Stimmt es, dass Depressionen das ganze Leben andauern können?

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12 Antworten

Hallo Wizard123456,

Hallo:) Ich habe schon seit einigen Jahren unterschiedlich starke Depressionen.

Dahingehend wünsche Ich ihnen schon mal gute Besserung.

Ich habe eigentlich immer Psychologen abgelehnt aber da ich festgestellt
habe, dass ich da alleine nicht rauskomme hab ich jetzt doch
eingewilligt mit einer Psychologin zu sprechen.

Das ist sehr gut, aber soweit Ich weiß sind schwere Fälle doch eigentlich für den Psychiater oder etwa nicht?

Allerdings hört man oft, dass bei manchen Menschen die Depressionen
garnicht mehr ganz aufhören. Hab ich also überhaupt eine Chance auf
Besserung?

Das müsste der Psychologe / der Psychiater feststellen können. Zudem kommt's darauf an, ob ihr zentrales Nervensystem einen irreversiblen Schaden davongetragen hat.

Wenn sie natürlich mir eines glauben können, eine Chance gibt es so gut wie immer. Sie sollten mit ihrem Psychologen sprechen wie stark sie ist, und wie ernst. Sie kann psychisch oder neurologisch bedingt sein.

Sollte sie neurologisch bedingt sein, dann sollten normalerweise die Psychopharmaka (Antidepressiva) ins Spiel kommen, die sind jedoch rezeptpflichtig und zudem und ungefährlich!

Aber SO gut kenne Ich mich da auch wieder nicht aus, sprechen sie einfach mit ihm, er wird Wissen was zu tun ist.

LG Dhalwim

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Depressionen können chronisch werden oder auch wiederkehrend sein mit verschiedenen Schweregraden, wie das von "samm1917" hier schon genau detailliert erläutert wurde.

Psychotherapeutische Hilfe in Form von vertraulichen Einzelgesprächen mit einer geschulten, möglichst erfahrenen Person solltest Du auf jeden Fall in Anspruch nehmen und diese Hilfe für Dich helfend so gut wie möglich auch annehmen. Man kann ggfs. notfalls auch einen anderen neuen Therapeuten beanspruchen, falls der erste Therapeut evtl. nicht so gut "passen" sollte.

Depressionen beruhen im Prinzip immer auf seelischen Ursachen, welche sich sehr oft mit nicht vollständig verarbeiteten psychischen Problemen aus der frühen Kindheit begründen. Diese gilt es ganz genau zu ergründen !

Hierfür solltest Du Dich im Einzelgespräch von innen heraus ganz öffnen und alles was Dir auf der SEELE liegt rauslassen. Dies ist der 1. notwendige Schritt zu Besserung bzw. evtl. sogar vollständig möglichen Heilung.

Medikamente können dabei begleitend die depressiven Symptome lindern, aber im Prinzip niemals grundlegend heilen. 

Lass Dich von evtl. negativen (falschen) Meinungen nicht entmutigen !

Alles Gute Dir !




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Ich persönlich bin der Auffassung, dass Depressionen keine Krankheiten sind sondern einfach nur krankhafte Folgen einer falschen Einstellung und einer falschen Lebensweise. Das sind Dinge, die man immer ändern kann, egal wie alt man ist oder in welcher Lebenslage man sich befindet. Voraussetzung ist aber, dass der Wille zum Verändern da ist, denn ohne sich zu verändern wird sich auch sonst im Leben der Person nichts ändern.

Und daran scheitert es dann oft. Depressionen können jahrelang anhalten, wenn man sich scheuklappenartig durchs Leben bewegt. Und wenn dann noch kein richtiger Wille da ist oder der Glaube fehlt, dass man etwas ändern kann, siehts halt nicht so blendend aus.

Von daher mal positiv formuliert: Wenn du den Willen, den Glauben und den Mut hast, was an deiner Situation ändern zu können, dann kriegst du das auch hin. :)

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Einstein2016 02.10.2016, 18:39

Sorry, aber Deine persönliche Auffassung hier zeugt nur von vollster Ahnungslosigkeit von dieser Krankheit !  

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xMirage95 03.10.2016, 01:12
@Einstein2016

Mag sein, dass dir meine Einstellung missfällt und nicht dem entspricht, was du erfahren hast bzw. wie du damit umgehst. Ist auch in Ordnung, hat aber nichts mit Ahnunglosigkeit zu tun sondern eher mit Ansichtssache. Jeder interpretiert Fakten anders.

Für mich sind Depressionen eine Mischung aus konstantem negativen Denken und negativem Fühlen, was durch irgendeine Sache verursacht und ausgelöst wurde. Das kann eine falsche Umgebung sein, ein falsches Verhalten, ein traumatisches Erlebnis oder auch einfach nur eine Lebenslage, in der momentan Einiges nicht so läuft wie es sollte. 

Aber was auch immer es ist: Dass daraus eine Depression (sprich eine dauerhaft negative Verstimmung, die scheinbar "unkontrollierbar" wird) entsteht, liegt nicht in dem Problem, was da vorlag. Sondern darin, wie wir mit diesem Problem umgehen.

Bei einem Trauma durchleben wir ständig die Situation der Vergangenheit und geben dem Körper damit das Gefühl, ständig in dieser Situation zu sein. Bei einer momentan schlechten Lebenslage erinnern wir uns tagtäglich daran, dass dieses Leben nicht so ist, wie wir es haben wollen. Wir richten unseren Fokus auf die Probleme und das ist das gefährliche und "teufelskreisähnliche" an einer Depression. Wir durchleben immer wieder das Negative und konditionieren unseren Körper (und damit die Hormonausschüttung) darauf, auf ständig gedanklich (!) wiederkehrenden negativen Erlebnisse zu reagieren. Die Folgen: Wir fühlen uns schlecht, energielos, aussichtlos und antrieblos. Kurz gesagt: Depressionen.

Gehen wir aber die Sache mal anders an. Wir gehen weg von den Problemen und überlegen uns die Lösungen. Anstatt gedanklich in der Vergangenheit zu hängen, gehen wir in die Zukunft. Anstatt ständig darüber nachzudenken, was alles grade schlecht läuft, denken wir darüber nach, was gut läuft. Anstatt sich zu sagen, dass man eine psychische Krankheit hat (wie kriegt man sowas nur wieder los, wie kann ich wieder gesund werden?!), sagt man sich: Ich habe meine neuronalen Strukturen falsch aufgebaut, jetzt kann ich sie wieder umbauen.

Für mich liegt das Problem wirklich darin, wie wir damit umgehen und nicht darin, was wir erlebt haben oder wie unsere Lebenslage ist. Du wirst immer Leute finden, die exakt dieselben Probleme haben, und der eine Mensch leidet an Depressionen und der andere nicht. Und ich glaube kaum, dass das mit genetischer Vorbestimmung zu tun hat. Viel eher wird das damit zusammenhängen, wie die Menschen damit umgehen. Man darf nämlich eins nicht vergessen, wie wir uns fühlen hängt stark mit dem zusammen, wie wir denken. Und wie wir uns fühlen beeinflusst wiederum stark, was unser Körper mit unseren Hormonen anstellt. Das sollte man sich klar machen.

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krawer 23.04.2017, 21:24

Eine Super Antwort, und sehr gut formuliert.

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Je länger eine Therapie hinausgezögert wird umso mehr erhöht sich die Chance, dass sich Depressionen chronofizieren und damit natürlich auch ein Leben lang anhalten können. Wer glaubt eine Depression, im klinischen Sinne, alleine behandeln zu können muss sich nicht über die Auswirkungen wundern.

Schwerste Depressionsformen können bis zum Atemstillstand führen.


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Es gibt verschiedene Formen von Depressionen. Manche können das Leben lang andauern, was jedoch nicht heisst, dass man durchgehend depressiv ist. Ich gebe dir einen kurzen Überblick:

  • Depressive Episode: Eine depressive Episode wird auch als klassische Depression bezeichnet. Der Patient ist zuerst gesund, wird krank und anschliessend wieder gesund. Eine depressive Episode dauert i.d.R. ca. 6 Monate an, wobei die Zeitspanne sehr individuell ist und auch kürzer oder länger ausfallen kann. Nach der Genesung ist der Patient wieder symptomfrei und kann ein ganz normales Leben weiterführen. Ein Rückfall erfolgt nicht oder erst nach langer Zeitdauer.
  • Rezidivierende Depression: Rezidivierende Depressionen sind die häufigste Form der Erkrankung. Rezidivierend heisst "wiederkehrend". Es sind also immer wiederkehrende depressive Episoden. Der Patient ist gesund, wird krank, wieder gesund, erneut krank usw. Zwischen den depressiven Episoden ist der Patient symptomfrei, fällt jedoch alle paar Jahre wieder in die Depression zurück. Die dauer der Depression beträgt ca. 4-6 Monate, die symptomfreie Zeit dazwischen rund 3-6 Jahre. Wobei auch hier die Zeitspanne sehr individuell ist. Diese Form der Depression bleibt oft ein leben lang bestehen. Durch die prophylkatische Einnahme von Psychopharmaka (also auch die einnahme während den symptomfreien Zeiten) können manche Menschen Rückfälle verhindern. Auch eine intensive Psychotherapie kann Rückfälle verhindern oder zumindest einen Umgang damit lernen.
  • Chronische Depression & Dysthymie: Bei einer chronischen Depression bzw. Dysthymie ist der Patient nie symptomfrei (anders als bei der rezidivierenden Depression). Er ist konstant depressiv, wobei die Depressionen mal stärker und mal schwächer ausgeprägt sind. Meist verlaufen die Depressionen eher auf leichtem Niveau von gelegentlichen Tiefschlägen unterbrochen. Die Behandlung dieser Form der Depression ist äusserst schwierig. Manche Menschen können chronische Depressionen mit Medikamenten (z.B. Antidepressiva) unterdrücken, sobald sie diese jedoch absetzten kommt die Depression zurück. Jene die nicht auf Psychopharmaka reagieren brauchen häufig eine langjährige Psychotherapie um die Krankheit in den Griff zu kriegen.
  • Psychotische Depression: Psychotische Depressionen sind sehr selten und kommen sind eine besonders schwere Form der Depression. Neben den typischen Symptomen einer Depression (http://deprimed.de/depressionen/) kommen zusätzliche wahnhafte Anzeichen hinzu wie z.B. Verschuldungs- und/oder Versündigungswahn. Psychotische Depressionen können einmalig oder rezidivierend (also wiederkehrend) auftreten.

Du sieht also, nicht jede Form der Depression verläuft zwangsweise chronisch. Ca. 55% der Depressionen verlaufen zumindest rezidivierend.

Durch Psychotherapie, Medikamente und in schweren Fällen sogar EKT kann heute den meisten Menschen geholfen werden.

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Eine Chance auf Besserung hast du nur wenn du dir helfen lässt. Daher war dein Entschluss eine Psychologin aufzusuchen ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Schritt auf eine mögliche Genesung hin.

Die Untersuchungen die du in naher Zukunft über dich ergehen lassen wirst, werden ein detailliertes Bild zu deiner Psyche liefern und Klarheit darüber geben woran du tatsächlich leidest und wie man dein Leiden am Besten behandeln kann.

Es ist durchaus möglich dass eine Heilung unmöglich ist. Aber dann kannst du zumindest lernen mit deiner Krankheit umzugehen, sodass sie dein Leben nicht mehr (so stark) beeinflussen kann.

Es kommt viel Arbeit auf dich zu, aber wenn du dran bleibst, kannst du dein Leben auf jeden Fall lebenswerter machen.

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Depressionen sind für mich eine komplexe Kopfsache. Jeder kann sie in den Griff kriegen. Aber es wird halt wirklich wirklich schwer. Versuch mal deinen eigenen gedanken NICHT zu glauben. Das fühlt sich so sehr nach reine selbstverarsche an.
Depressionen entstehen oft durch schwerwiegende enttäuschungen, andauernde tiefphasen und serien, oder durch andere die einem sagen was man ist in negativer hinsicht.
Aber ich GLAUBE es ist möglich das zu überwinden wenn man sich mit den richtigen menschen angibt oder in irgendeiner weise sein leben neu entdeckt

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Depression ist eine Sache, die man selber bekämpfen muss! Ein Psychologe kann dir da sicherlich helfen, aber zu guter letzt musst du es wollen! 

Rede viel über deine Probleme und vor allem über deine Ängste oder Situationen die deine Depressionen auslösen! Eine Chance auf Besserung hat man immer! Man muss es nur wollen. Wichtig ist, fress nichts in dich rein und bleib Stark!

Ein kleiner Tipp von mir, wenn du viel traurige Musik hörst, sprich deepen Deutschrap z.B. Unterlass das und hör stattdessen lieber die Charts oder ähnliches. 

Alles gute und viel Erfolg! 

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"Depression" ist ja nur ein riesen Sammelbegriff für alle möglichen negativen Wahrnehmungsstrategien. Selbstverständlich können die ein Leben lang anhalten, wenn sie nicht geändert werden. Das kommt aber generell auch sehr stark auf den Veränderungswillen der betroffenen Person an.

Eine Therapie macht meistens aber erst dann wirklich Sinn, wenn Du weißt, was damit bezweckt wird, was sich für Dich damit konkret ändern soll und wie sie funktionieren wird. Dabei ist es dann vor allem auch wichtig, wirklich aktiv mit dem Therapeuten lösungs- und zukunftsorientiert zusammenzuarbeiten. Oft haben Patienten das Bedürfnis, ihre Probleme alle anzusprechen und aufzuarbeiten. Das ist meist überhaupt nicht der Sinn einer Verhaltenstherapie, die meist bei depressiven Hintergründen eingesetzt wird.

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Haaaalo 01.10.2016, 14:50

Wie funktioniert denn die Verhaltenstherapie bei depressiven Hintergründen in etwa?

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TailorDurden 01.10.2016, 14:55
@Haaaalo

Ganz hart runtergebrochen versucht man, die depressive Person positiv zu motivieren und so aus dem Teufelkreis von Selbstzweifel und Trägheit rauszureißen. Man versucht, mit positiven Entwicklungen und Momenten eine Grundeinstellung zu erzeugen, bei der der Betroffene wieder mehr Energie dazu entwickelt, sich selbst glücklich zu machen und seine negativen Ansichten zu optimischerem Denken zu veränden.

Dabei geht es vor allem darum, die Blickrichtung weg von den Problemen und hin zu allen offenen Möglichkeiten im Leben hin zu lenken, der Person zu zeigen, das Positives immer passiert, wenn man darauf aktiv zugeht.

Ein großer Unterschied dabei ist, dass der Fokus der Therapie nicht auf der Aufarbeitung von Problemen liegt.

Ich weiß nicht, ob das so "schwammig" und kurz für Dich Sinn ergibt. :D

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Haaaalo 01.10.2016, 15:13
@TailorDurden

Es ergibt schon Sinn. Aber es ist nun mal so, bei einer Depression liegt es ja nicht NUR an der negativen Grundeinstellung. Es ist eine Riesenhilfe, wenn sie weg ist, klar. Wenn man aber immer noch mit anderen Symptomen zu kämpfen hat, wie Kraftlosigkeit und Antriebslosigkeit, weil diese beiden Symptome trotz medikamentöser und therapeutischer Behandlung nicht weggehen, bringt es ja nicht viel wieder Hoffnung auf Besserung zu haben, wenn man ja nicht die Kraft dazu hat, auf lange Zeit das Nötige zu tun, damit es einem wieder besser geht… oder?

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TailorDurden 01.10.2016, 15:18
@Haaaalo

Genau darum geht es ja. Diese Antriebslosigkeit ist sehr stark an die negative Grundeinstellung gekoppelt. Schon ein paar richtige Anstöße zu Beginn können da viel Kraft geben. Desto mehr Positiverlebnisse man erfährt, desto mehr Kraft hat man in der Regel auch, neue zu erschaffen. Die Therapie ist extra dafür da, auf diesem Weg aus dem sonst negativen Teufelskreis begleitend zu unterstützen.

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Hallo,

Depressionen sind gut zu behandeln und in den Griff zu beginnen.
Nur in den seltensten Fällen sind Depressionen gar nicht in den Griff zu bekommen.
Dass du dir Hilfe suchst ist toll. Du wirst sicher bald wieder gesund sein.

Susi

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Du hast eine Chance auf eine nachhaltige Besserung, wenn du selbst daran glaubst.

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Depression darf und kann man sich nicht selbst diagnostizieren. Woher willst du also wissen, dass es wirklich welche sind?

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Wizard123456 01.10.2016, 15:18

Weil ich mit der Psychologin über meine Probleme gesprochen  habe und sie dann gesagt hat, dass ich Depressionen habe. 

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