Sterben durch krank sein?

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10 Antworten

Moin,

Heroinintoxikationen betrachtend unterliegst du da einem Trugschluss. Auch wenn Opioide (zu denen Heroin zählt) und Opiate durchaus gerne Übelkeit verursachen, ist der Mechanismus, der Heroin potentiell tödlich macht, ein anderer.

Heroin bindet, wie die anderen Opiate/Opioide auch, an den sogenannten Opioidrezeptoren. Diese sind im Körper u.a. im zentralen Nervensystem (d.h. Gehirn und Rückenmark) zu finden und haben unterschiedliche Effekte. Einer der Effekte (welchen sich Konsumenten zunutze machen und letztendlich in die Abhängigkeit führt) ist eine ausgeprägte Euphorie. Auch in der Medizin wird auf diesen Effekt gebaut: Wenn z.B. ein Unfallpatient massive Schmerzen hat, dann könnte ihm (das etwas anders wirkende und sicherere Opioid) Fentanyl verabreicht werden. Dadurch wird der Patient in eine euphorischere Stimmung versetzt. Natürlich ist das nicht der Hauptgrund, z.B. Fentanyl zu spritzen.

Der eigentliche Grund in diesem Beispiel führt zu einem weiteren Effekt, den spezielle Opioidrezeptoren vermitteln: Sie mindern u.a. die Weiterleitung von Schmerz, indem die Informationsweitergabe von Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) gehemmt wird. Aufgrund dieser Wirkung sind Opioide und Opiate in der Medizin sehr weit verbreitet, insbesondere im Bereich der Anästhesiologie. Sie werden standardmäßig zur Schmerzausschaltung bei Operationen gegeben, chronische Schmerzpatienten werden z.T. auf Opioide eingestellt und so weiter.

Ein weiterer Effekt, den diese Opioidrezeptoren haben, ist die Dämpfung der Kohlenstoffdioxidwahrnehmung. Der Kohlenstoffdioxiddruck im Blut ist DER Reiz, der uns daran erinnert atmen zu müssen, insbesondere wenn wir schlafen (sei es weil wir müde sind oder weil wir Heroin konsumiert haben). Gemeinsam mit diesem Effekt und der zentralen Schmerzausschaltung kommt es also dazu, dass Heroin (wie alle Substanzen dieser Gruppe, auch Fentanyl und Co.) in gewisser Dosierung bewirken, dass der Mensch das Atmen schlicht und ergreifend "vergisst". Dies ist die hauptsächliche Gefahr, die von diesen Substanzen ausgeht und den Großteil der vielen Heroin-Toten ausmacht.

Bewegen wir uns von extern veränderten Bewusstseinszuständen weg. Wenn du schläfst, ist dein Bewusstseinszustand zwar gegenüber der Wachheit verändert, jedoch bist du weiterhin im Besitz einiger Reflexe, welche dir ein Überleben ermöglichen und auch wahrscheinlich machen; dazu zählen u.a. die Spontanatmung (welche grob gesagt über den im vorigen Absatz erklärten Mechanismus abläuft) und den Hustenreiz. Diese bewahren dich davor, im Schlaf das Atmen "zu vergessen" oder Erbrochenes, Blut oder was auch immer anzuatmen, ohne es zu merken.

Konnte ich deine Frage damit beantworten oder ist noch etwas offen?

Lieben Gruß ;)

Auch im Schlaf funktionieren deine Sensoren, du wachst auf über ungewöhnliche Geräusche oder darüber, dass du auf die Toilette mußt.

Auch im Krankheitsfall funktioniert das, dann erst recht, denn das gehört zur Überlebensstrategie des Körpers.

Das setzt aber voraus, dass man nicht mit Drogen bedröhnt ist - da dieser Fall in der "Software" nicht vorgesehen ist.

Was du beschreibst ist ein Problem für Bewusstlose (1. Hilfe, deshalb stabile Seitenlage) bzw. Zugedröhnte (Alkohol, Drogen).

Der Körper verfügt sonst über ein Alarmsystem welches dich aufwachen lässt wenn sich erbrechen ankündigt. Auch schützt zusätzlich der Hustenreflex wenn Flüssigkeit Richtung Luftröhre fließt. 

Es kann vorkommen ist sber selten, da du normalerweise aufwachst wenn du erbrechen musst, bzw notfalls einen Hustenreiz auslöst.
Anders ist es bei bewusstseinsgestörten Menschen bei denen die Schutzrelfexe erloschen sind (bei Drogenintox, Alkoholintox, etc.) da bei diesen das Erbrochene ungehindert in die Lunge fließen könnte, sie deshalb aspirieren und ersticken können.

Nein, normalerweise wuerde dein Hustenreflex das vermeiden. Ich nehme an dass der bei Drogenmissbrauch  beeintraechtigt sein kann.

3easy5me 07.03.2016, 20:59

Ich nehme keine Drogen, nicht mal Alkohol oder Tabak. Aber ich werde gerade krank und Breaking Bad hat mich gelert das man auf Heroin am Brechreiz erstickt.

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Steffile 07.03.2016, 21:03
@3easy5me

Ja, das widerspricht sich ja nicht mit dem das ich geschrieben habe .  (ich bin nicht davon ausgegangen, dass du Heroin genommen hast und deshalb diese Frage gestellt hast).Gute Besserung!

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3easy5me 07.03.2016, 21:09
@Steffile

Vielen Dank :) Ich wollte auch nicht widersprechen, sondern nur klar stellen, dass ich keine Drogen nehme :P

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Da wäre ein plötzlicher Herztod wahrscheinlicher. Der Körper verfügt über Schutzreflexe, die bei Alkohol oder Drogenkonsum nicht mehr vorhanden sind ( richtig erkannt!) und dadurch kommt es zu Aspiration des Erbrochenen. Auch wacht man in der Regel auf, bevor man sich übergibt. Beste Grüße,Adrian13J:)

Prinzipiell kann das schon passieren aber bei Heroin kommt dazu, dass die Reflexe die die Person normalerweise aufwachen lassenwürden, ausgeschaltet sein können. Dazu kommt noch das Erbrechen bei Heroin eine häufige "Nebenwirkung" ist. Die häufigste Todesursache bei einer Überdosis Heroin ist aber glaub dennoch nicht an Erbrochenem zu ersticken sondern einfach so durch die Atemdepression.

kommt selten vor, ist aber möglich

Dann wachst du entweder schnell auf oder schluckst umbewusst alles runter ...

Nicht, wenn du nicht gelähmt, gefesselt oder dergleichen bist.
Das Ersticken durch Erbrochenes kann auch bei stark alkoholisierten Menschen vorkommen... bei Alk oder Drugs kann man sich nicht umdrehen oder kriegt es vllt nur im Dämmerzustand mit

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