Stimmt es, das es in Afrika wegen dem Klimawandel weniger regnet?

13 Antworten

Afrika ist ein ganzer Kontinent, und hat etliche verschiedene Klimazonen
von Wüste bis Regenwald. Deshalb lässt sich die Frage nicht einfach so
pauschal beantworten.

Generell verdunstet in eh schon trockenen Gebieten durch die globale Erwärmung noch mehr Wasser, was allgemein zu einer weiteren Austrocknung der Flächen führt.

In der Sahel-Zone konnten jetzt gegenüber den heftigen Dürren aus den 50er bis 80er Jahre eine leichte Zunahmen der Regenfälle beobachtet werden; die Ursache dafür ist noch unklar. Es sind Verschiebungen des Monsun wegen eines höheren Temperaturgefälles aufgrund der globalen Erwärmung oder auch erhöhte Verdunstungsraten aus dem Mittelmeer in der Diskussion.

Gleichzeitig sorgt die Erhöhung der Lufttemperatur auch dafür, dass eine größere Wassermenge von der Luft aufgenommen werden kann. Dies bringt dann Gegenden, in denen eh schon viel Regen fällt, noch mehr Regen, Extremwetterlagen und Starkniederschläge.

Im letzten IPCC-Bericht, dem AR5 von 2014 wird darauf auch eingegangen - in der Arbeitsgruppe 2, Impacts, Adaptation, and Vulnerability:

https://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar5/wg2/WGIIAR5-Chap22_FINAL.pdf

Leider auf englisch, aber eben der Stand des gegenwärtigen Wissens zum Klimawandel.

globale Temperaturen, CO2 und Sonneneinstrahlung 1950 bis 2016 - (Physik, Geografie, Wetter)

Die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen, die sich in unserer Zeit durch menschliche Einflüsse (Industrie, Abholzung, Verkehr, Heizungen etc.) ergeben, können zwar generell abgeschätzt werden, zum Beispiel darin, wie schnell sich die globalen mittleren Temperaturen erhöhen werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit (aus meiner Sicht) werden die heute postulierten Ziele (höchstens 2 Grad oder gar höchstens 1.5 Grad Erwärmung gegenüber der "vorindustriellen" Zeit)  nach wenigen Jahrzehnten schon Makulatur sein, und man wird sich um die Frage  "3 oder 4 oder eher noch mehr Grad"  streiten ...

Es ist aber kaum möglich, die genauen klimatischen Veränderungen für einzelne Kontinente oder gar für einzelne Länder detailliert vorauszusehen. Zwar bemühen sich viele Forscher genau um solche Voraussagen - aber entsprechende Berechnungen und Simulationen sind eben wirklich echt schwierig !  Der "Schmetterlings-Effekt" der Chaostheorie lässt grüßen ... 

Typischerweise verteilt sich der Regen hauptsächlich schlecht: Es kommt zu längeren Dürren und mehr Starkregen.

Das ist deshalb dramatisch, weil während einer Dürre Pflanzen eingehen und in Starkregen beschädigt werden (und eingehen) oder komplett weggespült werden. Zudem werden die Böden beschädigt, sodass das Pflanzenwachtum auch in der Zeit zwischen Regen und Dürre deutlich kleiner ausfällt (oder ausbleibt).

So kann dann insbesondere keine Nahrung angebaut werden, denn Nahrung kommt nicht aus dem Supermarkt ;), auch wenn der Niederschlag im jährlichen mittel ähnlich bleibt.

Eine Abnahme des Niederschlags allgemein verschärft dann die Situation.

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