Stereotyp

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Stereotypen in der Soziologie sind eher umgangsprachliche Floskeln, die in einem bestimmten Milieu verwendet werden. Sie sagen nicht viel über den Einzelnen, sind meist hohle Redewendungen, wo man nicht viel drüber nachgedacht hat.

In der Psychologie sieht das anders aus. Da benutzen einzelne Menschen immer wieder dieselben Begründungen oder Ausreden, um etwas von sich wegzuschieben. Oder sie sind in Denkabläufen gefangen, die sie immer auf dieselbe Weise beenden, oder sie charakterisieren bestimmte Dinge nach einem Schubladendenken, ohne es überhaupt oder mal wieder neu reflektiert zu haben. Hier geben Stereotypen Hinweise dazu, wo eine Person etwas verdrängt oder sich nicht mit auseinandersetzen möchte. Meist merkt derjenige es gar nicht, dass er immer nach dem selben Schema urteilt oder Fragen abblockt. Darum kann man ihm helfen, wenn man sachlich und liebevoll ihn darauf hinweist, auf welche Weise er bestimmte Dinge immer wieder von sich wegschiebt und scheinbar plausibel für sich gelöst hat.

Stereotypen sind keine Floskeln in der Soziologie, im Gegenteil.

In der Soziologie spricht man aber von dem sogenannten Typus.

Soziologie untersucht die Gesellschaftsstrukturen und versucht nicht das Innenleben einzelner Menschen zu erklären.

Bei einem Typus in der Soziologie wird versucht so viele Individualmerkmale wie möglich zu entfernen und den Typus so anzupassen,dass er auf eine möglichst große Vielzahl von Menschen mit den versucht zu beschreibenden Kernmerkmalen passt.

Zum Beispiel: Machtinhabern, Drogenkonsumenten in Subkulturen, Diener, armutsbetroffene ,usw.

Da versucht wird Strukturen zu erklären,die diese Typen prägen oder sie auszeichnen ist es letztlich völlig egal, was ihre genauen Gedankengänge oder individuellen Erlebnisse waren. Es geht gezielt um immer wieder auftretende Gründe und Gemeinsamkeiten, die dieser Typus verbindet.

Somit zeigt sich also,dass Sterotypen in der Soziologie eine viel größere Rolle spielen als in der Psychologie. Da die Erklärungskraft von Soziologie nur dann valide ist,wenn der Typus stichhaltig ist. Würde man sich auf zu sehr auf Einzelheiten der Personen konzentrieren, wäre es nicht möglich, Erklärungen auf einen größeren Kontext zu übertragen.

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