Steuerlicher Abzug bei Gehaltsnachzahlungen und Abfindung nach Kündigung?

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2 Antworten

Diese Lohn- und Gehaltsabrechnung ist ein wenig komplex, aber ich versuche es einmal (ohne die genauen Abrechungsunterlagen vorliegen zu haben):

° In der Dezember-Abrechnung 2015 sind die bis zum ersten Kündigungstermin (im Monat Juni) aufgelaufenen Summen enthalten. Aus buchhalterischer Sicht ist dieses Jahr abgeschlossen, und auch moderne Abrechnungsssyteme haben selten eine so große Rückrechungstiefe, dass sie ein Dreivierteljahr abrechnen könnten. Mir ist auch kein Fall bekannt, in dem ein Arbeitgeber verpflichtet worden wäre, das Vorjahr wieder aufzurollen.

° Januar-Abrechnung 2016: Demzufolge muss die Nachzalung für 2015 (Tag nach der Kündigung in Monat 06 bis zum 31.12.) zusammen mit der Vergütung Januar 2016 im Monat 01/2016 erfolgen.

° Februar-Abrechnung 2016 ganz normal.

° März-Abrechnung 2016: Im März 2016 muss zusätzlich zur März-Vergütung einerseits die Brutto-Abfindung eingestellt weren, und andererseits die Netto-Verrechnung mir der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt werden.

Anm.: Eigentlich alles ganz einfach und logisch ;-))

==> Wichtig ist, dass bei allen drei Abrechnungen 2016 die Kennzeichen für die Funktionen "Lohnsteuerjahresausgleich" und "Permanenter LStJA" auf "N" = NEIN stehen! Dann müsste alles richtig laufen.

Um der Mitteilungspflicht zu genügen, würde ich dem Mitarbeiter schriftlich mitteilen, dass er sich ggf. zu viel entrichtete Lohnsteuer bei seinem Finanzamt wiederholen muss.

Viel Erfolg!

Gruß @Nightstick 

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Kommentar von Carolino
12.05.2016, 15:35

Vielen Dank für die Info, ich denke das hilft mir weiter. Fakt ist, dass in der Januarabrechnung für 2016 nichts verrechnet wurde, sondern nur in der letzten Abrechnung im März 2016.

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Kommentar von Ernsterwin
13.05.2016, 08:25

Nightstick hat das Verfahren grundsätzlich richtig dargestellt. Das Problem ist wohl, dass "der Arbeitgeber" das weder so kann, noch so will - deswegen ja der ganze Zoff.

Deswegen empfehle ich immer, sich die Abrechnung im Vorhinein zeigen und erklären zu lassen - besonders bei Abfindungen. Dafür ist es nun aber zu spät.

Es wird darauf hinauslaufen, dass erst mit dem Steuerbescheid für die beiden Jahre die Korrektur sinnvoll möglich ist. Ein Rechtsstreit bringt hier nur Stress. Stattdessen kannst Du Zeit und Kraft lieber dafür nutzen, Dir einen fairen Job zu suchen oder Dich selbstständig zu machen, um nicht mehr auf solche "Arbeitgeber" angewiesen zu sein.

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Also ich habe BWL studiert und habe Arbeitsrecht gehabt...dein Thema hatten wir nie angesprochen...Mein Tipp:

Stell deine Frage bei frag-einen-anwalte (.de), für paar € bekommst da eine gute Antwort. Hier wird dir das Definitiv keiner sicher beantworten können

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Kommentar von Nightstick
12.05.2016, 14:10

I "Hier wird dir das Definitiv keiner sicher beantworten können"

Das halte ich für ein Gerücht - @Nightstick kann das!

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Kommentar von Carolino
12.05.2016, 15:37

Danke, ich werde mich zusätzlich auch dort erkundigen, aber was Nightstick geschrieben hat, leuchtet mir ein.

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