Stimmt es das man einem Motor immer das gleiche Öl geben sollte?

7 Antworten

Hallo!

Die Marke ist nicht ausschlaggebend, aber die Viskosität und bei alten Modellen reicht ein mineralisches 10W-40 oder 15W-40 in der Regel aus. Zwar gibt es Werkstätten, die oft behaupten, das schütte man nur noch in Aufsitzrasenmäher und Traktoren, aber das ist Geldschneiderei - die wollen halt die teuren Synthetiköle verkaufen, weil sie an denen gut verdienen.

Mein Mercedes C180, Baujahr 1997, knapp 248.000 Kilometer gelaufen, wird - und da achte ich penibel drauf - nur mit 10W-40 nach Blatt 229.1 (Mercedes-Freigabe) befüllt. Vor Jahren versuchte die Mercedes-Niederlassung mich zwar eines Besseren zu belehren, aber als ich dem Meister erklärte, vom Fach zu sein, schloss er sich kleinlaut an und sagte ... ja, eigentlich reicht sogar 15W-40 aus und sie haben das auch nach wie vor, sind aber dazu gehalten, 5W-30 oder 0W-30 anzubieten. Mercedes hatte sehr lang noch recht große Ölkanäle, für die ein 10W-40 das ideale Öl ist; man tut dem W202 und ähnlichen Autos nix Gutes, wenn man hier 5W-30 und Vergleichbares einfüllt. Kenne auch jemanden mit einem 1994er C180 Automatik - mit 5W-30 klapperten die Hydrostößel zum Gotterbarmen, mit 10W-40 läuft der Wagen wieder einwandfrei.

Ich hatte auch mal einen alten Opel Omega mit Sechszylindermotor, dessen 91-jährigem Vorbesitzer der Opel-Händler ein 5W-30 "dexos 2" GM-Öl aufschwätzte. Mit diesem unsinnigen Saft lief der Wagen unrund und hatte Probleme mit hohem Ölverbrauch; als ich ihn auf ein 10W-40 umstellte, gehörte das alles der Vergangenheit an.

Sobald ein Öl die Freigabe des Herstellers hat (siehe Packung/Kanister) ist es für den Wagen geeignet - und das billige Öl vom Discounter muss nicht schlechter sein. Ich fahre meinen C180 konsequent mit preiswertem No-Name-Öl; aktuell habe ich nur LiquiMoly, weil das der Obi grad im Angebot hatte, als der Wagen zum Ölwechsel zum Fordhändler kam.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Eher im Gegenteil. Kann man für einen nagelneuen Motor sehr niedrigviskoses Super-Leichtlauföl verwenden, sollte man bei richtig alt werdenden Motoren über die Zeit die Viskosität langsam steigern, da durch Verschleiß die Schmierspalte etwas weiter werden. Wenn für den neuen also ein 0W10 zulässig ist, würde ich so bei 50000 schon ein 10W20, bei 100000 ein 15W40 verwenden. und in richtige Oldtimer kippt man dann ein 20W50. Und dann klappern auch bei dem nicht die Hydrostößel...

was meinst du denn mit älteren Autos?

  1. zu dickes öl braucht zu lange nach langem stehen 2std oder mehr um an die obere Seite des Motors zu gelangen und auf dauer macht es die Hydro/Tassenstößel oder sogar die Nockenwelle kaputt/sie verschleißt.
  2. zu dünnes öl verschleißt den Motor auch zu schnell da es keine ausreichende viskosität bietet

wenn dein Auto angegeben ist mit 5W 30 z.B. und es öl verbraucht dann kannst du 10W 40 nehmen das ist kein problem aber jez zb 15W 60 würde ich nicht empfehlen da ist schon zu dick ist außerdem kann ein zu dickes öl Ablagerungen in den dünnen Ölkanälen oder im Zylinderkopf verursachen.

was die Marken angeht: ich empfehle ROWE oder Ravenol aus eigener Erfahrung hatte noch nie probleme damit und das Öl sah bei jedem ölwechsel auch noch gut aus, was die anderen Marken angeht hab ich eher so eine lala meinung weil ich über liqui moly nichts gutes gehört hab und über castrol bis jetzt nur schlechtes... zu den anderen Marken kann ich nichts sagen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Statt hier über Hörensagen oder lala-Meinung über Produkte von namhaften Herstellern zu lästern, solltest Du lieber mal nachschauen, welchen Anforderungen die Öle erfüllen, über die Du Dich hier abfällig äußerst. Und ob ein Öl beim Wechsel "noch gut aussieht", kannst Du als Laie sowieso nicht beurteilen, ich als Fachmann übrigens auch nicht.

Im Übrigen verlangt die Betriebsstoffvorschrift für ein Fahrzeug nicht nur eine (oder mehrere, je nach Umgebungstemperatur) Viskositätsklasse, sondern auch ein Mindest-Leistungsniveau, entweder nach API, ACEA oder OEM-Spezifikation. Das ein "zu dickes Öl" Ablagerungen bildet, ist reiner Unsinn, nur ein veraltet legiertes Öl tut das.

Woher ich das weiß?: Über 30 Jahre Erfahrung in der Schmierstoff-Industrie.

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Etwas ist an der Aussage schon dran. Ein Fahrzeug, das in seinem Fahrzeugleben immer mit Mineralöl gefahren wurde, sollte man nie auf Synthetiköl umstellen, umgekehrt geht das eher.

Grund: Synthetiköle neigen bei Dichtungen eher zur Schrumpfung, alte, an Mineralöl gewohnte Dichtungen, können dadurch undicht werden. Das ist mir selbst einmal bei einem 190 E passiert. Als ich dann wieder Mineralöl eingefüllt habe, war er wieder dicht, weil Mineralöl die alten Dichtung wieder quellen läßt.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Okay. Sind HC Öle Synthetisch? Weil da steht manchmal synthetic drauf

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@nike5899

HC bedeutet i.d.R. HydroCrack, da sind durch hydrierendes Cracken modifizierte Mineralöle mit hoher Alterungsstabilität und gutem Viskositäts/Temperatur-Verhalten. Sie sind nicht vollsynthetisch, das sind die sog. SHC-Öle (Synthetic Hydrocarbon). Es ist nicht 100%ig geklärt, ob man Hydrocrack-Öle als Synthetisch bezeichnen darf.

Kein Fahrzeughersteller schreibt übrigens definitiv Synthese-Öle vor.

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Glaube ich nicht. Es gibt Spezifikationen, an die sich alle Hersteller halten müssen. Wenn du ein Markenöl z.B. 10w40 kaufst, solltest du durchaus von jedem Hersteller 10w40 nehmen können.

Das stimmt so nicht:

10W 40 ist nach SAE J300 lediglich eine Spezifikation für die Viskosität 10W für die Tieftemperaturviskosität und 40 für die Viskosität bei 100° C. Das sagt überhaupt nichts über die Leistungsfähigkeit eines Motoröls aus, die wird gem. Normen des API und der ACEA definiert. Ein 10W 40 könnte also z.B. theoretisch die heute nicht mehr ausreichende Leistungsfähigkeit von 1970 haben.

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@Jo3591

Willst du damit sagen, dass die modernen Markenöle Leistungsfähigkeiten von 1970 haben?

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@maja0403

Nein, das hast Du völlig falsch verstanden, Du hast das Wort "theoretisch" überlesen und offenbar auch meine Erklärungen, also den Unterschied zwischen Viskositätsklassen und Leistungsanforderungen an das Öl, nicht verstanden.

Kein Markenhersteller kann es sich heute leisten, Öle zu vermarkten, die nicht den aktuellen Anforderungen (API, ACEA, OEMs) zumindestens der letzten Jahre entsprechen. Aber man sollte trotzdem auf dem Etikett genau auf die garantierten Spezifikationen achten.

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