Steuer-Frage: Hauptjob, 450€-Job & Kleingewerbe

2 Antworten

und zwar habe ich einen Hauptjob, einen 450€-Job und nebenbei ein Kleingewerbe +

Das es keine Kleingewerbe gibt, kannst du auch keins haben. Man hat ein Gewerbe oder eben nicht.

Heißt das, dass ich bis zu 17500 € Provision verdienen könnte?

Provision zzgl. geldwerter Vorteile und Sachpreise = Umsatz. Und genau darauf beziehen sich die 17.500,- €. VORSICHT: Wenn du unterjährig arbeitest, werden die 17.500,- € auch entsprechend runtergerechnet. Also im Dezember anfangen und 17.500,- € Umsatz machen läuft nicht.

Oder zählt dann mein 450€-Job auch dazu?

Arbeitseinkommen sind keine Umsätze.


Hier werden wieder lustig Umsatz- und Einkommensteuer durcheinander geworfen.

Umsatzsteuer

Kleinunternehmer nach § 19 UStG ist wer eben besagte 17.500,- € Umsatz generiert und nicht zur Regelbesteuerung optiert (kann evtl. sinnvoll sein, abhängig von deinen Betriebsausgaben und davon ob du deine Produkte an privat oder gewerblich vertreibst).

Umsatzsteuererklärung ist einmal jährlich abzugeben. Was hast du in den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung geschrieben bzgl. deiner Umsatz und Gewinnschätzung?

Einkommensteuer

Du erzielst zum einen

  • Einkünfte aus nicht-selbständiger Arbeit (§ 19 EStG) und
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG).

Diese sind bei der Einkommensteuererklärung - die für dich nun verpflichtend abzugeben ist - zu erklären. Relevant ist im Bezug auf dein Gewerbe die Höhe deines Gewinns, nicht deine Umsätze. Betrieblich bedingte Auslagen (Fahrtkosten, Büromaterial, Wareneinkäufe etc.) mindern den Gewinn.

Beides wird addiert zur Summe der Einkünfte. Je nachdem wie hoch dein Gewinn ist kann es zu einer Nachzahlung kommen, also zur Sicherheit ein bisschen Geld beiseite legen. Im Falle eines Verlustes gibt es natürlich eine Erstattung.

Der Minijob ist steuerlich nicht relevant, wenn dieser pauschal versteuert wurde.

Die 17.500,00 € gelten für die Frage, ob Du mit Deinem Gewerbe umsatzsteuerpflichtig bist.

Das hat aber nichts mit der Einkommensteuer zu tun.

Ich denke, Du zahlst in Deinem Hauptjob Lohnsteuer.

Dann machst Du hinterher eine Einkommensteuererklärung, und für Dein Gewerbe füllst Du die Anlage G aus . Dazu gehört dann die Gewinnermittlung.

Hast Du daran gedacht, für Dein Gewerbe eine Gewerbeanmeldung auszufüllen?

Wenn nicht, solltest Du das umgehend nachholen.

Dann erhält das Finanzamt eine Kopie der Anmeldung und wird sich bei Dir melden.

Der Minijob hat in Deiner Einkommensteuererklärung nichts zu suchen, denn dafür wurden pauschal Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge abgeführt.

Danke für die Antwort =)

Ja ich zahle in meinem Hauptjob Lohnsteuer.

Die Gewerbeanmeldung ist bereits durch. Mein Gewerbe ist seid Januar 2014 angemeldet. Das Finanzamt hat sich allerdings noch nicht bei mir gemeldet, aber das werden die sicherlich noch tun ;-)

Was heißt denn das genau, umsatzsteuerpflichtig mit meinem Gewerbe? Ich versuche mal kurz zu erklären wie das abläuft bei mir:

Kunden bestellen Produkte bei mir, dieser bestelle ich dann in der Zentrale, ich erhalte dann nach Produktübergabe das Geld von den Kunden, überweise den Betrag an die Zentrale und erhalte monatliche eine Provision auf meinen Umsatz. Ist das dann umsatzsteuerpflichtig?

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@CharLine2708

Solltest du die Provision mit Umsatzsteuer bekommen, steht auf deiner Abrechung, dann bist du Umsatzsteuerpflichtig.

Achtung auch wegen der Krankenversicherung. Da du einen 450 Euro Job hast musst du ab dem ersten verdienten Euro Krankenversicherung bezahlen.

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@Teresamaria

Achtung auch wegen der Krankenversicherung. Da du einen 450 Euro Job hast musst du ab dem ersten verdienten Euro Krankenversicherung bezahlen.

Das kommt drauf an, wie die Kasse den Status einschätzt.

Hier könnte ein Statusfeststellungsverfahren Rechtssicherheit bringen. Ein hauptberuflich Selbständiger mit nebenberuflichen Arbeitseinkünften ist freiwillig versichert, wohingegen ein hauptberuflich Angestellter mit nebenberuflichem Gewerbeeinkommen pflichtversichert bleibt. In dem Fall wären Minijob und Gewerbe nicht beitragsrelevant, da diese grundsätzlich niemals Pflichtversicherung auslösen.

Bei der Rentenversicherung kann es aber nochmal spannend werden. Ich glaube die Fragestellering ist nämlich eine Selbständige mit einem Auftraggeber.

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@CharLine2708

Wenn Dein Umsatz, also Deine Provision, unter 17.500,00 € jährlich ist, bist Du Kleinunternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes.

Dann musst Du keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen.

Anders ist es aber, wenn die Zentrale Dir Gutschriften mit Umsatzsteuerausweis erteilt.

Das wäre aber eine Frage, für die Du einen Steuerberater benötigen würdest. Das würde den Rahmen dieses Forums sprengen.

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