Stimmt diese Aussage über den Wiederaufbau von Deutschland nach dem 2. Weltkrieg?

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9 Antworten

Hierzu müsste ja erst mal geklärt werden, WELCHES Deutschland aufgebaut wurde: Der östliche Teil wurde ja von der russischen Besatzungsmacht hemmungslos ausgeplündert, Viele Maschinen und Fahrzeuge die in den "Bruderstaat" geschafft worden waren, vergammelten dort sinnlos vor sich hin. Beispielweise passten  Loks und Waggons der Reichsbahn wegen der geringeren Spurweite gar nicht zum russischen Breitspur-Gleisnetz.

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Hi,- die Trümmerfrauen-Legende hat ebensowenig mit dem Wiederaufbau Deutschlands zu tun wie die Marshallplan-Legende.

Entscheidend war die Londoner Schuldenkonferenz von 1953, die für Deutschland einen Schuldenschnitt / -erlaß von ca. 50% ergab.

Hier ein kurzer zusammenfassender Beitrag aus dem Tagesspiegel vom 08.07.2015:

"Die Schulden waren immens: Mit 30 Milliarden Mark stand Deutschland Anfang der 1950er Jahre im Ausland in der Kreide. Das Land litt zum einen unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs, den es angezettelt und verloren hatte. Zum anderen ging etwa die Hälfte der Schulden noch zurück auf Kredite, die Deutschland aufgenommen hatte, um Reparationen aus dem Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg zu zahlen.

BundeskanzlerKonrad Adenauer (CDU) und seiner Regierung fehlten die finanziellen Mittel, um die Wirtschaft in Gang zu bringen und den Wiederaufbau des vielfach zerstörten Landes zu schaffen. Ohne zumindest einen Teilerlass der Schulden, so war Adenauer und seinen Wirtschafts- und Finanzexperten klar, würde Deutschland nicht auf die Beine kommen. Die Lösung:

Deutschland suchte gemeinsam mit den Gläubigern - neben den
Westallierten USA, Großbritannien und Frankreich unter anderem die
Schweiz, Schweden, Belgien, die Niederlande, Italien sowie Österreich -
nach einer Regelung, die beide Seiten zufriedenstellte.

Entgegenkommen der Gläubiger

DasErgebnis war nach einigen Vorverhandlungen am 27. Februar 1953 die
Unterzeichnung einer Vereinbarung bei der Londoner Schuldenkonferenz.
Der Banker Hermann Josef Abs, der spätere Chef der Deutschen Bank,
unterschrieb als Leiter der deutschen Delegation ein Dokument, mit dem
die ausländischen Gläubiger Deutschland etwa die Hälfte der Schulden
erließen und zudem weitere Zugeständnisse bei Zinsen, Laufzeiten von
Krediten oder Tilgungsraten machten.

Zwar sind bis heute Fragen und Probleme bei der Tilgung deutscher Schulden aus dem Zweiten Weltkrieg nicht endgültig geklärt, vor allem auch bei Reparationen an Griechenland nicht. Doch hat der Schuldenerlass von London
Deutschland den Schub gegeben, den das Land für den Wiederaufbau und das "Wirtschaftswunder" dringend benötigte. Und vor allem bekam Deutschland durch den Schuldenerlass wieder Zugang zu den internationalen
Finanzmärkten und wurde wieder kreditwürdig."

Gruß

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Nein. Schon grammatikalisch nicht. 

Der Marshall-Plan hat die deutsche WIRTSCHAFT gefördert, die Menschen spielten dabei eine eher geringe Rolle. 

Du kannst den Marshall-Plan übrigens im Volltext online aufrufen und lesen. Frage mich bitte nicht nach dem Link. Ich habe ihn gelesen vor einiger Zeit. In irgendeinem Dokumenten-Archiv. Wenn ich recht erinnere im deutschen. Das gibt es ja. 

Die Erfindung von Trümmerfrauen stammt von deutscher Nachkriegspolitik zur Unterdrückung der Frau. So die Richtung: 

Die armen Frauen - angeblich alle - haben so viel geleistet, nun sollen sie sich ausruhen und ihre Männer lassen. 

Womit dann eben die damalige Regierung wunderbar davon ablenkte, dass sie sich hartnäckig weigerte, bezogen auf Gleichberechtigung dem Grundgesetz Genüge zu tun. 

Wenn ich recht erinnere durften Frauen erst 1978 selbständig darüber entscheiden, ob sie arbeiten gehen, wo und wie lange. Vorher brauchten sie die Erlaubnis des Vaters, Ehemannes oder eines anderen männlichen Anverwandten. 

Um diese Zeit herum wurde ihnen dann auch erst laut Gesetz erlaubt selbständig ein eigenes Konto zu eröffnen. 

Das Grundgesetz aber gibt es seit Mai 1949. Und dieses verbietet seinem Sinn nach die geschilderte Diskriminierung. 

In meinem Kopf meldet sich meine Mutter zu Wort. Sie kam Anfang Mai 1945 in eine zerbombte Stadt. Dahin war sie zu Fuß gegangen. Auf ihrem Weg aus dem Frauen-Konzentrationslager Dannenberg - von Politik als eigenständige Gedenkstätte geschlossen - wurde sie vor allen Dingen von Geschlechtsgenossinnen angegriffen, auch wenn sie nicht mal nach einem Schluck Wasser oder einem Stück Brot gefragt hatte. 

Laut meiner Mutter gab es nur zwei schwere Jahre nach dem Krieg. Was nicht in erster Linie daran lag, dass die Frauen Trümmer beseitigen mussten. Es gab einfach Nichts zu essen. Das war bedeutend schlimmer. 

Der Marshall-Plan interessierte sich mehr für wirtschaftliche Fragen vor allen Dingen bezogen auf Geopolitik, Wiederaufbau eines Gegners Russland - damals UDSSR - nachdem diese Staatsmacht Verbündeter gewesen war. 

Denn die USA wurden nach dem 2. WK als Führungsmacht definiert. Und sind seither davon überzeugt, als Führungsmacht können sie sich nur halten wenn sie Krieg führen. - Entsprechende Äußerungen findest Du auch bei Obama online. - 

Willst Du die Thematik vertiefen gibst Du in die Suchmaske des Browsers einerseits ein

deutsches dokumentenarchiv 

und wählst aus den Angeboten aus. 

Weiter macht es viel Sinn, nach 

sozialgeschichte ab 1945

online zu schauen. Da wirst Du manche interessante Information finden. Allerdings gibt es einige Arbeiten nur in Papierform. Diese lassen sich dann über die Fernleihe entweder über die nächste öffentliche Bibliothek oder über 

Deutsche Staatsbibliothek Berlin

Bayrische Staatsbibliothek München

Badische Landesbibliothek Karlsruhe

beziehen. Allein drei Bibliotheken müssen sogenannte Beleg-Exemplare aller Veröffentlichungen in D kostenlos zugesandt werden. 

Noch abschließend: 

Ob wir ohne Marshall-Plan so schnell unsere Rüstungsindustrie wieder aufgebaut hätten darf hinterfragt werden. Immerhin haben sich die Österreicher damals anders entschieden. Und stehen heute auch nicht gerade schlecht da. 

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Der Marshallplan hat in der Tat unglaublich geholfen und nicht nur Deutschland, sondern ganz Westeuropa, obwohl der Betrag, um den es da ging, gar nicht so hoch war, wenn man die Zahl an Ländern bedenkt und was jedes einzelne bekommen hat.

Und die Trümmerfrauen sind ein liebgewonnener Mythos der Deutschen.

Trümmer mussten fast alle Deutschen räumen, die nicht fest in Lohn und Brot waren, auch Schüler und sogar ehemalige Zwangsarbeiter und auch damals gab es schon schwere Maschinen. Die Trümmerfrauen waren eher ein Berliner-Phänomen, das später ziemlich aufgeblasen wurde, weil es so schön klang.

http://www.deutschlandfunk.de/truemmerfrauen-studie-wer-deutschland-wirklich-vom-schutt.1310.de.html?dram:article_id=311180

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Neulich habe ich eine Doku zu den Trümmnerfrauen gesehen und da wurde klar gezeigt, dass die ganze Geschichte ein Fake ist. Der begann schon während des Krieges als NS-Propganda und wurde nach dem Krieg von einem amerikanischen Regisseur mit Schauspielern in Szene gesetzt. Keine Frau hat freiwillig Trümmer geräumt, die Männer waren genauso beteiligt und letztlich wurden die ganzen Aufräumarbeiten von Firmen erledigt.  

Ursprünglich gab es in den USA den Plan, aus Deutschland ein reines Agrarland zu machen. Als der kalte Krieg aber begann, merkten die Amis, dass ein starkes Deutschland an der Grenze wesentlich schlauer sei, als ein völlig verarmtes. Daher wurde der Marshallplan aufgelegt, um die deutsche Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, hauptsächlich durch Kredite. Das hat auch hervorragend funktioniert, denn daraus entwickelte sich das vielgerühmte deutsche Wirtschaftswunder in den 1950er und 1960er Jahren.

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Kommentar von beamer05
25.03.2017, 11:05

Daher wurde der Marshallplan aufgelegt, um die deutsche Wirtschaft wieder in Gang zu bringen

Nun, es sollte hauptsächlich die europäische Wirtschaft gefördert werden (um Absatzmärkte für US-Waren zu generieren), dabei war Deutchland nur ein kleinerer Teil (Deutlich höhere Förderung erhielten Frankreich, GB und Italien!)

Zudem hatte der Marshall-Plan auch zum Ziel, im aufkommenden kalten Krieg die Westbindung der europäischen Staaten zu festigen.

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Im Wesentlichen stimmt das durchaus. Nicht das die Trümmerfrauen nichts geleistet hätten. Den meisten Schutt hatten aber schon die Zwangsarbeiter und später die Baufirmen aufgeräumt. Ohne den Marschallplan wäre das Wirtschaftswunder in den 50gern so nicht möglich gewesen. Auch ohne die DMark ware es nicht gegangen. Wobei die DMark ja auch eine Erfindung der Amis (CIA) war.Und was noch viel öfters vergessen wird: Die BRD hat stark von der Abwanderung aus der DDR profitiert. Da ging es um Facharbeiter aber auch um Kapital das dem Osten massenhaft flöten ging. Auch die Londoner Schuldenkonferenz war wesentlich, ohne sie wäre der Aufbau, zumindest so schnell, auch nicht möglich gewesen. Nach dem Schuldenschnitt wurde die DMark abgewertet, was die Wirtschaft zusätzlich ankurbelte.

Trotzdem: Aufgebaut haben die Deutschen, Österreicher usw. ihre Länder schon selbst. Die Amis haben aber wesentlich geholfen. Die Angst davor, das die Westeuropäer sich dem Kommunismus zuwenden war da sehr groß.

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Das ist so nicht korrekt. Die Mittel aus dem Marshallplan waren viel zu gering, um Deutschland damit wiederaufzubauen.

Der Marshallplan hatte primär psychologische Bedeutung.

Da Wirtschaft nach einem Wort Ludwig Erhards aber zu 50 Prozent Psychologie ist, darf der Marshallplan trotzdem nicht geringgeachtet werden.


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Die Frage kommt mir bekannt vor, darueber wird gerade  nachgedacht.

Ganz wichtig ist sich einmal die Liste anzusehen.

Da gibt es schon Deutschland und unten als Randnotiz gibt es noch eine sowjetische Besatzungszone. Man koennte es als Witz bezeichnen, es ist aber so gewollt.

Die Truemmerfrauen haben eine herausragende Leistung beim Steineklopfen vollbracht, keine Frage. Sie mussten ja ueberleben, 4 Millionen Maenner sind ja im Krieg gefallen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Marshallplan

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Eine zulässige Aussage.

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