Steuerpflichtig in Deutschland?

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1 Antwort

Grundsätzlich bist Du als "natürliche" Person unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, sofern Du in Deutschland einen Wohnsitz hast. Die unbeschränkte Steuerpflicht beginnt bei Zuzug oder Geburt und endet grundsätzlich bei Wegzug ins Ausland oder Tod. Dass Du von Deiner Steuerpflicht noch nichts gespürt hast, dürfte daran liegen, dass Du vielleicht bisher keine Einkünfte hattest.

Spätestens wenn Du aus Deinen Aktien Einkünfte (Dividenden) hast oder innerhalb eines Jahres wieder verkaufst, spürst Du Deine Steuerpflicht in Form der Abgeltungssteuer bzw Abgabe einer Einkommensteuererklärung, wenn Du nicht schon vorher in Form von einem Arbeitsverhältnisses oder einer selbst. Tätigkeit mit der Einkommensteuer ganz direkt in Berührung gekommen bist.

"und endet bei ... Tod."
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Ohne diesen falschen Schlenker wäre das eine perfekte Antwort. Der Tod beendet nicht die Steuerpflicht, da die Steuerpflicht auf das Kalenderjahr abstellt. Nur bei denen, die am 31. Dezember sterben, würde das zutreffen.
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Wenn du mal für einen Verstorbenen die Einkommensteuererklärung machen musst, weißt du, was ich meine.

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@EnnoBecker

Die Steuerpflicht endet bei.... Tod

Sorry, aber obwohl du selten falsch liegst, verwechselst du da was.

Es stimmt, dass die Einkommensteuer eine Jahressteuer ist, aber das ist unabhängig von der Steuerpflicht!

Lies nochmal genau §1(1)S1 EStG, da steht nichts von "aufs Kalenderjahr" abstellen. Die Tatbestandsmerkmale sind: natürliche Person, Wohnsitz oder ständiger Aufenthalt, Inland... Bei Tod handelt es sich um keine natürliche Person mehr!

Ist zB eine Person, die heute geboren wird, was ja nur der Umkehrfall zum Tod ist, das ganze Jahr steuerpflichtig?

Ne Steuererklärung von einem bereits verstorbenen hab ich auch schon gesehen, nebst einheitlich und gesonderter Erklärung der Erben ab Todestag!!!

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@chrisaero

Da würde ja nicht nur ich, sondern auch das FA irren, für das ich bereits EStE für Verstorbene angefertigt habe :-)
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Aber sortieren wir mal....
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§ 1 (1) Satz 1 ist ja korrekt. Aber du musst natürlich auch sehen, dass der Zustand, der dort beschrieben wird, an mindestens einem Tag im Jahr bestanden hat, wenn jemand stirbt. Damit ist derjenige bis zu diesem Tag unbeschränkt steuerpflichtig.
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So, und jetzt kommt die Schere zwischen Einkommensteuer und Erbschaftsteuer. Wenn du mal einen vermögenden Verstorbenen und dessen Erben steuerlich zu vertreten hast, dann mach dir am besten zwei Excel-Tabellen.
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Einkommensteuerlich gilt § 11. Alles, was bis zum Tod zu- oder abgeflossen ist, ist dem Verstorbenen zuzurechnen. Erbschaftsteuerlich gibt es keine Zufluss-/Abflussregel, dafür aber Ansprüche.
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Beispiel:
Zinsen werden am 31.12. gutgeschrieben und sie entstehen da auch. Sie sind also einkommensteuerrechtlich den Erben zuzurechnen (StBerGebVO durchsuchen für Honorar für G+E...).
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Erbschaftsteuerlich hat der Erblasser aber schon einen Anteil an den Zinsen erwirtschaftet, und dieser Anteil geht in die steuerliche Bemessungsgrundlage ein.
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So, bis jetzt war es einfach. Nun hast du aber eine Verstorbene, deren Mann im Jahr 2006 vorverstarb. Einkommensteuererklärungen haben beide seit 2000 nicht abgegeben, obwohl sie müssten (KAP). Für 2004 ist die getrennte Veranlagung günstiger, und der Testamentsvollstrecker der Frau beantragt diese.
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WER unterschreibt rechtswirksam die EStE 2004 des in 2006 verstorbenen Mannes?
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Na? Na?
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Wenn du es nicht weißt - mach dir keine Sorgen: Ich weiß es auch nicht.

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@EnnoBecker

Hattest du nicht Zweifel an meiner Aussage, dass ie ungeschr. ESt-Pflicht u. a bei Tod endet?? Aber was hat die ESt mit der ErbSt zu tun???? Warum diese Ratschläge in punkto Exeltabellen??? Scheint zwar nett gemeint zu sein, aber deine Sorgen sind unbegründet.... Also: Warum der Themawechsel?

Zurück zum Thema. Lies §1(1) S1 EStG durch! Bei Tod gibt es keine "natürliche" Person gem §1 BGB mehr. Mit Tod besteht auch kein Wohnsitz/ständiger Aufenthalt iSd §§ 8+9AO mehr

Im Todesjahr versteuert der Tote die Einkünfte bis zu seinem Tod. Danach versteuern die Einkünfte die Gesamtrechtsnachfolger §1922BGB. Warum???? Weil die Steuerpflicht bei Tod endet!!! Hast Du übrigens mit Deinem Zinsbeispiel wunderbar erläutert!!! :-)

Wer die Steuererklärungen für den Toten abgibt, ist ne ganz andere Schublade. Klar, kann der Verstorbene das nicht mehr selbst erledigen. Das müssen ebenfalls die GRNF erledigen, da diese in die Rechtsposition des Toten treten. Also für den Verstorbenen sind die offenen EInkommensteuererklärungen mit den Einkünften bis zum Tod von den GRNFn abzugeben und auch zu unterschreiben. Unterschreiben kann auch der Testamentsvollstrecker, da er nur der Bevollmächtigte der Erben ist. Ab Todestag haben die GRN eine einheitl und ges. Feststellungserklärung für die Erbengemeinschaft abzugeben (mit den EK ab Todestag). Sofern nur 1 Erbe da ist, hat dieser die EK ab Todestag in seiner ESt zu erklären... Das ist allgemeines Recht (BGB-Recht) und hat insofern mit dem Steuerrecht nichts zu tun.

Zu deiner Frage wer die StE 2004 für den Mann unterschreibt ist die Antwort recht kurz. Es sind die GRNer, also die Erben des Mannes.

War das die jetzt verstorbene Frau bzw war sie Miterbin, kann sie ja nicht mehr die ESt des Mannes unterschreiben. Es unterschreiben also die Erben der jetzt verstorbenen Ehefrau entweder allein (sofern die EF Alleinerbin des Mannes war) bzw zusammen mit weiteren Erben des verst. EM.

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@chrisaero

Wenn wir jetzt noch Steuerpflicht und Erklärungspflicht sauber trennen (anscheinend muss das besonders ich tun), stehen wir auf derselben Seite.

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@EnnoBecker

Warum immer wieder neue Fässer??? Ist deine Schwachstelle, dass du nen Fehler nicht zugeben kannst und deshalb versuchst vom Thema immer wieder durch Nebenschauplätze wie Erbst oder Erklärungspflicht abzulenken? ESt-Pflicht endet bei Tod Der Erklärungspflicht der Stpfl. unterliegt grundsätzlich auch der Stpf. Ist der verstorben und ist für VZ in denen er noch lebte eine StE abzugeben, treten an seine Stelle die GRNF.

Vorschlag fürs nächste "Fass": Bekanntgabe :-)

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@chrisaero

Ich weiß nicht, wenn das deine Diskussionsstrategie ist, immer dann, wenn dir die Luft dünn wird, auf die Beziehungsebene zu schwenken, dann ist es mit der sachlichen Diskussion auch vorbei. Das macht dann auch keinen Spaß mehr.
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Zumal du mir inhaltlich ja zugestimmt hast. Was soll das also?

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