Steuerhinterziehung trotz Abgabe der Steuererklärung?

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1 Antwort

Das Thema ist zu umfassend für eine kurze Beantwortung. Kleiner (gekürzter) Exkurs in den § 370 der Abgabenordnung :
Freiheitsstrafe bis 5 J. oder Geldstrafe, wenn dem FA pflichtwidrig steuerlich erhebliche (ist letztlich Auslegungssache) Umstände vorenthalten werden und dadurch keine oder zu wenig Steuern festgesetzt werden. Verjährungszeit 10 J.

§ 378 regelt die leichtfertige Steuerverkürzung (davon wird hier wohl auszugehen sein). Der Begriff "leichtfertig" ist gleichzusetzen mit "grob fahrlässig". Das kostet im Höchstfall eine Geldbuße von 50.000 €, die Verjährungszeit beträgt 5 Jahre.
§ 375 nennt zwar weitere Folgen, die dürften hier aber keine Rolle spielen (z.B. das Verbot, öffentliche Ämter zu bekleiden).

Das FA ist zur Aufforderung bezüglich der Abgabe nicht verpflichtet, kann das manchmal auch gar nicht tun.
Auch wenn jetzt eine Erklärung abgegeben wurde, ändert das nichts an den Pflichtwidrigkeiten der vergangenen Jahre.
Das FA kann die Erklärungen für die Jahre nachfordern, für die die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen ist (§169 ff.). Diese ist praktisch identisch mit der Verjährungsfrist.
Die strafrechtlichen Folgen (nicht aber die Steuernachzahlung + Verzinsung) kann man mit einer Selbstanzeige vermeiden. Das muss geschehen, bevor das FA die Ermittlungen aufnimmt (§ 371). Dazu sollte man einen Steuerfachanwalt befragen.
In der Praxis läuft das Ganze aber oft viel unspektakulärer ab. Letztlich kommt es darauf an, wie hoch deine "Steuerersparnis" war und wie geschickt die Gründe für die Nichtabgabe gewählt werden.

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Kommentar von Mikasa24
20.06.2011, 20:09

Vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort. Als weitere Info wollte ich noch sagen, dass es sich bei der "Steuerersparnis" in dem Zeitraum (8Jahre) um ca. 4000€ handelt. Ist das tatsächlich bereits eine Summe bei der Freiheitsstrafen verhängt werden? Ist es auch schon eine Selbstanzeige wenn man nun mit allen Steuererklärungen zum FA geht oder muss man zum Anwalt?

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