten, die eine Ahnung haben.

0
@wolfgang11

Wespen bestäuben auch Blüten, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie Honigbienen oder Hummeln.

2
@Draggyblackdots

Von den Wespen überlebt nur die Königin, die im Frühling allein mit dem Nestbau beginnt.

Zudem, Bienen stechen nur einmal und sterben dann. Sie haben einen Stachel mit Widerhaken, der mit der Giftblase herausgerissen wird, wenn du die Biene, die dich sticht, wegziehst.

Wespen haben einen Stachel ohne Widerhaken und können dich immer wieder stechen.

0
@wolfgang11

Hömma, das weiß ich wohl. Und die große Holzbiene lebt solitär.

Aber sie leben! Nicht tot - darum geht's doch.

Und was ich über die Bienen gesagt habe wurde wohl geflissentlich überlesen. Manchmal fragt man sich echt...

1
@Draggyblackdots
das heißt, das die Anwort von ArchEnema ein falsches Bild gibt

Sie gibt ein Bild. Mein Bild.

wolfgang11 hat selbst überhaupt kein Bild gezeichnet, sondern sich darauf beschränkt mich diskreditieren zu wollen. Seine eigene Antwort trägt nicht einmal ein Bild zur Frage bei, sondern versumpft in Allgemeinheiten.

Dass ich nicht mit Zahlen dienen kann habe ich im ersten Satz gesagt. Deshalb muss meine Wahrnehmung reichen.

1

Die genannten Verluste von 12,5 % halte ich für sehr optimistisch. Dieses Jahr werden bereits Völkerverluste während der Haupttrachtzeit gemeldet. Das ist sehr besorgniserregend. Offensichtlich hat der milde Winter 2013 / 2014 dazu geführt, dass zwar mehr Völker als sonst überlebt haben, dass aber die Bienen frühzeitig in Brut gegangen sind und sich die Varroamilbe ebenfalls stark vermehren konnte. Ein Verlust von 15 - 20% ist in einem Winter ein guter Durchschnitt, aber 12,5% ist kaum glaubhaft. Es soll ja auch Imkereien geben, die im letzten Winter alle Bienenvölker verloren haben.

das wäre wirklich schlimm, das heißt, dass es keine Verbesserung gibt. Bei wieviel Prozent Verlust im Winter ist denn alles in Ordnung, also in dem Sinne, dass es über die Jahre gesehen kein Bienensterben gibt?

0

Wenn nur 10 -15% der Völker während des Winters eingehen, dann wäre alles bestens. So gross war der Ausfall vor Einschleppung der Varroa-Milbe. Heutzutage sind 20% schon fast die Regel.

1
@Luftkutscher

das heißt, es werden unterm Strich immer weniger Bienen, bis irgenwann Null und die Politiker tun genau nichts? Die Anfälligkeit für die Milbe hat ja noch andere Ursachen.

0
@Draggyblackdots

Die Anfälligkeit für die Milbe hat mit Umwelteinflüssen nichts zu tun. Unsere Westliche Honigbiene hat im Laufe der Evolution leider keine Abwehrmaßnahmen gegen diese aus Ostasien stammende Milbenart entwickelt. Da helfen nur gezielte Behandlungsmaßnamen durch Imker. Gegen Null wird die Anzahl der gehaltenen Bienenvölker nicht gehen. Irgendwann werden von staatlicher Seite Prämien für jedes gehaltene Bienenvolk gezahlt werden oder aber der Preis für Honig steigt soweit, dass es wieder attraktiv ist, Bienen zu halten.

2
@Draggyblackdots

Die Wild- bzw. Solitärbienen werden glücklicherweise nicht von der Varroa-Milbe befallen, obgleich auch viele Arten mittlerweile als gefährdet oder sogar stark gefährdet gelten. Die Ursachen sind hier in der Veränderung der Umweltbedingungen zu suchen.

1

Hallo Draggyblackdots,

"das Bienensterben" nehmen die Menschen heute nur noch wahr, wenn in den Medien groß darüber berichtet wird. Tatsächlich kämpfen wir Imker seit Jahren den Kampf gegen die Varroamilbe und dem "unerklärlichen Bienensterben". Schau dir den folgenden Film bis zum Ende an:

Zum Schluß wird - aus meiner Sicht - auf den wahren Grund hingewiesen. (1:20:00 - 1:22:00) Wir vergiften unsere Bienen mit hochgiftigen Spritzmittel im nicht meßbaren Bereich (!!). Dann sterben sie an Krankheiten die für die Bienen normalerweise nichts ausmachen.

Es stecken leider zu viel € und $ in dem Geschäft, als dass sich je was ändern wird....

Falls dich das Thema interessiert kannst du dir noch den Film "More than Honey" ansehen. Der kam glaub ich gestern im ARD oder ZDF. D.h. der sollte in der Mediathek dort verfügbar sein ;)

Grüsse Slp

vielen Dank, ich fühle mich heute Abend diesem Film nicht mehr gewachsen, aber ich werde ihm mir anschauen. Ich finde es sehr schockierend. Aber von wegen Euros und Dollar: Obama ist jetzt alarmiert wegen des Bienensterbens in den USA. Volkswirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe. Da es sich ja immer alles um Geld dreht, besteht doch Hoffnung, dass mal etwas getan wird.

0

Was möchtest Du wissen?