Steuerzahlung für einen Verstorbenen

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6 Antworten

Das Finanzamt muss die Vorauszahlungen für das laufende Jahr immer automatisch auf der Grundlage des Steuerbescheides für den letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum festsetzen (§ 37 Abs. 3 Satz 2 EStG). D.h. das Gesetz unterstellt automatisch, dass im laufenden Jahr dieselben Einkünfte vorliegen wie im vorangegangenen. Woher soll das Gesetz auch etwas anderes wissen, es kann ja nicht lesen.

Also muss man es dem Fiskus mitteilen, wenn sich Veränderungen ergeben haben. Diese Veränderungen bestehen nicht allein in dem Tod des Steuerpflichtigen, sondern auch in der Höhe seiner Einkünfte. Sofern diese also im laufenden Jahr nicht mehr in derselben Höhe wie im vorangegangenen Jahr angefallen sind, besteht die Möglichkeit, die Herabsetzung der festgesetzten Vorauszahlungen - ggf. bis auf Null - zu beantragen (§ 37 Abs. 3 Satz 3 EStG).

Und genau diesen Antrag solltest du namens deines verstorbenen Vaters stellen.

emily2001 26.08.2012, 18:34

Sehr gute und ausführliche Antwort !

DH !

Emmy

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Hallo,

könnte es sein, daß dein Vater vergessen hat, sein Gewerbe abzumelden ?

Das würde den Schlammassel erklären...

Schau noch mal rein in den Papieren, was alles noch zu tun wäre...

Wenn du entsprechende Papiere findest, mit der Gewerbeabmeldung, dann kannst du damit zum Finanzamt gehen und denen es zeigen...

Viel Erfolg ! Emmy

Ich hätte schon den Abschlag für das 2. Quartal nicht gezahlt und der Aufforderung widersprochen, a) dass das Gewerbe seit Januar 2012 nicht mehr existiert und b) wegen Tod deines Vaters.

Wenn dein Vater nicht gerade eine sehr hohe Rente bezogen hat und dadurch ggf. steuerpflichtig wird, solltest du dem FA schriftlich mitteilen und belegen welche Einkünfte dein Vater bis zu seinem Tod hatte und die Zahlungen zurückfordern.

Ansonsten lass das den StB klären.

Ruf beim Finanzamt an und klär das. Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß Steuerabschläge gefordert werden können, wenn gar kein Grund dafür mehr vorliegt. Ich denke eher, Du wirst die Überzahlung ans Finanzamt für die ersten beiden Quartale zurück bekommen. Das Finanzamt geht wahrscheinlich davon aus, daß Du die Geschäfte weiter führst.

geh mit diesem schreiben auch mal zum steuerberater, daß kann doch nicht sein. warum sollst du für den verstorbenen vater noch steuern bezahlen. oft sind diese zahlungsaufforderungen selbstläufer, der computer schickt die raus. oder ruf auf dem FA an.haben die schon eine sterbeurkunde erhalten?

Oralphabet 26.08.2012, 10:44

Klar haben sie das. Schließlich schreiben sie schon selber:

"für den verstorbenen" [Name meines Vater]

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lass das deinen steuerberater regeln.

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