Stereotypisieren

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Ein Stereotyp ist ein gleichbleibendes oder häufig vorkommendes Muster. Andere Begriffe, die in diesem Zusammenhang benutzt werden sind: Prototyp, Vorurteil, Klischee, Schema, Kategorie, Klasse, Verallgemeinerung. Im Grunde genommen sind Stereotypien nur Vereinfachungen des Denkens und der Begriffsbildung und ohne sie würde überhaupt keine geistige Leistung erbracht werden können. Beim Lernen pendelt ein Mensch ständig zwischen Generalisierung (Stereotypisierung) und Differenzierung hin und her. Ohne die Bildung von Klassen und Kategorien könnte man nichts auf der Welt erkennen oder verstehen. Deswegen sind Stereotypien nichts Schlechtes an sich, aber sie können einem Phänomen auch niemals ganz gerecht werden. Deswegen haben Stereotypien einen schlechten Ruf. Schlecht sind sie aber nur, wenn man beim Vorliegen weiterer Informatikonen nicht bereit ist, sie zu revidieren.

Mit Kritik haben Stereotypien nichts zu tun. Nur wirkt es abwertend, wenn ein negativ gefärbtes Stereotyp nicht revidiert wird, sobald weitere ergänzende und dem Stereotyp widersprechende Informationen vorliegen.

Prototyp ist in diesem Zusammenhang falsch, behaupte ich.

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@Gizeeeeeh

Das darfst du gerne behaupten, ich würde auch nicht sagen, dass jeder meiner Sätze Bullet proofed ist. Den Teil mit dem Prototypen habe ich aber von Wikipedia übernommen und um weitere Begriffe erweitert. Bei Wikipedia steht:

'Das Stereotyp ist ein interdisziplinär verwendeter Begriff verschiedener Fachrichtungen (Psychologie, Pädagogik, Soziologie, Linguistik). In der Wissenschaft werden die Definitionen um das Wortfeld Stereotyp − Prototyp − Vorurteil − Klischee − Schema − Frame und weitere kontrovers diskutiert; es existiert keine grundsätzliche, allgemein akzeptierte Definition für den Begriff Stereotyp.'

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Nicht unbedingt. Beispiel: Jemand hat die stereotype Vorstellung, dass alle Männer stärker als Frauen sind. Das ist erstmal nur eine Annahme über einen (möglichen) Zustand in der Wirklichkeit. Zunächst also ohne Wertung. Erst wenn dieser Jemand mit Gegenbeispielen konfroniert wird, zeigt sich das Vermögen dieser Person flexibel auf die neuen Gegebenheiten zu reagieren. Das Beibehalten der stereotypen Auffassung ist dann allerdings weniger konstruktive Kritik, sondern dient eher dazu Abweichler abzuwerten und damit aus einer Gruppe (z.B. "echte" Männer) auszuschließen, mit der man sich selbst identifiziert und/oder um das eigene Weltbild nicht zu gefährden. Dieser Anspruch, dass sich die anderen den Stereotypen zu fügen haben und man nicht selbst seine eigenen Ansichten reflektieren muss, wird in der Regel nicht rational begründet. Wenn man Stereotypisierung als Kritik auffasst, setzt man meines Erachtens ein relativ niedriges Kommunikationsnieau vorraus.

Kritik basiert auf Fakten. Wenn sich jemand im Theater mehrfach verspricht und du ihn darauf ansprichst, kritisierst du ihn.

Voruteile beruhen lediglich auf deinem Denken.

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