Stimmt es, dass Arbeiten früher mehr wert war und es mehr anspornte?

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8 Antworten

Nun in der Zeit deines Opas mag das so gewesen sein, aber betrachtet man das Zeitalter der Industrialisierung, dann würde auch keiner von guten Arbeitsbedingungen für die Arbeiter / Kinderarbeiter sprechen.

In der heutigen Zeit hat jeder so gut wie immer erreichbar zu sein und die Ansprüche der einzelnen Menschen sind gestiegen. Das Problem liegt für mich tatsächlich oft im Anspruch. Der Arbeitgeber erwartet volle Einsatzbereitschaft über das Mögliche hinaus von seinen Arbeitnehmern und viele Arbeitnehmer denken oft nicht mehr im Sinne des Unternehmens.

Nicht gerade selten fördert das den Frust auf beiden Seiten. Der Arbeitnehmer hat Angst ersetzt zu werden und der Arbeitgeber hat ständig Angst nicht mehr konkurrenzfähig zu bleiben. Also fordern beide Seiten immer mehr Verständnis für ihre Situation, was dann wiederum keine Lösung beinhaltet.

Im Prinzip hat er Recht, aber es ist keineswegs so, dass früher alles besser war. Heute wird eben zunehmend auf Produktivität geschaut und Druck gemacht. Und das ist für das Arbeitsklima alles andere als gut. Und für die Gesundheit auch nicht. Nicht von ungefähr steigt der Anteil der psychischen Erkrankungen im Arbeitsleben deutlich.

Schaut man noch etwas weiter zurück als in die Jugend des Opas, sieht das wieder anders aus. In den Anfängen der Industrialisierung gab es in bestimmten Bereichen regelrechte Strafbücher, wo den Beschäftigten für zu lange Pause machen oder "Schwätzen während der Arbeit" Geld abgezogen wurde. Auch die Arbeitszeiten waren deutlich länger als jetzt.

So gesehen kann man beobachten, dass wir  in solche alte Zeiten wieder zurück kommen.

Ja, da hat dein Opa schon überwiegend recht.

Aber das ist das Wirken in der Gesellschaft. Im Prinzip ist die Industrie oder die Wirtschaft dem Druck der Kunden ausgesetzt. Wer sind die Kunden, die alles billig und schnell haben wollen? Wir selbst!

Bedenken wir doch nur einmal unser Verhalten mit dem Bestellen bei amazon zum Beispiel. Wir gehen in das Elektro- oder Sportgeschäft, lassen uns dann dort beraten, gehen dann aber nach Hause um dann das selbe Produkt im Internet günstiger zu bestellen.

Ein Jahr später wundern wir uns, warum es das Elektrogeschäft mit acht Mitarbeitern und das Schuhgeschäft mit sechs Mitarbeitern nicht mehr gibt. Damit entfallen unserem Wohnort/unserer Stadt zwei Gewerbesteuerzahler, die dazu beitragen, dass davon unsere Straßen, Kindergärten, Freibäder, Parkanlagen saniert oder erhalten werden.

Tatsache ist aber auch, dass diese 14 Mitarbeiter nun wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und den Wettbewerb unter den Arbeitsuchenden vergrößern und damit die Gehaltssituation drücken. Ist doch logisch. Wenn 10 Arbeitsplätze angeboten werden, aber nur 6 Bewerber da sind, steigen die Gehälter. Sind aber 200 Bewerber für 10 Arbeitsplätze zur Auswahl, senkt das die Gehälter, weil das Mitarbeiterangebot für die Arbeitgeber groß genug ist.

Nun muss man wieder unterscheiden zwischen den Großkonzernen und den mittelständischen Betrieben, was die Bezahlung betrifft.

Die Frage ist immer, ob ich mir durch mein eigenes Handeln nicht ein "Eigentor" schieße.

Also, der 25jährige, der seine Nike-Schuhe nicht im örtlichen Geschäft kauft, sondern wegen 10,00 € Preisunterschied bei amazon bestellt, darf sich dann fünf Jahre später, wenn er dann Vater ist, nicht wundern, wenn die Gemeinde/Stadt kein Geld für Kitas hat, weil die Gewerbesteurn weniger geworden sind. Das ist dann das Wirken von Ursache und Wirkung.

Wer dann noch eine Immobilie hat, darf sich dann nicht wundern, wenn seine Immobilie dazu noch an Wert verliert. Eine Immobilie in einem Ort mit schlechter Infrastruktur, nicht vorhandenen Kitas, kaputten Straßen ist nun mal nicht so wertvoll, wie die selbe Immobilie in einer Stadt mit einer besseren Infrastruktur usw.

Eine Region mit schlechter Infrastruktur zieht wiederum keine Betriebe an, die Arbeitsplätze in die Region bringt. Somit haben die Arbeitnehmer/innen dann weitere Wege zum Arbeitsplatz, das auch wieder mit höheren Fahrtkosten verbunden ist und das Einkommen schmälert.

....und so könnte man das jetzt noch in zahlreichen anderen Bereichen beleuchten.

Es wird immer nur auf die Unternehmen geschimpft , habt ihr mal über den kunden nachgedacht ? Der will alles Billig Billiger und alles muss Perfekt sein . Alle wollen die Höchsten Löhne und billigsten Preis . 
Und das alles schnell schneller am schnellsten und sofort. 

Und wehe die Verkäuferin ist nicht Freundlich  dann wird sich sofort  sofort beim Firmen Chef beklagt . 

Vielleicht sollten die Kunden ihre Anforderungen mal runter schrauben . 
Da kaufen wo der Arbeiter gute Bedingungen hat ,auch wenn dadurch die Preise etwas steigen ,  dann würde sich auch wieder etwas ändern , ich könnte zig Beispiele nennen , Erfahrungen die ich selber gemacht habe , aber jeder einzelne  könnte ja mal selber sein Verhalten überdenken dann würde sich auch so manches ändern .

Wir leben in einem kapitalistischen System, das war damals auch schon so außer dein Opa kommt aus Russland.

Früher war aber auch Kinderarbeit, der 18 Stunden Arbeitstag, keine Versicherung,keine Krankenkasse etc. üblich, also da arbeite ich doch lieber in der heutigen Zeit.

Dein Kamerad (wenn nicht gerade Soldat) ist heute der Großkonzern, der Arbeiter ist eine Nummer (auch dank der Globalisierung) und der Chinese schläft nicht. Also ich denke beides hat Vor- und Nachteile, doch tauschen möchte ich nicht.

Wie alt ist er denn?

Die Aussage: "Früher war alles besser" kennt jeder, egal in welchem Alter. Dein Opa sicherlich auch von seinen Vorfahren.

Früher war lange nicht alles besser, alleine die Gesetze die im Arbeitsrecht sich änderten, sind allesamt für den Arbeitnehmer günstiger geworden. Arbeitszeit, Arbeitsschutz, Arbeitsentlohnung usw.

Alle Änderungen die Frauen betreffen, darüber braucht man gar nicht reden. Die durften früher nicht einmal wählen gehen und arbeiten nur, wenn der Ehemann zustimmte.

Die Psyche des Menschen hat etwas besonderes: Das Positive bleibt erhalten, Negatives wird vergessen. Sonst würden wir alle "verrückt" werden.

Daher kommen viele solcher Aussagen.

Kameradschaft? Schon möglich. Alte Menschen stammen aus einer anderen Zeit, wo man viel mehr voneinander profitieren konnte und zusammen gehalten hat, alleine deswegen, dass man täglich etwas zu essen hatte oder seine eigene Lebenssituation verbessern konnte.

Heutzutage bekommt man alles für Geld und für alle zugänglich überall, eben auch im Netz für Preise, die selbst der Mittelstand von früher sich nicht leisten konnte.

Diese Zeiten kann man so nicht vergleichen, doch auch mir fehlen die "alten" Zeiten und erinnere mich gerne an früher.

Das stimmt eigentlich. Heute wird in riesigen Mengen produziert und 'jeder' Arbeiter muss sein maximales potential ausschöpfen. Man muss funktionieren und das wars.

Firma zu Firma unterschiedlich.

Ich arbeite in einer Firma, wo es "egal ist" wann du Pause machst oder wie lange. Oder du darfst auch nicht zu viele Überstunden machen.

Solange du deine Aufgaben in deinem Zeitraum erledigst, ist egal was du machst.

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