Stimmt die Geschichte, dass der große Stromausfall von New York zu einem Babyboom geführt hat?

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10 Antworten

Dieses Gerücht hört sich sehr gut an, stimmt aber nicht so ganz. Der Stromausfall war im November 1965, so dass neun Monate später, im August 1966 in New York deutlich mehr Kinder geboren sein müssten. Die Geburtenstatistiken ließen aber keine Besonderheiten erkennen. Die New York Times hat vielmehr, nachdem sie sich die Geburten in 2 Krankenhäusern angeschaut hat, diese Geschichte "erfunden".

und ob sie stimmt. Die Geburtenrate als Folge von dem Stromausfall war enorm.

Definitiv nicht! Wissenschaftliche Untersuchungen haben heraus gefunden, dass es zwar in einzelnen Kliniken zu mehr Geburten gekommen ist, dass sich aber insgesamt die Geburtenrate in NY durch den Stromausfall nicht erhöht hat.

Die Story steht deshalb im "Lexikon für populäre Irrtümer": http://tinyurl.com/ak7ckog. Offentsichtlich sind diese Irrtümer auch unglaublich schwer auszurotten, denn obwohl diese Tatsachen seit Ewigkeiten bekannt und das Gerücht wissenschaftlich widerlegt ist, gibt es doch immer wieder Leute, die solche Gerüchte ungeprüft weiter verbreiten.

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Jahre später hat die Stadt New York anhand der Geburtenzahlen diese Legende widerlegt.

Kann ich mir sehr gut Vorstellen,genauso wie in der Winterzeit die meistens Babys gezeugt werden ;o)

Ich meine mal gelesen zu haben , daß diese Geschichte , wie schon von xsonline beschrieben , nicht stimmt . Ich könnte mir auch vorstellen , daß die Menschen bei so einem langen Stromausfall sicherlich erstmal andere Probleme haben , als ins Bett zu springen und Kinder zu zeugen .

Na sicher doch, was würdest du machen, wenn der Strom abends für Stunden weg wäre?

Was WIR machen würden ist die eine Sache :) Die New Yorker haben es aber 1977 vorgezogen, erstmal die halbe Stadt auseinanderzunehmen. Bilanz: 1600 verwüstete und geplünderte Läden, 1000 Feuer, 3700 Festnahmen und 300 Millionen US Dollar Sachschaden. Zu denen hatte sich das mit dem "Make love, not war" wohl noch nicht herumgesprochen.

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Übrigens muss man dafür nicht nach New York gehen. Im Münsterland fiel im Winter 2006 der Strom aufgrund von heftigen Schneefällen für mehrere Tage aus. 9 Monate später hatte man einen Babyboom... wen wunderts?

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Kann ich mir schon vorstellen. Bei uns war´s doch in den Siebzigern durch die Ölkrise genauso....

Selbst wenn sie nicht stimmt, ist es doch eine nette Geschichte und regt vielleicht zum nachmachen an.

Nun ausnahmesweise mal die englische Wikipedia: "It is widely rumored that the birth rate in New York City went up 35% nine months following the blackout in 1977 (suggesting that people had sexual intercourse during the blackout), but this has not been proven and remains an urban legend"

Sprich: Dafür gibt es keine Beweise.

Oh, den 65er hatte ich ja ganz übersehen: "A thriving urban legend arose in the wake of the Northeast Blackout of 1965, in which it is told that a peak in the birthrate of the blackout areas was observed nine months after the incident. The origin of the myth is a series of three articles published in August 1966 in the New York Times, in which interviewed doctors told that they had noticed an increased number of births.

The story was debunked in 1970 by J. Richard Udry, a demographer from the University of North Carolina at Chapel Hill, who did a careful statistical study that found no increase in the birthrate of the affected areas."

Sprich: Nein, es ist erwiesen das es keinen signifikanten Anstig gab

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Und wie sie stimmt. Hier sogar schwarz auf weiß (Dank an Google und die richtige Fragestellung)

http://www.abendblatt.de/daten/2006/03/29/548103.html

Nunja, das Hamburger Abendblatt erscheint im Springer-Verlag, und wenn die ebenso gründlich recherchieren wie ihr großes Schwesterblatt, würd dich darauf nicht viel geben...

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@maltem

Erschwerend kommt hinzu, dass man erst ein Abo abschließen muss, bevor man den Text lesen kann :D Sehr hilfreich!

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