Stimmt der Kreislauf Liebe-Verlassen-Ohnmacht-Hass?

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4 Antworten

Liebe Fayette,

Ich finde Deine Darstellung lebensnah und überzeugend. Daher nur ein paar kleine Anmerkungen:

Ich finde es ok., wenn im "Philosophie"-Unterricht solche Aufgaben gestellt werden, auch wenn nur einige der Schüler_innen dazu eigene Erfahrungen werden beitragen können. Aber weil es eben nur einige sind und andere nicht, wäre es in meinen Augen nicht ok, einen solchen Beitrag zu bewerten - jedenfalls nicht mehr als irgendeinen anderen mündlichen Beitrag. Ich denke, dass Euer "Philosophie"-Unterricht so zu verstehen ist wie in Niedersachsen der "Werte und Normen"-Unterricht. 

Die übliche Erfahrung von Schüler_inne_n  in Deinem Alter ist die "Verliebtheit". Sie ist bekanntlich ein vorübergehender Zustand, und das wissen meist auch die Verliebten. Nach eigenen Aussagen von 15- oder 16-jährigen Schüler_inne_n ist die durchschnittliche "Haltbarkeit" von Beziehungen in diesem Alter kaum länger als drei Monate. Dass sie hinterher in das umschlagen, was "Hass" genannt zu werden verdient, ist wirklich sehr ungewöhnlich.

Das, was nach einer ungewollten Trennung normalerweise üblich bleibt, ist zum Einen ein Rest von Liebe und zum Anderen ein gewisser Groll, durch den die verlassene Person diesen Rest kompensiert (aufwägt),  Er muss sein, damit sie sich aus der Beziehung lösen kann. Wahrscheinlich ist es so, dass der Groll desto größer sein muss, je mehr Liebe noch übrig ist. In Extremfällen entsteht aus diesem Gemisch dasjenige, was man "Hassliebe" nennt.

Hassliebe und Hass sind nicht wirklich dasselbe. Es kann allerdings passieren, dass die hassliebende Person den Anteil an Liebe, der noch über ist, ins Unbewusste verdrängt und nur der Anteil "Hass" an diesem Gemisch bewusst bleibt. Der eigentlich wirksame Anteil des Gemisches ist aber der  verdrängte, die immer noch vorhandene Liebe. Beim Hass im eigentlichen Sinne fehlt er.

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Hey Fayette22,

Ich habe mir bis gerade eben noch nie wirklich Gedanken über speziell dieses Thema Gedanken gemacht. Allerdings halte ich deine  Antwort für überaus einleuchtend. Ich denke, dass (Vor allem da es sich um das Fach Philosophie handelt ) es hierzu keine falschen Antworten gibt, solange sie richtig begründet sind und das hast du meiner Meinung nach sehr gut hinbekommen .

LG Itsagirl100

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Kommentar von Itsagirl100
25.08.2016, 14:20

Außerdem denke ich, dass es okay ist, 17 jährigen solche Fragen stellt, solange man nach dem :2es gibt kein richtig oder falsch" -Philosophie Prinzip verfährt.

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Krass... Aber könnte hinhauen.. Gibt einige Beispiele mit denen man es beschreiben oder versuchen zu erklären soll.. Aber ich würde dir so zu stimme, lasse ich gelten 👏🏽

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Haha, ja, das wäre ein gutes Thema: woher sollen WIR das wissen? Also ich für meinen Teil kenne das nicht, dass Hass aus zerbrochener Beziehung resultiert. Ich kenne selbstverständlich das Ohnmachtsgefühl, aber schon da liegt der Irrtum, denn man ist nicht ohnmächtig, man hat vielleicht gerade nur keinen Zugang zu den Energieressourcen, mit denen man die Macht zurückerlangt, weil man sich in etwas verrent, was gar nicht guttut. Hat man aber wieder das Wesentliche im Blick, empfindet man keinen Hass, sondern wieder LIEBE. Ich kann der Theorie also nicht zustimmen, nein. Ich kenne auch niemanden, der seine(n) Ex hasst.

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