Stimmt die Aussage ansatzweise: Wenn jeder Arbeitgeber die Löhne jedes Angestellten um 2% erhöht, kann jedes Unternehmen als 4% Gewinn zusätzlich machen?

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5 Antworten

nicht mal im Ansatz aber indirekt richtig
Erste Betrachtung wenn Arbeitgeber den Lohn um 2% anheben steigen die Sozialabgaben von AG und AN ebenso sprich der Nettolohn wird sich nur gering verändern dafür muss aber AG mehr Lohnsteuer usw abführen.
Zweite Betrachtung wenn Arbeitgeber mehr Nettolohn haben können sie mehr Geld ausgeben und wenn sie sich was kaufen muß mehr hergestellt werden was dazu führt dass AG mehr Umsatz und Gewinn macht

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Kommentar von berkersheim
25.09.2016, 16:59

Und wie verhalten sich die Preise, wenn die Kosten steigen? Wer sonst zahlt die 2 % mehr? An wem bleiben die Kosten hängen, die erst mal entstehen?

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Kommentar von blueseenInvest
25.09.2016, 17:09

Wenn man die Lohnunkosten um 2% erhöht erhöht sich der Nettolohn um 2% und die Unkosten um 2% . Weil die Lohnunkosten aus beiden besteht. 

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Mathematisch funktioniert das nicht. In der Praxis könnte es aber temporär durchaus dazu kommen, wobei die Kreditaufnahme und die unternehmerischen Investitionen eine wichtige Rolle spielen..

Die Lohnerhöhung bedeutet mehr Einkommen für den Arbeitnehmer, die Rentenkasse (aus der die Rentner bezahlt werden), Arbeitslosenversicherung (für die Arbeitslosen) und Krankenkassen. Vor allem aber erhält der Staat auch mehr Steuern.

Dadurch wird insgesamt mehr Geld ausgegeben (abzgl. Sparquote etwas weniger als die 2%; aber Privatpersonen könnten bei höherem Einkommen eher dazu neigen Kredite für z.B. Haus oder Auto aufzunehmen). Der Konsum und die staatlichen Investitionen steigen.

Da die Unternehem einen Großteil des Geldes von Konsum und staatl. Investitionen wieder zu sich reinholen wollen, müssen sie nun auch selbst Investitionen tätigen und können aber im Gegenzug bei entsprechender Nachfrage dann die Preise erhöhen.

So entsteht ein permanenter Kreislauf, der zwischenzeitig sogar mal zu diesem vermeintlichen Paradoxon führen kann, dass in einem gewissen Zeitraum nach der Gehaltserhöhung die Gewinne der Unternehmen höher steigen als kurz vorher die Löhne. Das gleicht sich später dann wieder aus, wenn die Gehaltserhöhung nocht permanent ist.

Und dabei spielen zudem auch die Bilanzierungen von Krediten eine Rolle. So verschulden sich Unternehmen für z.B. die Anschaffung neuer Maschinen und haben am Ende des Jahres trotzdem einen Gewinn.

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Kommentar von blueseenInvest
25.09.2016, 19:21

Wenn man schon für neue Anlagen investieren muss, dann reden wir vom realen nachhaltigen wachstum. 

Fazit:

Es würde klappen, wenn jedes Unternehmen auf der Welt mitzieht?

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Nein, ich würde sagen diese These ist "verdammt steil" bzw. schlicht und ergreifend falsch.

Wenn ein Unternehmen die Löhne um 2 % erhöht macht es erstmal weniger Gewinn - ceteris paribus . Wieviel hängt davon ab, ob das Unternehmen Lohnintensiv arbeitet oder nicht.

Die Frage ist dann, was die Arbeiter mit dem mehr an Lohn machen. Wenn sie es wieder konsumieren, kann das einen Teil des Gewinnrückganges wieder ausgleichen. Wieviel hängt hauptsächlich von der Gewinnmarge in % des Umsatzes des jeweiligen Unternehmens ab.

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Nö, das passt nicht.

Den Arbeitnehmern stünden dann nach Abzug von Steuern und Sozialleistungen etwa 1% mehr an Einkommen zur Verfügung, die verkonsumiert werden könnten. Wenn alles verkonsumiert und nicht gespart wird, müssten die Unternehmensumsätze ansteigen. Wenn aber auch noch der Gewinn um vier Prozent ansteigen soll, müssen die Umsatzsteigerung deutlich über 1%. Bei einer Gewinnmarge von 50% müsste der Umsatz um 8% steigen. Das ginge nur, wenn die Konsumquote vorher sehr niedrig war und sich das 1% Gehaltssteigerung mit einer Faktor 8 im Konsum niederschlägt.

Also alles sehr theoretisch. Ist möglich, aber sehr unwahrscheinlich.

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Kommentar von blueseenInvest
25.09.2016, 17:15

Kannst du mir das mal in einer Gleichung erläutern. Ich finden zu deinen Sätzen kein rechenintensive Bezug zueinander.

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Wenn jedes Unternehmen 2% mehr Gehälter auszahlt (worauf dann auch noch Steuern und Abgaben kommen), soll jedes Unternehmen 4% mehr Gewinn machen? 
... Was ist hier die Logik? Wenn alle Beschäftigten durchweg 2% mehr hätten, wieso würden sie nun soviel mehr konsumieren das der Umsatz so stark ansteigt das alle Unternehmen 4% Gewinn mehr machen würden?

Sicherlich würde das die Konjunktur beflügeln und positive wirtschaftliche Effekte haben. Aber woher die Zahl kommt..

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Kommentar von blueseenInvest
25.09.2016, 16:56

Nun weil die Unkosten pro verkauften Gut nicht nur aus Lohn und dessen Nebenkosten bestehen. Wenn im Schnitt die Lohnkosten 50% des Umsatz sind, dann kosten 2% mehr 1% im pro Stück Umsatz. 

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