Steuererklärung rückwirkend ändern?

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Beides ist möglich. Ihr müsst nur nachweisen, dass der Steuerberater alle Daten zur Verfügung hatte und trotzdem die falsche AfA nicht reklamiert hat.

Meinst Du eine Änderung nach § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO?

Hätte ich ausgeschlossen mit dem Argument, dass sich der Steuerzahler das Verschulden seines Steuerberaters anrechnen lassen muss.

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@TomRichter

Nö, solange eine Änderungsvorschrift greift, so lange kann man den Berater nicht in Haftung nehmen.

Wenn ihr gegenüber dem Finanzamt nachweist, dass die AfA falsch war, dann wird die neue AfA berücksichtigt. Da die Altjahre ja bestandkräftig sind, ändert sich gar nix, aber die richtige AfA wird dann ab dem aktuellen Jahr richtig festgesetzt und die fehlende AfA wird am AfA Laufzeitende nachgeholt. Bei der AfA ist also nie etwas verloren.

Die einzige Frage ist, ob die "beiden" dass AfA Ende erleben.

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Ich hätte gesagt, sofern die Steuerbescheide rechtskräftig sind, könne man nur noch den Steuerberater in Regress nehmen. Meandor ist anderer Meinung, und bis zum Beweis des Gegenteils glaube ich ihm.

Was man aber bei der AfA leicht übersieht: Grund- und Boden zählt nicht zur Bemessungsgrundlage, auch nicht der darauf entfallende Teil der Kaufnebenkosten.

Genau um diesen Punkt dreht es sich. Durch einen blöden Zufall habe ich mit Hilfe der Boris-Webseite festgestellt, daß bei Abzug unseres Grundstückswertes (gemessen an dem Bodenrichtwert) der resultierende Wert unseres Hauses höher ist, als in den bisherigen Steuererklärungen, die der Steuerberater für uns erstellt hat. Wir gehen davon aus, daß der Steuerberater bei entsprechnder Sorgfalt diesen Fehler hätte bemerken müssen. Das FA stellt isch jetzt natürlich erst einmal auf den Standpunkt, daß wir den AfA-Wert gem. den letzten Steuererklärungen unverändert einsetzen müssen. Sticht dort eigentlich unsere Argumentation über die Bodenrichtwerte? Wenn ich mir im Internet Verkehrswertgutachten anschaue, gehen die auch immer vom Bodenrichtwert aus, dann müsste das in unserem Fall doch auch zulässig sein, oder?

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@Garnspinner

Darum gibt es immer wieder Streit mit dem FA :-(

An die letztjährige Bemessungsgrundlage seid Ihr nicht gebunden. Meistens ist es das FA, das damit argumentiert, dass jeder Besteuerungszeitraum getrennt betrachtet wird und es nicht an seine Entscheidung vom Vorjahr gebunden sei - aber dasselbe Recht steht auch dem Steuerzahler zu.

Es geht um den Wert des Bodens zum Zeitpunkt des Kaufs. Wenn Ihr ein fertig bebautes Grundstück gekauft habt, habt Ihr dafür vielleicht mehr, vielleicht auch weniger bezahlt als den geschätzten Wert (Herstellungskosten plus Grundstück).

Das FA versucht zu seinen Gunsten, so zu rechnen, dass ein möglichst hoher Anteil auf das Grundstück entfällt. Wieweit sie dabei im Recht sind, weiss ich nicht, dazu solltest Du einen Steuerberater befragen. Muss ja nicht der alte sein.

Aber zuvor schau' nach, was damals, als erstmalig AfA geltend gemacht wurde, an Schriftwechsel erfolgte. Möglicherweise hat das FA Euren Steuerberater damals überzeugt, dass er bei einem Prozess nur geringe Aussichten hat.

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Klärt doch erst mal hieb- und stichfest, ob überhaupt tatsächlich ein Fehler vorliegt. Bevor ihr euch blamiert.

Falls ja, müsst ihr anschließend noch die entsprechende Rechtsgrundlage in der Abgabenordnung finden, auf welcher ihr in die ggf. bereits bestandskräftigen Steuerbescheide wieder reinkommt. Der §, der dafür einschlägig ist, hängt allerdings von der Art und dem Grund des Fehlers ab; dazu hast du hier leider nicht genügend Ausführungen gemacht. Deshalb kann ich dir leider keinen konkreten Tipp geben, auf welche Vorschrift in der AO du dich berufen kannst.

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