Stimmt es, dass die Bibel von Juden für Juden geschrieben worden ist? Siehe Bild

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13 Antworten

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Stimmt das? Dass die Bibel von Juden für Juden geschrieben worden ist? siehe Bild

Nein, das stimmt so nicht. Selbst die Schreiber des Alten Testaments waren überwiegend keine Juden, keine Angehörigen des Stammes Juda, wenn man den Verfasser der Schrift des "Bildes" wörtlich nimmt. So war schon Mose aus dem Stamm Levi, Josua vom Stamm Ephraim, Samuel war wieder Levit. Von den Schreibern des NT war keiner vom Stamm Juda.

Der Apostel Paulus schreibt zwar im Römerbrief:

Röm 3,2 Nun, die Juden haben den anderen Menschen in jeder Hinsicht viel voraus. Vor allem ist es das eine, dass Gott ihnen seine Worte anvertraut hat.

Die Bezeichnung "Juden" wird in der Bibel jedoch nicht vor dem Fall des Zehnstämmereiches Israel gebraucht. Das Südreich wurde Juda genannt, und das Volk bezeichnete man als die Söhne Judas oder die Söhne des Stammes Juda. Der erste, der die Bezeichnung „Juden“ benutzte, war der Schreiber des Buches der Könige, zweifellos Jeremia, der 647 v. u. Z. mit seiner prophetischen Tätigkeit begann. (Siehe 2Kö 16:6; 25:25.) 

Nach dem Exil traf diese Bezeichnung auf jeden zurückgekehrten Israeliten zu (Esr 4:12; 6:7; Ne 1:2; 5:17), und schließlich nannte man alle Hebräer in der ganzen Welt so, um sie von den Heidennationen zu unterscheiden (Est 3:6; 9:20)

Auch die Aussage, die Bibel, oder auch nur das AT sei ausschließlich für die "Juden" geschrieben, widerspricht der Apostel Petrus in 1Pet 1 an seine christlichen Brüder aus den nichtjüdischen Nationen:

10 Im Hinblick auf diese Rettung 11 suchten und forschten Propheten, die über die an euch erwiesene Gnade weissagten.11 Sie forschten, auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete, als er die Leiden, die auf Christus kommen sollten, und die Herrlichkeiten danach vorher bezeugte.12 Ihnen wurde es offenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten im Blick auf das, was euch jetzt verkündet worden ist durch die, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, in welche Dinge Engel hineinzuschauen begehren.

Ich denke, dass mit "Juden" hier weniger "Angehörige des Stammes Yehuda" gemeint ist, sondern dass man diesen Terminus hier etwas allgemeiner auffasst, als "Israeliten". Und ja, die Bibel wurde von Juden für Juden aufgeschrieben.

übrigens erachten die Christen die Anweisungen der Bibel ja auch gar nicht als bindend. Oder wirst du von heute abend bis in nächsten Samstag nacht kein Krümelchen Brot essen?

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@Accountowner08

In dem Bild wird es besonders betont: dem Volk Juda (nicht Israel). Deshalb habe ich die Antwort so verfasst.

Der Bericht über die Erschaffung der Welt, die Sintflut, den Turmbau zu Babel und die darauf folgende Vielfalt der Sprachen ist nicht speziell für die Juden gedachtBundes gesegnet werden.

Wer sollte mittels des abrahamischen Bundes gesegnet werden?Etwa nur die Juden? Nein! alle Nationen der Erde.

Ebenso verhält es sich mit dem davidischen Bund.  

Einzig der mosaische Bund wurde von Gott allein mit dem Volk Israel geschlossen. Deshalb brauche ich mich an die etwa 600

Gebote, Verbote, Gesetze und Vorschriften auch nicht zu halten, kann aber trotzdem Nutzen daraus ziehen, da sie, wie auch alle Teile des AT, die Geschichtsbücher, die Psalmen, Sprüche, Hiob, die Propheten ,überhaupt alles in der heiligen Schrift, in erster Linie dem geistigen Israel, dem Israel Gottes zugedacht ist, nicht denen, die nach dem Fleisch Juden sind.

Petrus wendet alle Verheißungen aus dem AT auf dieses Israel Gottes, die Versammlung wahrer, geistgesalbter Christen an, lies

1Pet 2,4-10

Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar.

 

Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

 

Darum steht in der Schrift (Jesaja 28,16): »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.«

 

Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die Ungläubigen aber ist »der Stein, den die Bauleute verworfen haben und der zum Eckstein geworden ist,

 

ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses« (Psalm 118,22; Jesaja 8,14); sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind.

 

9 Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums

, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;

 

10 die ihr einst »nicht ein Volk« wart, nun aber »Gottes Volk« seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid (Hosea 2,25).

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Die Aussage im Bild zu deiner Frage stimmt so nicht.

Die Bibel besteht aus zwei Teilen, dem alten Testament und dem neuen Testament.

Das alte Testament stellt wesentliche Grundzüge Gottes dar und nennt auch seinen Namen (Jahwe = "Ich bin der ich bin" oder kurz "Ich bin da"), und es erzählt die Geschichte Gottes mit seinem auserwählten Volk Israel. Es wurde von Juden für Juden geschrieben (in Hebräisch). Bei den Juden heißt es "Tanach".

Das neue Testament erzählt von Jesus und seiner Bedeutung als Sohn Gottes und von seiner Bedeutung als Erlöser und Zugang zu Gott für alle Menschen (nicht mehr nur für Juden). Es wurde für alle Menschen geschrieben (in Griechisch).

Für Christen ist das neue Testament die maßgebliche Grundlage des Glaubens. Aber da es auf Aussagen des alten Testamentes aufbaut, ist auch das alte Testament für Christen wichtig. Deshalb umfasst die Bibel auch beides.

Dass die Torah für Judah und nicht für Israel war kann ich nicht bestätigen. Dass der Tanach (das, was die Christen "altes Testament" nennen) von Israeliten aufgeschrieben wurde und für Israeliten bestimmt war, das stimmt.

Die Juden sind auch die einzigen, die die Gesetze der Torah als relevant betrachten. z.B. ist laut Torah verboten, Crevetten zu essen. Christen halten sich nicht daran... Juden (wenn sie ihre Religion wirkllich praktizieren) schon.

Der Text ist so nicht ganz richtig. Man sollte erwähnen, dass Juda und Israel lediglich zwei unterschiedliche Reiche waren, die aber die selbe Religion (Jugentum) und damit den selben Gott (Jahwe) hatten.

Die Thora (Weisung) ist allerdrings nur ein Teil der jüdischen Bibel. Die komplette jüdische Bibel (Tenach; TNK(jüdische Schreibweise)) besteht allerdings aus T=Thora (Weisung--> 1. -5- Buch Mose), N = Nebiim (Schriften) und K = Ketubim (Propheten). Der jüdische TNK ist (auch gleichzeitig) der erste Teil der christlichen Bibel (also altes Testamnt)

Die christliche Bibel besteht aber noch aus einem 2. Teil. Dem neuen Testament, welches im Judentum überhaupt nicht vor kommt.

Man kann also nicht, wie in dem Text gesagt wird, Tenach und Bibel in einen Topf schmeißen. Der TNK das Buh der Juden, die Bibel das Buch der Christen.

jein.  

das alte testament (und somit auch die 10 gebote) entstand im judentum, als es noch gar keine christen gab.

die christen und später die muslime haben die erzählungen des alten testaments übernommen, da sich beide gruppen mehr oder weniger aus dem judentum entwickelt haben.

das neue testament wurde dann von denen verfasst, die jesus als sohn gottes betrachteten, also jene splittergruppe, die sich später christen nannte.

die juden hingegen sahen in jesus nicht den sohn gottes, hatten also keinen grund, das neue testament in ihre tora aufzunehmen.

die moslems sahen dann später in jesus einen von vielen propheten, somit ist seine lebensgeschichte auch teil der heiligen schriften im islam.  

der vergleich mit dem lagerfeuer hinkt. es wäre eher so:  

4 juden sitzen am lagerfeuer. sie haben jeder eine ausgabe des alten testaments. einer von ihnen steht auf und sagt: ich bin mit euren ansichten nicht einverstanden, also gründe ich auf der basis unserer 10 gebote eine neue religion und ergänze das ganze noch ein wenig. ein anderer steht auf und sagt: ich bin auch nicht einverstanden, also gründe ich auch meine religion, nehme aber die guten sachen in meinem buch mit. die beiden anderen juden bleiben sitzen mit ihrem alten testament.

es wäre eher so:

Was Muslime angeht, war es doch eher so: dann kommt ein Araber und sagt: ich bin auch ein Prophet, und erzählt als Beweis ein paar Dinge aus dem Tenakh. Daraufhin verlässt ein Jude das Lagerfeuer und schließt sich dem Araber an.

Während in der christlichen Bibel selbstverständlich der Tenakh als AT enthalten ist, wirst du im Qor'an vergeblich nach biblischen Büchern suchen.

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@helmutwk

ja, das stimmt.

dennoch gelten die propheten des alten testaments auch im islam als propheten allahs. somit erkennt der islam das alte testament als heilige schrift an.

der koran enthält nur, was mohammed gesagt hat also quasi die letzten und heiligsten schriften.

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@Kn4ll3r

er hätte natürlich auch das alte testament noch mal komplett abschreiben können aber das wär bestimmt kein kassenschlager geworden.

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@Kn4ll3r

somit erkennt der islam das alte testament als heilige schrift an.

Nein. Er erkennt bestimmte Schriften als Heilige Schrift an, die aber gemäß dem Glauben der Muslime verschollen bzw. von den Juden und Christen verfälscht worden sind. Das real existierende AT wird nicht anerkannt.

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@helmutwk

richtig. die urform ist verschollen - vermutlich hat es sie nie gegeben.
die juden und christen haben sie rekonstruiert, so dass man sie lesen und analysieren kann. dass dies natürlich nicht mit der urform übereinstimmt, ist logisch und allgemein bekannt. ein nötiges offset.
das gleiche haben übrigens auch die gebrüder grimm gemacht - nur mit anderen geschichten... und später.

dass sich die moslems weigern, die subjektiv verfasste neuform anzuerkennen ist auch völlig verständlich. die geschichten an sich werden akzeptiert, nur blöd, dass es im islam weder ein original (dass es wohl nie gab) noch eine aus islamischer sicht rekonstruierte form gibt. somit beschränkt sich das wissen über die geschichten nur auf die bruchstücke, die im koran stehen.
letztendlich sind alle drei abrahamitische religionen und beziehen sich auf die selben geschichten. in welcher version ist im grunde egal. die genaue version braucht man nur, wenn man wortklauberei betreiben will. und wortklauberei ist völlig sinnlos bei jahrtausende alten geschichten, die aus vielen verschiedenen quellen über unzählöige generationen und in verschiedensten sprachen überliefert wurden.

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@Kn4ll3r

richtig. die urform ist verschollen - vermutlich hat es sie nie gegeben.

Eine Urform hat es per Definition gegeben. Die Evangelisten haben Evangelien geschrieben, die Apostel Briefe, etc. ... das war jeweils die Urform. Und beim NT sind wir mit den ältesten Manuskripten so nahe dran, dass die Unterschiede zwischen der textkritisch rekonstruierten Fassung und der Urform vernachlässigt werden können.

dass sich die moslems weigern, die subjektiv verfasste neuform anzuerkennen

"Subjetiv verfasst Neuform" ist das Produkt deiner Fantasie.

und wortklauberei ist völlig sinnlos bei jahrtausende alten geschichten, die aus vielen verschiedenen quellen über unzählöige generationen und in verschiedensten sprachen überliefert wurden.

Dann informier dich mal. Zwischen Tod und Auferstehung Jesu und den ältesten Büchern des NTs liegen gerade mal ca. 20 Jahre.

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@Kn4ll3r

Wieso nicht? Was den Vorwurf der Verfälschung angeht, wird der von Muslimen für AT und NT gleichermaßen erhoben.

Und wenn das NT stimmt: Nun, es bestätigt das AT in seiner heutigen Form. Direkt in Form der Zitate aus dem AT im NT, indirekt, weil wir aus Handschriftenfunden wissen, dass das AT damals genauso aussah wie heute, und das NT auch keine zwei Versionen o.ä. kennt.

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