Stimmt es, dass die Kleidung von H&M unter Kinderarbeit entstehen?

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8 Antworten

Um deine Frage einmal möglichst kompetent zu beantworten (ich schreibe gerade meine Magisterarbeit zu dem Thema):

Kinderarbeit ist in ein in vielen Ländern (beispielsweise Indien) weit verbreitetes Problem, das vielschichtige und komplexe gesellschaftliche Ursachen hat. Sie tritt sicherlich auch in Textilfabriken v.a. Asiens auf - heute jedoch glücklicherweise deutlich seltener als noch vor einigen Jahren. Dennoch ist jeder Einzelfall sehr tragisch und wichtig und bei weitem sind nicht alle gesellschaftlichen Ursachen (vor allem schlicht und ergreifend Armut) beseitigt. Deshalb ist ein beständiges öffentliches Interesse an diesem Thema, wie deines, ganz wichtig!

Es hat sich in den letzten Jahren aber einiges getan. Um auf das von dir genannte Beispiel H&M einzugehen: H&M hat gerade in einem Test der österreichischen Zeitschrift Konsument hinsichtlich der Einhaltung und Umsetzung sozialethischer Standards in der Produktion mit 71 von 100 möglichen Punkten am besten abgeschnitten. Dies heißt sicherlich nicht, dass hier alles perfekt ist, ist aber doch ein deutliches Anzeichendafür, dass das Thema dort ernst genommen wird.

H&M hat seit Mitte der 90er Jahre einen so genannten Code of Conduct, einen Verhaltenskodex, der all den Zulieferern, die die Kleidung als eigenständige Unternehmen auf der ganzen Welt herstellen, bestimmte Standards hinsichtlich Arbeitsrecht, Umweltauflagen etc. vorschreibt. Darin findet sich auch ein klares Verbot von Kinderarbeit. Dies bezieht sich wie bei den meisten anderen Herstellern auch auf die ILO-Kernkonventionen und die UN-Kinderrechtskonvention.

Wichtig ist hierbei aber die Frage der Umsetzung. H&M beschäftigt weltweit 60 Kontrolleure, die die Einhaltung überprüfen. Dazu werden zum Beispiel unangekündigte Besuche durchgeführt, wo etwa auch Altersnachweise von allen Beschäftigten verlangt werden. Laut dem CSR-Bericht von H&M wurden im letzten Jahr bei den 700 Lieferanten von H&M über 2000 solcher Kontrollen durchgeführt. Wichtig ist vor allem auch, dass zusätzlich von unabhängigen Organisationen kontrolliert wird. H&M ist dazu Mitglied der FLA (fairlabor.org). H&M selbst spricht in diesem Report davon, im letzten Jahr bei diesen Kontrollen 4 Fälle von Kinderarbeit entdeckt zu haben. Hier ist es ganz wichtig, dass das Kind dann nicht einfach entlassen wird, sondern eine Ausbildung erhält und diese finanziert bekommt, ansonsten landet es möglicherweise in noch schlimmeren Verhältnissen. Nach Angaben von terre des hommes und H&M selbst tut H&M dies in einem solchen Fall.

Gemeinsam mit der Fabrik werden dann Maßnahmen entwickelt, die dazu führen sollen, dass so etwas nicht wieder vorkommt. Sollte ein wiederholter Fall auftreten, kündigt H&M die Lieferverträge unwiderbringlich. Diese drohende Konsequenz scheint recht gut zu wirken. Obwohl leider auch dadurch sicherlich nicht 100%ig ausgeschlossen werden kann das es passiert. Du kannst dir aber sicher sein, dass das bei H&M niemand will...daran hängt schließlich das Image eines so großen Unternehmens.

Um Kinderarbeit vorzubeugen beteiligt sich H&M noch an einer ganzen Reihe von Projekten finanziell, die zum Beispiel Kinderarmut bekämpfen (z.B. mit UNICEF oder terre des hommes und finanziert Ausbildungszentren für Jugendliche in Bangladesh).

Sicherlich muss noch weiter daran gearbeitet werden, Kinderarbeit völlig ausschließen zu können. Allerdings ist H&M eines der Unternehmen, das sehr viel dafür tut Kinderarbeit und ähnliche Probleme zu vermeiden und zu vermindern - sicherlich mehr als so manches deutlich teurere Label.

Schau mal bei Organisationen wie terre des hommes (tdh.de), H&M selbst (hm.com/csr) o.ä. nach. Da findest noch eine Menge Infos.

Viele Grüße

Dein Beitrag hört sich so toll an, das man meinen könnte, er stammt von H&M höchst persönlich ;-)

H&M setzt sich für solche Probleme ein, vielleicht sogar noch mehr als manch anderer Klamotten Hersteller.

Nichtsdestotrotz, Menschenwürdig werden die Klamotten dennoch nicht hergestellt und das ist ein Faktum! Ich will nicht wissen, wie viel H&M mittlerweile an Topmodels bezahlt, nur um ein paar Bilder schießen zu können. Das gab es früher übrigens nicht! Zudem waren die Preise damals noch billiger als heute.

Denn mittlerweile meinen sie ja, zu den großen Top-Designern der Welt zu gehören. Kein Problem, aber wenn sie schon so teuer geworden sind, dann können sie auch die Arbeitskräfte besser bezahlen. Sie verdienen ganz sicher genug!!!!! Vielleicht würde es auch ausreichen, ein kleinen Teil der Werbung abzusetzen?

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Is zwar schon ne weile her, dass hier diese frage diskutiert wurde...aber ich interessiere mich brennend für dieses thema(5. Prüfungskomponente, abi) und hab den eindruck, dass hier so einige sind die sich ein wenig auskennen... ich hab auf h&m.com schon gestöbert aber nix brauchbares gefunden...vllt seid ihr ja zufällig auf gute und zuverlässige quellen gestoßen!? einen interessanten artikel hab ich schon erstöbert aber der is nen bissel alt...also wie gesagt würde mich freuen infos oder meinungen von euch zu dem thema zu bekommen...

Hast Du schon mal bei Moralinde (http://www.moralinde.de) geschaut - da gibt es viele Informationen und Links zum moralischen Verhalten von H&M und auch von anderen Firmen. Z.B. Umgang mit Kinderarbeit und Mitarbeitern im Allgemeinen

Danke für diesen Link - sehr interessant! Es gibt halt doch auch Firmen die relativ preisgünstig sind, aber trotzdem fair produzieren :-)

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Auf jeden Fall werden die Klamotten unter sehr schlechten bedingungen hergestellt. Schau dir mal den WDR Markencheck von H&M an.

Wohlgemerkt unterstützt Mensch mit dem Kauf von Second Hand- und Fairtradeklamotten das nicht mehr.

@Lenschke:

Ist jetzt zwar schon über 2 Monate her, aber die Abi-Prüfung ist sicher noch nicht vorbei, oder?
Ich selbst beschäftige mich erst seit kurzem mit der ganzen Thematik und wollte dir nur ein paar Links mitgeben:
+ saubere-kleidung.de/
+ cleanclothes.org/ (auf Englisch)
+ aktiv-gegen-kinderarbeit.de/kleidung.htm
+ fairlabor.org/
+ lehrerfortbildung-bw.de/unterricht/kinderarbeit/smaterialien/squellen.html (Materialiensammlung für den Unterricht) + un-kampagne.de/ (Armut thematisieren - allgemein)

Die Beachtung von Arbeitsbedingungen von Lieferanten ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber dass die Produkte fair gehandelt sind ist dabei nicht gesagt - kurz: Keine Kinderarbeit heißt noch nicht keine Ausbeutung von Arbeitskraft. In unserer Welt verdienen immer noch die Reichsten am meisten.

Viel Erfolg beim Abi!

Allgemein gilt, dass Billigstprodukte - also auch Kleidung, Taschen, Schuhe etc. - in vielen Ländern von den allerbilligsten Arbeitskräften, also Kindern, hergestellt werden. Das mit Strass und Pailetten handbestickte T-Shirt für 5 Euro ist ein guter Kandidat. Den Firmen ist das so lange egal, wie es der Kundschaft egal ist - und da lautet das Motto eben "Geiz-ist-g...".

ich hab schon mal davon gehört  aus einem mund einer sich auskennenden..

 

Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt von alle Haue kriege - mir ist es egal wer die Klamotten herstellt - wenn sie mir gefallen kaufe ich sie mir. Und wenn sie preiswert sind, noch viel lieber... Denn ICH muss mit meinem Geld auskommen. Sparen ist eben wichtig... :-(

Ja auch Du wirst eines Tages erkennen, das billig teuer ist.

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@RolfHoegemann

Was bist du den für ein *****. Wer sowas behauptet soll lieber selber dazu gezwungen werden!

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@RolfHoegemann

Was bist du den für ein *****. Wer sowas behauptet soll lieber selber dazu gezwungen werden!

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@Tommy1996

Sei doch mal ehrlich, bestimmt hast Du nicht den kompletten Kleiderschrank voll "fair-trade-Mode" oder?? Auch bei Dir werden sich genügend Klamotten von H&M, Zara etc. finden. Der Unterschied zwischen Dir und RolfHoegemann ist, dass ihm die Herkunft seiner Einkäufe egal ist und Du Dir eben Gedanken machst oder ein schlchtes Gewissen hast; Gekauft habt ihr es letztendlich beide. Du bist also in der Hinsicht nicht viel Besser und solltest evtl. in Zukunft 2 mal überlegen bevor Du andere wegen so etwas beleidigst!? Liebe Grüße

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