Steuer-Entlastungen von Lindner überhaupt gerecht / sinnvoll?

Das Ergebnis basiert auf 39 Abstimmungen

Nein sinnlos / ungerecht 59%
Ja sinnvoll 33%
Anders: 8%

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Nein sinnlos / ungerecht

Das ist das typische Geldraushauen in Deutschland mit der Gießkanne.

Ein Geringverdiener bekommt vielleicht eine jährliche Entlastung von 150 Euro (also 12,50 Euro pro Monat).

Ein Besserverdiener bekommt vielleicht eine jährliche Entlastung von 500 Euro (also etwa 42 Euro im Monat).

Was helfen denn dem Geringverdiener die 12,50 Euro bei seiner monatlichen Gasrechnung?

Das Problem besteht doch weiterhin vor allem für den Geringverdiener.

Wo hingegen sicherlich in den nächsten Monaten die Gewerkschaften deutlich Druck machen werden, um einen Inflationsausgleich von mindestens 8-9% aushandeln werden. Und auch viele Besserverdiener werden diesen Inflationsausgleich erhalten, der zusätzlich die Inflationsspirale anheizen wird. Wozu müssen die dann noch zusätzlich diesen Lindner-Ausgleich erhalten?

Ich zähle jetzt nicht zu den Geringverdienern. Aber ich finde es trotzdem einen gewaltigen volkswirtschaftlichen Fehler, wenn wieder an alle mit der Gießkanne ausgeteilt wird. Das bringt uns aus dieser schwierigen Situation nicht heraus.

Warum kann der Staat sich in so einer komplizierten Phase nicht mal sich nur auf die Unterstützung der wirklich Hilfsbedürftigen konzentrieren? Wenn wir das machen, werden auch wieder die fetten Zeiten zurück kommen. Und dann bin ich auch sofort wieder für Entlastungen für alle.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – interessiere mich sehr für politsche Themen

Wer so denkt (und nicht beachtet welche Steuern und Abgaben in absoluten Zahlen Besserverdiener so zahlen) zählt zu den Geringverdienern oder lebt vom Staat.

0

Vielen Dank für den Stern :-)

1
Ja sinnvoll

Bei Steuererhöhungen, wie sie die letzten Jahre immer wieder kamen, betrifft das halt auch hauptsächlich Reiche. Je mehr du verdienst, desto mehr Steuern zahlst du in einem progressiven System. Bei Entlastungen werden Reiche daher in absoluten Zahlen logischerweise auch am meisten entlastet. Das ist keine Raketenwissenschaft und absolut nicht "asozial". Asozial wäre es, die Steuern über Jahre hinweg für alle Einkommensgruppen zu erhöhen, bei Entlastungen dann aber plötzlich bestimmte Einkommensgruppen auszuschließen. Der Staat hat die Bürger gleich zu behandeln und keinen staatlich verordneten Robin Hood zu spielen.

In relativen Zahlen - soll heißen, gesparte Steuern prozentual vom Einkommen - werden niedrigere Einkommen übrigens mit Abstand am meisten entlastet.

Je mehr du verdienst, desto mehr Steuern zahlst du

Falsch. Die Steuerlast ist bei den geringen und mittleren Einkommen mit Abstand am höchsten. Irgendwoher muss ja die stetige Umverteilung von unten nach oben auch kommen (siehe Vermögensentwicklung in Deutschland).

Asozial wäre es, die Steuern über Jahre hinweg für alle Einkommensgruppen zu erhöhen, bei Entlastungen dann aber plötzlich bestimmte Einkommensgruppen auszuschließen.

Falsch. Das ist das einzige was sozial ist. Da geht es jetzt nämlich um das sprichwörtliche letzte Hemd. Es ist eine Notmaßnahme, damit nicht ganze Bevölkerungsschichten in die Privatinsolvenz getrieben werden. Notwendig wird das natürlich auch nur deshalb, weil sich seit mehreren Jahrzehnten eine starke Umschichtung von unten nach oben vollzieht. Die ärmeren 50% der deutschen Bevölkerung lebt von der Hand in den Mund.

Das nicht zu machen ist noch asozialer, als man sich denken kann. Auf solche kranken Ideen kommen auch nur neoliberale Fantasten.

1
@DreiGegengifts
Die Steuerlast ist bei den geringen und mittleren Einkommen mit Abstand am höchsten.

Der relative Durchschnittssteuersatz ist in einer bestimmten, niedrigen Einkommensspanne am höchsten, das ist korrekt. Zugleich wirken die Steuerentlastungen aber genau da: Die relative Steuerlast der niedrigen Einkommen wird weit mehr entlastet als die der höheren Einkommen.

Irgendwoher muss ja die stetige Umverteilung von unten nach oben auch kommen

Die kommt ganz sicher nicht vom Steuersystem. Wir haben bereits mit eines der höchsten Steuern- und Abgabesysteme weltweit. Noch etwas mehr, und wir wären im Kommunismus. /s

Auf solche kranken Ideen kommen auch nur neoliberale Fantasten.

Auf der einen Seite ("niedrige Einkommen zahlen die höchsten Steuern") mit relativen Zahlen zu argumentieren, auf der anderen Seite dann aber genau diese Argumentation zu kritisieren ("niedrige Einkommen werden relativ am stärksten entlastet") und auf eine Entlastung absoluter Zahlen im unteren Bereich zu drängen, auf sowas kommen auch nur sozialistische Wannabe-Weltverbesserer.

Volkswirtschaftliches Verständnis null. Erst schreien sie, dass die Oberen noch mehr Steuern zahlen sollen und fünf Jahre später wundern sie sich, weshalb die Steuereinnahmen gesunken sind. Andere Länder werden da halt für bestimmte Einkommensgruppen attraktiver.

0
Ja sinnvoll

Gut-Verdiener und Reiche bilden immer noch den geringsten Prozentsatz. Also lass die profitieren, die sowieso schon profitieren. Zusätzlich wird dem ganzen Rest geholfen und das sollte man einfach sehen...

profitieren davon nicht hauptsächlich Gut-Verdiener oder Reiche?

Nö. Es werden ja alle Grenzen nach oben verschoben, so auch der Steuerfreibetrag, den jeder hat.

wäre es nicht sinnvoller gezielt welche die nicht so viel haben zu entlasten?

Warum soll jemand, der mehr Geld verdient, dafür bestraft werden? Er bezahlt sowieso schon deutlich höhere Steuern und Abgaben, sowohl prozentual als auch absolut.

Es werden alle entlastet und nur das ist gut und fair. Es ist nicht fair, immer "die Reichen" belasten und das Geld weniger gut verdienenden Leuten geben zu wollen.

Informier dich mal über die Abschreibmöglichkeiten z.b. Arbeitgeber darf jedrn 2.ten Tag Heim fahren, Wer macht das schon? Also zahlt er aus der eigenen Tasche, daß er nicht neben der Fa. Campt. Wie siehts bei Selbstständifen etc. Aus? Jeder km kann eingereicht werden. Unterwegs im Restaurant eingekehrt und jemand getroffen - Geschäftsessen. Schön absetzbar. Arbeiter nur, wenn er 8 h fernab der Arbeitsstätte, also außeneinsatz, im Einsatz ist... usw...

Warum wohl die Reichensteuer wieder abgeschafft wurde? Ach ja: Jeder 2.te hat sich "arm" gerechnet und eh nichts gezahlt und der Verwaltungsaufwand der Überprüfung war zu hoch...

0
@OhMiaMiaJa

Sehr viel.Deine Nehauptung war, daß die "armen" Reichen ja bestraft würden und ja schon soviel Steuern zahlen würden.

Ich habe dir vor Auen geführt, daß diese einen Dickicht von Abschreibungsmöglichkeiten haben. Teilweise bis auf 0. Hat schon seine Gründe, warum die Vermögensverhältnisse sicher immer mehr so verteilen,nicht war? Wer hat den vom letzten Steuergeschenk am meisten Profitiert? Neben den Mineralölkonzernen? Toll, daß der Kleine Pendler mit dem 4l Auto 40 Euro "erspart" wurden. Wieviel hat es den dem mit dem "Supersportler" mit 20 l Aufwärts oder dem SUV-Fahrer "erspart"? Na, dämmert, in welche Richtung diese "Gieskannen"-Entlastungen gehen? Abesehen davon, was für Signale da generiert werden?

0
@Digibike

Es geht hier um Einkommensteuer.

Vom Tankrabatt halte ich übrigens auch nicht viel.

0
@OhMiaMiaJa

Das selbe in Grün. Entlastung passiert nach oben hin überproportional, auf kosten der gesamt Steuerzahler. Einfach Beifall klatschen und wundern, wie der "Turbokapitalismus" ab geht...

Um mal den Spiegel vor zu halten, wovon da gerade die Rede ist: Trump hat das selbe gemacht - nur hat er halt auch den Spitzensteuersatz entsprechend auch gesenkt. Ergebnis: Der einfache Arbeiter hatte 20 Dollar mehr pro Woche in der Tasche - damit kann der richtig einen "Drauf machen", nicht war? Er und seine Kompanen haben sich Milliarden gespart. Hatte schon einen Grund, warum er - vor Corona - die Staatsschulden von 14 auf 21 Billionen mal eben um 50% erhöht hatte. Corona kam dann noch On Top. Und nun rate mal, was das da wird... Aber nach deiner Logik muß man ja für die Top Verdiener noch sammeln gehen, nicht war? Lindner ist und bleibt halt ein Cleverle... Steuerentlastungen bewirken nämlich erstmal eines: Entlastung der Reichen und Reichsten. Ist ja auch, wenn man mal ein kleines bischen Nachdenkt, logisch: 2% von 1000 Euro sind 20 Euro. Bei 5000 Euro sind es schon 100 Euro. Knackpunkt ist nur der: Rate mal, wer eher was beiseite Sparen kann? Das ist auch die Krux an den Streiks und den Tarifforderungen: Die machen die Schere, in der Form, zwischen Arm und Reich immer weiter auf. Jeder Prozentual. Der dem es gerade zum Leben reicht, ist danach genauso "Nass" wie vorher. Der der eh schon genug hat und weg spart, der spart eben noch mehr weg. Das ist auch, mit einer, der Fehler, bei der Argumentation, man würde die Wirtschaft ankurbeln. Die Rechnung geht nur zu einem sehr kleinen Teil auf. Warum? Warum sollte der, der eh schon genug hat und anlegt/wegspart, mehr Geld ausgeben? Solche Rechnungen klingen nur in der Theorie schön, aber beschleunigen die Vermögensverschiebungen noch mehr. Aber Lindner kann nur in Steuerentlastungen denken. Das liegt am System FDP selbst. So wenig wie möglich Staat - und entsprechend Steuern. Dumm nur, daß der Markt eben nichts selbst regelt. Er schafft nur Raubtierkapitalismus und Ressourcenplünderung. Ohne Reglementierung und Steuerung ist das Ende, ohne großes Studium, schon Vorprogrammiert.

0
Ja sinnvoll

Es kommt ganz darauf an, wie die Steuerlast verteilt wird.

Wenn man geringe Einkommen oder Menschen mit hoher finanizellen Belastung insgesamt geringer besteuert und dafür bei sehr Vermögenden nochmal was drauflegt, dann wäre das durchaus sinnvoll und gerecht. Da wir aber die genaue Planung gar nicht im Detail kennen, lässt sich auch schwer einschätzen, wie sinnvoll das Ganze am Ende sein wird.

Was ist daran gerecht? Der mit höherem Einkommen zahlt ohnehin schon sowohl absolut als auch prozentual deutlich mehr. Gerecht ist, wenn die Grenzen für alle nach oben gesetzt werden, alles andere nicht.

2
@OhMiaMiaJa

Nicht, wenn man das Nettoeinkommen zugrundelegt. Und Vermögenswerte werden so gut wie gar nicht angefasst.

Hier geht es um die Leistungsfähigkeit. Wer in der Lage ist, mehr zu leisten (Steuerabgabe) sollte dazu auch verpflichtet werden.

0
@Fuchsbutter

Vermögenswerte sind ja bereits versteuert. Und versteuert wird natürlich das Bruttoeinkommen, das Nettoeinkommen ist ja schon durch Steuern und Abgaben geschröpft.

Wer in der Lage ist, mehr zu leisten (Steuerabgabe) sollte dazu auch verpflichtet werden.

Wird er ja bereits und zwar massiv. Da zahlt er mitunter prozentual doppelt so viele Abgaben als manch anderer. Absolut sogar noch einiges mehr.

1

Du hast eine seltsame Definition von Gerechtigkeit.

3
@OhMiaMiaJa

Woher weißt du, dass ich nicht zu den Menschen gehöre, die gut verdienen?

0
@Fuchsbutter

Was genau gibt es da nachzulesen? Der Umstand, dass eine Personengruppe etwas fordert, also bereit ist etwas zu tun, macht das noch nicht "gerecht". Ein Angebot kann man zu schätzen wissen, Gerechtigkeit kann man erwarten.

1

Was möchtest Du wissen?