Stimmt es, dass bei einer muslimischen Hochzeit die Frau gar keine Zustimmung geben muss?

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6 Antworten

Der Imam kann sich die Zustimmung bereits vorher von der Frau eingeholt haben. Wenn er dies nicht getan hat, hat er gegen das islamische Gesetz verstoßen und die Ehe ist ungültig, denn es gibt einen Konsens der Gelehrten, dass keine Frau und kein Mann zu einer Ehe gezwungen werden darf.

Siehe dieser Hadith:

Buraida berichtet, dass eine junge Frau zum Propheten (Friede und Segen auf ihm) kam und sagte: „Mein Vater verheiratete mich (...) um sein Ansehen unter den Leuten zu erhöhen.“ Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) machte darauf die Gültigkeit der Ehe von ihrer Entscheidung abhängig. Daraufhin sagte die junge Frau: „Ich akzeptiere und befürworte die Entscheidung meines Vaters, doch ich wollte den Frauen nur beweisen, dass Väter in dieser Sache keinen Zwang ausüben können.“ (Überliefert von Imam Ibn Majah, Imam Ahmad und  Imam Nasa’i)

Hier verschiedene Rechtsgutachten von Gelehrten:

http://www.fragenzumislam.de/?p=93

http://ratgeber-fuer-auslaender.de/pdf/Fatwa_Qaradawi_Zwangsehe_de.pdf

https://islamfatwa.de/soziale-angelegenheiten/87-verlobung-a-ehe/verlobung-a-eheschliessung/194-urteil-ueber-zwangsheirat

Und Allah (azzawajal) weiß es am besten.

Die Frau muss gefragt werden. Normalerweise von ihrem Wali. Ohne ihre Zustimmung kann die Hochzeit nicht stattfinden.

Aber sie muss nicht das "Ja-Wort" in der Öffentlichkeit geben wie das bei christlichen/weltlichen Hochzeiten gemacht wird.

Die Frau wird von Ihrem Wali vertreten. Der Wali ist der Vater, die Brüder, usw. In dieser Reihenfolge. Und dieser Wali hat die Frau richtig zu vertreten, er muss sie auch befragen und mit ihr wichtige Punkte des Ehevertrages besprechen. Da normalerweise der Vater immer auf seine Töchter achtet, ist er auch normalerweise der Wali.

also die Hochzeitszeremonien kenne ich nicht...

aber ich habe gelesen, dass bei einer Frau (im Islam) "Schweigen" soviel wie "Zustimmung" bedeutet.

„Eine Frau, die keine Jungfrau mehr ist, darf nicht ohne ihre Einwilligung verheiratet werden.

 Eine Jungfrau darf nicht ohne ihre Einwilligung verheiratet werden; 

ihre Zustimmung ist das Schweigen 

(wegen ihrer natürlichen Schamhaftigkeit).“ [Al-Bukhari, Muslim et al.]

Da kann man nur hoffen, dass die Beteiligten das Schweigen richtig deuten .....

... es soll schon vorgekommen sein, dass eine junge Frau derart entsetzt und innerlich gekränkt war, wenn ihre Eltern ihr ohne Vorankündigung einen möglichen Ehekanditaten präsentiert haben, dass sie einfach kein wort herausbrachte....

Weiterhin teilte A'ischah mit, dass sie den Propheten (Ewiger Friede sei mit ihm) gefragt habe:

 

„Nehmen wir an, dass ein junges Mädchen von seinen Eltern verheiratet werden soll. Müssen diese nach dem Einverständnis des Mädchens streben?“

Er gab folgende Antwort:

„Ja, sie muss ihr Einverständnis geben.“

Dann sagte A'ischah:

„Eine Jungfrau wird jedoch Scham verspüren, O Gesandter Allahs!“

Er entgegnete:

„Ihr Schweigen ist doch ihr Einverständnis.“

[Al-Bukhari, Muslim et al.]

Es gibt einige, darunter auch islamische Länder, in denen eine Trauung per Stellvertreter durchgeführt werden kann, das ist aber keine Einrichtung des Islam.

Darunter: Syrien, Italien, Pakistan, Polen, Spanien, Portugal, Kolumbien, die Niederlande, div. US-Bundesstaaten,  ... und viele mehr 

Mirarmor 20.01.2017, 18:32

Heißt das, unter den Männern müsste ein Stellvertreter dabei gewesen sein, der vorher ihre Zustimmung eingeholt und diese dann dem Imam mitgeteilt hat?

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tryanswer 20.01.2017, 18:36
@Mirarmor

So ist es, aber naturgemäß liegt auch darin das Problem. Im Prinzip kann jdm. zum Imam gehen, und sagen die Braut hätte der Hochzeit zugestimmt, der muß das zwar prüfen, aber ob er das immer tut?

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Slm
Es ist so das bei der Nikkah, die Frau ihr Wali(Vormund) und der Mann einverstanden sein müssen. Sonst ist eine Ehe ungültig

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