Stimmt das eigentlich, dass man nicht zur Kommunion gehen darf, wenn man irgendwie ein Schuldgefühl oder schlechtes Gewissen hat?

7 Antworten

Stelle Dir die Frage mal so:

„Sind Gott Rituale wichtiger, als ein gutes persönliches Verhältnis zu Gott?“

Die Kommunion ist ein Ritual, dem man besondere Kraft zuspricht, da sich während der Eucharistie angeblich das gereichte Brot in Jesu Leib verwandelt und der Wein in sein Blut.

Kann das aber sein?

Dann würde Jesus gegen Gesetze seines Vaters verstoßen, der das Essen von Menschenfleisch und von Blut verbot. Deshalb kommen Gelehrte zu dem Schluss, dass Jesus nicht sagte: „das Brot IST mein Leib“ / „der Wein IST mein Blut“.

Das Griechisch-Deutsche Wörterbuch von Walter Bauer, 1971, Spalte 443 gibt den entsprechenden Ausdruck mit „dies BEDEUTET ...“ wieder.

In der Christian’s Bible—New Testament (George LeFevre) werden diese Ausdrücke wie folgt wiedergegeben: „Dies repräsentiert meinen Leib“, „Dies repräsentiert mein Blut“.

Jesus hat demnach das Essen und Trinken in übertragenem Sinne gemeint, nämlich in dem Sinne, daß man an den Wert seines vollkommenen menschlichen Opfers glaubt:

„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe.“ (Joh. 3:16)

An anderer Stelle sprach Jesus vom „Wasser des Lebens“ — das war NICHT sein Blut und rettet trotzdem:

„Wer auch immer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben will, der wird überhaupt nie durstig werden, sondern das Wasser, das ich ihm geben will, wird in ihm zu einer Wasserquelle werden, die hervorsprudelt, um ewiges Leben zu vermitteln.“ (Joh. 4:14)

In Joh. 6:35 spricht Jesus vom „Brot des Lebens“:

„Jesus sprach zu ihnen: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird überhaupt nicht hungrig werden, und wer Glauben an mich ausübt, wird überhaupt nie durstig werden.“

Damit meint Jesus nicht, dass wir ihn essen (oder trinken) müssen, sondern — wie er im Vers 40 weiter sagt — dass wir an den Wert seines Loskaufsopfers GLAUBEN müssen:

„Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und Glauben an ihn ausübt, ewiges Leben habe, und ich will ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen.“

Der Text aus Jakobus 5:14-16 sagt, was nötig ist, wenn wir schwere Sünden begangen haben:

„Ist jemand unter euch krank? Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu [sich], und siesie mögen über ihm beten und [ihn] im Namen Jehovas mit Öl einreiben. Und das Gebet des Glaubens wird dem sich nicht wohl Fühlenden zum Heil sein, und Jehova wird ihn aufrichten. Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander offen eure Sünden, und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Das Flehen eines Gerechten hat, wenn es wirksam ist, viel Kraft.“ (NWÜ)

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Musst Du wegen täglicher Sünden dauernd zu jemand in Deiner Gemeinde hinlaufen und sie bekennen? Schau mal, was Gott wirklich von uns wünscht:

„Meine Sünde habe ich DIR [Gott] schließlich bekannt, und mein Vergehen habe ich nicht zugedeckt. Ich sagte: „Ich werde meine Übertretungen Jehova bekennen.“ Und du selbst hast das durch meine Sünden [verursachte] Vergehen verziehen.“ (Psalm 32:5)

Damit ist keine Eucharistie-Feier oder Kommunion gemeint, sondern das vertrauliche Gespräch / Gebet mit Gott.

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Auf der Suche nach Spiritualität gehen Religionen verschiedene Wege. Der Evangelikale besucht eine „Erweckungsversammlung“. Der Katholik geht zur Kommunion. Der Buddhist sucht Erleuchtung durch Meditation. Der Hindu versucht, durch Selbstverleugnung vom Kreislauf der Wiedergeburt erlöst zu werden.

Andere suchen allein durch Glauben Erlösung — ohne Bindung an eine Kirche. Wieder andere sind mit Frieden und einem Sinn im Leben zufrieden.

Ist alles nur eine Frage des persönlichen Geschmacks? Oder ist die Form der Anbetung richtig, in die ich hineingeboren wurde?

Paulus schrieb: „Ein physischer Mensch ... nimmt die Dinge des Geistes Gottes nicht an, denn sie sind ihm Torheit.“ Ein Geistesmensch dagegen würde „Christi Sinn“ haben (1. Kor. 2:14-16).

Wer „Christi Sinn“ hat, hat „die gleiche Gesinnung . . ., die Christus Jesus hatte“ (Rö. 15:5; Phil. 2:5). Dann folgt man auch seinen Fußstapfen und seinen Lehren (1. Pet. 2:21; 4:1). 

Und die findest Du in der Bibel. Sei also ermuntert, Dich statt mit Traditionen eher mit der Bibel zu befassen.

Ich finde schon, dass es möglich ist zu wissen wann man eine Sünde begangen hat und wann nicht. Eine Sünde, die man mit einer bewussten Entscheidung getan hat, obwohl man wusste dass man damit gegen den Willen Gottes handelt, ist wohl eine Sünde, die einem klar ist und je nachdem um was es sich handelt wird man entscheiden müssen, ob es eine schwere Sünde ist, die einer Beichte bedarf, oder eine läßliche Sünde, wo eine Beichte nicht nötig ist. Läßliche Sünden begeht man ja doch leider relativ häufig, von einem Sonntag zum nächsten kann da leider doch so einiges auflaufen. Aber nicht zur Kommunion zu gehen, würde ich nur machen, wenn ich mir ganz sicher bewusst bin eine schwere Sünde begangen zu haben und keine Möglichkeit habe davor die Beichte zu empfangen. Bei jeder anderen Sünde oder auch nur der Unsicherheit durch ein "schlechtes Gefühl" bitte ich Jesus vor der Kommunion um Vergebung, bitte ihn um Führung und um seine Gnade um ihn in rechter Weise in der Kommunion empfangen zu können. Ich vertraue einfach auf die Liebe und Gnade Gottes und damit auch auf seine Bereitschaft mir zu vergeben. Ich will damit nicht Sünden verharmlosen, ich denke nur es ist nicht zuträglich für die Beziehung zu Gott zu sehr ins Grübeln darüber zu verfallen, ob man jetzt gesündigt hat oder nicht und jedes Gefühl darüber zu zerpflücken. Jeder von uns ist ein Sünder darüber muss man sich klar sein, aber sich daran aufzuhängen und stehen zu bleiben bringt auch nichts. Das kann einen davon abhalten sich darauf zu konzentrieren nach Gottes Willen in seinem Alltag zu suchen und zu versuchen ihn zu tun, weil man immer nur darüber nachdenkt was man wieder falsch gemacht hat, das zieht einen nur runter, und ja ich denke man kann dann sehr wohl auch skrupulant werden. Nicht zu sehr um sich selbst kreisen und mehr auf Gott vertrauen finde ich da eine bessere Herangehensweise.

Läßliche Sünden werden ja durch den Empfang der Eucharistie vergeben. Da wärst Du also gerade richtig.

Wo genau die Grenze zwischen läßlichen und schweren Sünden verläuft, ist nicht ganz scharf. In einer wichtigen Sache, aus freiem Willen, in vollem Bewußtsein....

Aber ich finde es gut, wenn sich Leute Gedanken machen. 90% der Kirchgänger stellen sich wahrscheinlich ohne großartiges Nachdenken in die Kommunionschlange - und nicht selten bin ich schon gefragt worden, warum ich nicht hingehe, wenn ich mal nicht hingehe.

Ich habe mir - allerdings erst seit kurzem - angewöhnt, nicht bei jeder Messe nach vorn zu latschen, sondern mich spirituell drauf vorzubereiten. Und mir vorher zu überlegen, welche leichten Sünden ich seit der letzten Kommunion auf dem Kerbholz habe.

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