Stimmt es, dass der Mensch einst amphibisch lebte?

15 Antworten

Es gibt verschiedene Hypothesen zur Entstehung des aufrechten Ganges beim Menschen. Am bekanntesten ist sicher die Savannen-Hypothese. Sie besagt, dass durch klimatische Veränderungen in Ostafrika die Regenwälder durch baumlose Graslandschaften, die Savannen, ersetzt wurden und sich der aufrechte Gang des Menschen entwickelt habe, um über die hohen Gräser blicken und nach Feinden Ausschau halten zu können.

Daneben gibt es noch eine weitere Hypothese, die Wasseraffen-Hypothese. Sie geht davon aus, dass die Vorfahren des Menschen in sumpfigen Landschaften gelebt haben und sich der aufrechte Gang als Anpassung an diesen Lebensraum entwickelt hat, weil man auf zwei Beinen leichter durch das Wasser waten könne. Als Begründung für diese Hypothese wurden u. a. genannt die Reduktion des Fells (ähnlich wie bei Walen, die komplett im Wasser leben) oder das Unterhautfettgewebe, welches vor Auskühlung schützen könnte. Die Wasseraffen-Hypothese wurde und wird aber schon immer kontrovers diskutiert. Vor einigen Jahren erhielt sie wieder etwas mehr Auftrieb, als man in Zentralafrika fossile Überreste des Sahelanthropus tchadensis fand, dem ältesten bisher bekannten Vertreter der menschlichen Entwicklungslinie. Dieser Fund war deshalb so besonders, weil er erstens auf ein Alter von rund 7 Mio. Jahren datiert wird - molekularbiologische Befunde (Molekulare Uhr) deuteten zuvor darauf hin, dass sich die Entwicklungslinie von Mensch und Schimpanse aber erst vor 6 Mio. Jahren getrennt haben. Heute erklärt man sich diese Diskrepanz einerseits durch Effekte einer unvollständigen Linientrennung und andererseits dadurch, dass beide Linien sich schon früher, vor rund 8 Mio. Jahren, getrennt haben, es aber hin und wieder noch zu einem genetischen Austausch durch Kreuzungen gekommen sein könnte. Zweitens wurde Sahelanthropus nicht in Ostafrika gefunden, sondern im Zentrum des Kontinents, dort wo es nie Savanne gab und der Regenwald sich erhalten konnte. Das gab der Wasseraffen-Hypothese neuen Aufschwung. Möglicherweise lebten die frühen Vormenschen hier in der Nähe von Flüssen und wateten durch das Wasser, wobei sich dann der aufrechte Gang entwickelte.

Insgesamt lehnt die Mehrheit der Anthropologen die Wasseraffen-Hypothese heute ab, sie konnte sich also nicht durchsetzen.

So wird heute beispielsweise angenommen, dass die Reduktion des Fells (die "Nacktheit" des Menschen) nicht als Anpassung an den Lebensraum Wasser erfolgte, sondern ein effizienteres Schwitzen ermöglichte und damit den Körper beim Laufen über weite Strecken besser kühlen konnte.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Biologiestudium, Universität Leipzig

Der Mensch lebte über Hunderttausende Jahre hinweg immer in der Nähe des Meeres. Dort am Strand oder in der Brandung an Felsen fand er sehr leicht Nahrung. Diese Nahrung musste er nur aufsammeln, die Schalen aufschlagen und den Inhalt essen. Er musste dieser Nahrung nicht hinterher rennen und sie auch nicht jagen. Beweisen lässt sich das mit den Bergen von leeren Schalen, welche die Menschen an ihren Lagerplätzen hinterlassen haben. Archäologen haben sie gefunden und können genau sagen wo, wann und wie lange die Menschen an der Küste lebten.

Die Menschen haben also nicht amphibisch gelebt, sondern an Land. Im Wasser des Küstenstreifens haben sie nur ihre Nahrung gesucht. Hilfreich war dass die Menschen damals bereits auf zwei Beinen gingen und dass die Hände frei waren. An der Küste des Meeres sind die Menschen klug geworden. An keinem anderen Ort der Welt konnte es dazu kommen. Denn nur an der Küste gab es Muscheln, nur dort konnten sie klug werden. Nur mit dem Protein der Muscheln konnte das Gehirn wachsen.

Gibt man einem Affen die Aufgabe eine Nuss mit Hilfe von zwei Steinen so zu zerschlagen dass nur die Schale kaputt geht, aber der Kern heil bleibt, dann benötigt der Affe für das Erlernen dieser Aufgabe mehrere Jahre. Er muss bereits in sehr jungen Jahren damit anfangen, sonst erlernt er es nie.

Gibt man einem Kind die gleiche Aufgabe, benötigt das Kind maximal drei Versuche, bis es weiß wie stark es zuschlagen muss, dass der Kern heil bleibt. Diese Fähigkeit des genau dosierten Schlages haben wir an den Küsten der Meere erworben. Es war die Grundlage für die Herstellung von Steinwerkzeugen. Ohne diese Grundlage wäre es unseren Vorfahren nicht möglich einen Faustkeil aus einem Stein heraus zu schlagen. Ohne diese Grundlage wäre es uns auch nicht möglich einen Stein gezielt und mit Wucht zu werfen. Denn der gezielte Wurf stammt aus genau der gleichen Armbewegung wie der gezielte Schlag. Mit dem geworfenen Stein hatten unsere Vorfahren ihre erste Fernwaffe. Damit konnten sie sich die wilden Tiere vom Leib halten und andere Tiere jagen. Vom geworfenen Stein zum Speer war es kein weiter Weg. Mit dem Speer stand der Mensch plötzlich an der Spitze der Nahrungskette und war nicht länger Beute. All das kam nur deshalb, weil unsere Vorfahren an den Stränden der Meere lebten und dort Muscheln knackten.

Es gibt zwar einige Argumente, die können aber insgesamt nicht überzeugen. Was m.E. zu wenig in Betracht gezogen wird, ist die Möglichkeit, dass einige wenige Gruppen von Menschen am Meer lebten und im Meer viel Nahrung fanden und die sich, mehr oder weniger zufällig, im Erbgut der Menschheit verewigt haben, vielleicht überrepräsentativ.

Aber wenn es nicht mehr darum geht, einige Merkmale zu begründen, sondern alle, die uns von unseren nächsten Verwandten unterscheiden, spätestens dann wird's lächerlich. Da zeigt sich dann die unschöne Seite der Wissenschaftler und die schöne Seite der Wissenschaften, dass es zwar persönliche Bessenheiten und Eitelkeiten gibt, aber diese öffentlich sind und benannt werden dürfen.

Die Wasseraffentheorie besagt, dass die Vorfahren des modernen Menschen am Wasser lebten und viel Zeit im Wasser verbrachten. Für diese Theorie spricht z.B. unsere Nacktheit, unser Unterfettgewebe, der Tauchreflex von Babys, und dass unsere Nase nach unten geöffnet ist.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Abitur 2016

Jain,

der Mensch an sich: Definitiv nein.

Der Vorfahre des Menschen, so weit zurück als Vorfahre, dass sich gerade einmal Lebewesen für das Landleben entwickelt haben, ja.

Man muss dabei die Perspektive beachten:

Wenn man es genau nimmt, stammt jegliches irdisches Leben von Einzellern ab und als diese sich weiterentwickelt haben, war quasi das "erste Leben" im Wasser.

Einen Bezug von diesem Leben zum Menschen, kann man allerdings nicht wirklich ziehen.

Bezogen auf die Wasseraffentheorie:

Auch in deinem genannten Wikipediabeitrag:

In Fachkreisen konnte sich diese Hypothese nicht durchsetzen.

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