Sterbeversicherung gekündigt im Alter von etwa 93 - ist das okay?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Wie ist das rechtlich einzuordnen?

Dement meint nicht geschäftsunfähig. Hat der Versicherte die "Fähigkeit, mit freiem Willen rechtlich bindende Willenserklärungen abzugeben", indem er oder sein Bevollmächtigter den Vertrag kündigten, weil er den Rückkaufswert lebzeitig ausgezahlt bekommen wollte, schuldet keiner der beiden Vertragspartner Dritten gegenüber Rechenschaft noch Auskunft über diesen Geschäftsvorgang.

Es mag dich als Kostenbestattungsverpflichteten schmerzen, aber eine Sterbegeldversicherung ist nicht zweckgebunden zu verwenden.

G imager761

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
chinly 12.01.2016, 11:59

Das ist korrekt, dass auch Geschäftsuntüchtigkeit vorgelegen haben muss.

Dennoch gibt es immer wieder Menschen, die in unlauterer Absicht alte Menschen bedrängen oder gar nötigen, dieses oder jenes zu tun.

In so einem Fall wäre das Versicherungsunternehmen doch sicher dem Gericht gegenüber zur Auskunft verpflichtet, falls es in diesem Zusammenhang zu einer Anzeige käme.

Oder bin ich da im Irrtum?

0
imager761 13.01.2016, 06:54
@chinly

Dennoch gibt es immer wieder Menschen, die in unlauterer Absicht alte Menschen bedrängen oder gar nötigen, dieses oder jenes zu tun.

Wohl wahr. Nur kann der Versicherer aber eine von seinem Kunden bzw. einem Bevollmächtigten empfangene Kündigung und Rückzahlungsaufforderung nicht dahingehend überprüfen und muss auftragsgemäß danach handeln.

Kopien des Vorgangs geben deine Vermutung aber garnicht her: Oder woran erkennst du eine Unterschrift unter einem Kündigungsschreiben, die "in unlauterer Absicht bedrängt oder gar genötigt" abgegeben wurde? Oder willst wissen, ob das rückgezahlte Geld nicht lebzeitig dem Versicherten zugute kam?

Worauf will man da also hinaus? Das es wirtschaftlich unsinnig ist, eine ruhende Versicherung zu kündigen, mag ja stimmen. Aber daraus kann man eben keinen geschäftsunfähigen Geisteszustand herleiten. Und wenn der Versicherte bewußt lieber weniger Geld für sich oder ihm Nahestehende verwenden wollte als mehr für die Bestattungskostenverpflichteten zu hinterlassen, darf er das.

0

Du mußt jetzt erstmal prüfen wer den Vertrag gekündigt hat. Wer bekam den Rückkaufwert ausgezahlt?

Eine Sterbeversicherung ist nicht Zweckgebunden, kann also bei Auszahlung verwendet werden wie der Kunde bzw. bei Tode die Hinterbliebenen wollen.

Wenn der Vertrag ausgezahlt wurde macht die Versicherung das nicht einfach so :) Jemand hat den Vertrag gekündigt. Wenn das der Versicherungsnehmer war und zu diesem Zeitpunkt noch voll mündig dann ist es so.

Wenn er betreut wurde dann muß man sich bei dem Betreuer erkundigen was mit dem Rückkaufwert passiert ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
kim294 12.01.2016, 08:48

So ist es.

Und der Betreuer hätte meiner Ansicht nach auch die Versicherung entsprechend informieren müssen.

2

Man müsste den Nachweis führen, dass der Versicherungsnehmer zum Zeitpunkt der Vertragskündigung nicht geschäftsfähig war, um ggf. die Kündigung anfechten zu können.

Das dürfte aber sehr schwierig werden.....

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Da wirst Du leider keine Chance haben, dass irgendwie anzufechten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?