Steuern zahlen bei 250 Euro Jahresumsatz als Freiberufler?

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3 Antworten

Der gedankliche Fehler liegt hier meiner Ansicht nach darin, dass Du der Meinung bist du hättest als Kleinunternehmer einen Freibetrag von 8004,00 Euro. Das ist so nicht richtig. Wie du ja selber schreibst hattest du noch Bezüge vom Arbeitsamt. Die werden dann dazu gezählt und unterliegen dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Also lege bitte gegen deinen Steuerbescheid Einspruch ein und reiche die Kosten, die Dir für Deinen "freiberufliche Tätigkeit" entstanden sind nach, dann bezahlst Du sicher keine Einkommensteuer. Und bitte immer alles einreichen. Also in Zukunft eine Gewinnermittlung machen. Einnahmen minus Ausgaben. Belege dazu und fertig.

1blumenstrauss 25.03.2012, 14:04

Hallo, ja das mache ich dann wohl, ich werde Einspruch einlegen. Es ist zwar nur ein kleiner Betrag aber auf diesen möchte man mich ja dann langfristig festsetzen und ich kann noch gar nicht absehen, wann ich erste Gewinne erzielen werde, da zählt schließlich jeder Euro! Danke für die Antwort und schönes Wochenende!

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Irgendwas stimmt hier überhaupt nicht. Von welcher Steuerart sprichst Du? Waren noch sonstige Einkünfte vorhanden? Wie hoch ist das zu versteuernde Einkommen?

1blumenstrauss 24.03.2012, 21:14

Hallo, ich habe als freiberufliche Videojournalistin und Internetvideoproduzentin 250,00 Euro Umsatz gemacht. Das habe ich in der Einkommensteuer so angegeben. Da ich aus der Arbeitslosigkeit heraus, im Juni 2011, mit dieser Tätigkeit angefangen habe, ist klar, ich habe auch noch vom Jobcenter Geld erhalten, aber solche Bezüge sind ja steuerfrei! Ich habe also 250 Euro verdient, das ist deutlich weniger als 8004 Euro Freibetrag für Freiberufler, deshalb meine Frage hier bei Euch, kann das sein...das man bei einem so geringen Umsatz steuern zahlen muss?

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Meandor 25.03.2012, 09:22
@1blumenstrauss

Mein Verdacht wäre jetzt, dass Du vom Arbeitsamt oder Jobcenter oder sonst wo, noch Einkünfte erhalten hast, die über 8.004 Euro liegen. Die sind dann zwar steuerfrei, aber erhöhen den Steuersatz, bzw. die steuerpflichtigen Einkünfte werden dann mit dem Steuersatz belegt, der entstehen würde, wenn die steuerfreien Einkünfte auch steuerpflichtig wäre.

Umsatz ist ein Begriff der Umsatzsteuer und sorgt hier nur für Verwirrung.

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1blumenstrauss 25.03.2012, 14:07
@Meandor

Hallo, ich hatte mal aufgeschnappt, das Bezüge vom Jobcenter steuerfrei sind, wenn diese dann jetzt doch berücksichtig werden ist das natürlich etwas anderes. Tja, um solche Fehler zu vermeiden geht man in die Servicestelle und bespricht den Bescheid BEVOR man diesen abgibt und dann muss man feststellen, das man Schmarrrrn erzählt bekommen hat, puh-wie ärgerlich. Danke für die Antwort und viele Grüße!

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Meandor 26.03.2012, 17:14
@1blumenstrauss

Kommt immer drauf an welche Bezüge ALG I erhöht den Steuersatz. ALG II hat gar keine steuerliche Auswirkung.

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Ich habe deshalb auf den ganzen Quittungenkram verzichtet ...

Jeder Selbständige ist verpflichtet Bücher zu führen und Belege für Jahre aufzubewahren. Das weiß jeder der sich selbständig macht, bzw. muss es wissen! Wenn du keine Bücher führst, wird das Finanzamt deine Gewinne schätzen. Eine solche Schätzung fällt in der Regel zu Ungunsten des Steuerpflichtigen aus. Deshalb bringt es keinen Vorteil sich zu verweigern und Belege wegzuschmeißen.

1blumenstrauss 24.03.2012, 20:55

Hallo, wer verweigert sich den? Ich habe meinen Einkommensteuerbescheid 2011 pünktlich abgegeben und habe meine kleine Buchführung/Quittungensammlung ordentlich im Regal stehen.....ich bin allerdings davon ausgegangen bei einem Umsazu von 250 Euro gesamt gar keine Steuern zahlen zu müssen, denn 250 Euro liegt unter 8004 Euro Freibetrag und wer dann, da unterhalb des Freibetrages keine Steuern zahlt kann ja auch nichts absetzen, ich habe das sogar extra auf der Servicestelle des Finanzamtes in der Sprechstunde persönlich besprochen und nun berechnet man doch 18,00 Euro, das ist hier der Punkt und meine Frage!!! Kann es sein, dass man bei 250 Euro Jahresumsatz auch nur einen Cent zahlen muss? Das glaube ich nämlich nicht!

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Ignatius 24.03.2012, 21:13
@1blumenstrauss

Laut deiner Frage hast du "auf den ganzen Quittungskram verzichtet". Wenn du Bücher geführt hast (dazu wäre bei deinem winzigen Betrieb vermutlich eine Tabelle mit Einnahmen und Ausgaben ausreichend), dann hast du auch einen Gewinn oder einen Verlust ermittelt.

da unterhalb des Freibetrages keine Steuern zahlt kann ja auch nichts absetzen,

Du verwechselst Umsatz und Gewinn. Der Freibetrag bezieht sich auf den Gewinn, den du laut Fragestellung gar nicht ermittelt hast.

Buchführungspflichtig bist du in jedem Fall, nicht nur, wenn du voraussichtlich einen Gewinn über dem Freibetrag machst. (Woher soll denn das Finanzamt sonst wissen, dass du unter dem Freibetrag bist?)

Oder fordert das Finanzamt etwa Umsatzsteuer an?

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helmutgerke 24.03.2012, 21:17
@1blumenstrauss

was du persönlich besprichst ist doch nicht massgebend, die Ermittlung deiner Steuerschuld erfolgt doch zunächst anhand deiner ausgefüllten und abgegebenen Formulare.

Nur du kannst doch anhand des Steuerbescheids und deiner Unterlagen erkennen, woraus die Steuerschuld kommt.

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1blumenstrauss 24.03.2012, 21:22
@Ignatius

Hallo, vielen Dank für die Mühe und schade, das man sich offensichtlich so missversteht...., ich habe 250 Euro Umsatz gemacht, Gewinn habe ich gar keinen gemacht, meine Tätigkeit hat mich nur Geld gekostet. Wenn ich meine Unkosten von dem Umsatz abziehe bin ich im Minusbereich, ich habe keinen Gewinn!!!! Aber bei 250 Euro Umsatz ist sowieso klar das ich unterhalb des Freibetrages von 8004,00 Euro liege, das ist doch der Punkt, ich liege weit unterhalb dieser Grenze, warum muss ich also auch nur einen Cent zahlen? Meine Unterlagen sind alle penibel - korrekt, darum geht es nicht.

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1blumenstrauss 24.03.2012, 21:28
@helmutgerke

Hallo, ein Gespräch mit einer Angestellten des Finanzamtes ist für mich kein persönliches Gespräch sondern ein formales. Ärgerlich ist, wenn man sich über fachlich geschultes Personal versichern möchte, etwas richtig zu machen und dann kommt es doch anders, das ist dann bedauerlich. Ich habe korrekt ausgefüllt, dass ich 250,00 Euro (2011) Umsatz hatte, damit liege ich innerhalb des Freibetrages und nicht darüber, deshalb verstehe ich nicht, das im bescheid 18,00 gefordert werden. Bisher habe ich hier auch noch keine Antwort auf diese relativ klare Frage erhalten. Kann das sein? Steuern bei 250,00 Jahresumsatz?

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1blumenstrauss 24.03.2012, 21:31
@1blumenstrauss

Übrigens bin ich Umsatzsteuerbefreit, da ich die Kleinunternehmerregelung gewählt habe...es fällt also nur die Einkommenssteuer an.

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Ignatius 24.03.2012, 22:13
@1blumenstrauss

Du hast Bücher geführt, hast den Umsatz den Aufwendungen gegenübergestellt und hast einen Verlust ermittelt? Dann hast du in deiner Steuererklärung angegeben, dass du einen Verlust gemacht hast und hast schließlich einen Steuerbescheid über 18 Euro bekommen? Habe ich das so richtig wiedergegeben?

Prüfe, ob in dem Steuerbescheid die Werte (der von dir per Buchführung ermittelte Verlust) zugrunde gelegt wurde, der von dir in der Steuererklärung angegeben wurde. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann kannst du gegen den Steuerbescheid Widerspruch einlegen.

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1blumenstrauss 25.03.2012, 14:14
@Ignatius

und noch einmal ein sonniges Hallo, tja wird in der Tat auf einen Einspruch hinauslaufen. Ich habe sowieso bereits für das Jobcenter eine Einnahmen und Ausgabenermittlung angefertigt (in dieser ist jeder Kuli mit Beleg aufgelistet) aber ich wurde derart informiert, das ich das im Finanzamt nicht einreichen muss, denn 250,00 < 8004,00 (auch wenn man die Ausgabe erst gar nicht abzieht ist das weniger!!).

Das ist wohl absolut falsch!

Danke für Eure Mühe hier, ich muss die Sache neu angehen, Widerspruch und dann noch einmal neu machen, viele Grüße!

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