Sterben durch die Globalisierung zunehmend Betriebe aus, welche durch größere Ketten ersetzt werden, welche weniger Personal brauchen?

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7 Antworten

Globalisierung macht gar nichts. Globalisierung ist nur ein schlechter Begriff für eine ganze Anzahl von Entwicklungen, die in der Summe unser Wirtschaften verändert haben. Dem Begriff "Globalisierung" selbst werden unterschiedliche Definitionen zugeordnet. Schon mit der Frage, ab wann dieser Prozess als "Globalisierung" zu bezeichnen ist, gehen die Meinungen weit auseinander. Es ist wie mit dem Begriff "Klimawandel". Das Klima ist ununterbrochen im Wandel und genauso sind unsere Wirtschaftsprozesse ständig im Wandel. Im Nachhinein geben wir uns immer schlauer in der Analyse dessen, was uns im Vorhinein überrascht hat. Und eine meist einseitige oder erst recht ideologisch gefärbte Analyse verstellt uns den viel wichtigeren Blick, wie wir für eine sich abzeichnende Zukunft vernünftig reagieren können. Wir sind noch mit Abwehr des Vergangenen beschäftigt und werden bereits von den neuen Entwicklungen der Zukunft überrollt, ohne damit einigermaßen umgehen zu können.

Wenn man allein in Deutschland den ständigen Wandel der Wirtschaftsstruktur von den 50er Jahren bis heute anschaut, damals noch Schwerindustrie und viel körperliche Arbeit, Schwerstarbeit in der Landwirtschaft und dann die erste stärkere Automatisierung, Wegfall der Schwerindustrie, enorme Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität mit immer weniger Leuten, bis zum heutigen Stand der Verlagerung der Produktionen ins Ausland, Ausweitung des Dienstleistungsgewerbes usw., dann ist es fast ein Wunder, mit wie wenigen bedeutenden Krisen dieser Wandel sich vollzogen hat. Schaut man auf die Zahlen der Beschäftigten, haben die sogar zugenommen, weil z.B. gegenüber den 50er Jahren immer mehr Frauen in den Arbeitsprozess eingegliedert wurden. Wer in den 60er Jahren prophezeit hat, dass mit dem Wegfall der Schwerindustrie Kohle und Stahl eine riesige Arbeitslosigkeit ausbrechen würde, musste staunend die Wellen der "Gastarbeiter" registrieren, die geholt wurden, weil wir hier die Arbeitsplätze nicht mehr besetzen konnten.

Dabei darf man nicht übersehen, dass natürlich Industriearbeitsplätze ins Ausland verlagert wurden, nach Brasilien, Argentinien, nach Fernost und dort ebenfalls weltweit neue Arbeitsplätze entstanden sind. In Indien tut sich was, in China oder Südkorea und Vietnam blüht die Wirtschaft durch den internationalen Handel auf. Seit einigen Jahren wird davon geredet, dass die Entwicklung zu Industrie 4.0 geht und dafür qualifizierte Arbeitskräfte gebraucht werden. Was ist die Reaktion in Deutschland: Eine Bildungsinitiative? Wir behaupten, es kämen Ingenieure und dann lassen wir Analphabethen haufenweise in unsere Sozialsysteme, obwohl wir wissen könnten, dass wir durch mangelnde Integration bereits genügend Schulabbrecher haben, die wo möglich mit großem Aufwand nachqualifiziert werden müssten. Industrie 4.0 wird kommen, weltweit, aber wir üben uns in Sozialträumen, statt uns der Herausforderung zu stellen. Manche haben immer noch nicht begriffen, dass die Welt kein Wunschkonzert ist und unser Einfluss nur dann greift, wenn wir nicht gegen Entwicklungen arbeiten, die wir selbst in Gang gesetzt haben. Als eines der größten Probleme wird sich die ungebremste Vermehrung der Menschheit herausstellen. Das ist nicht mehr wie vor 50 Jahren, als die sich dumm und uninformiert in finsteren Winkeln Afrikas oder Asiens gedrängt haben. Die haben vielleicht nicht viel zu essen, kaum das Nötigste - aber Smartphones und eine ganze Industrie hat sich entwickelt - Schleuser genannt - die eine neue Völkerwanderung mobil hält.

Herzschmerz ist da keine angemessene Reaktion. Manche allzu Herzbewegten ahnen nicht, dass sie sich die eigene Konkurrenz ins Land holen. Wir leben von einer hochentwickelten Export- und Nahrungsindustrie und die braucht immer weniger Leute. Der Rest, das ganze Staatswesen, die Dienstleister, die Kulturschaffenden und Reichtumsverschieber der Helferindustrie sind Überbau - vornehm ausgedrückt - oder Schmarotzer, die von der Produktivität der wenigen Produktiven leben. Die belasten wir hier immer mehr, bis sie zu dem Schluss kommen: Wir verkaufem sowieso mehr im Ausland, bleiben wir doch gleich dort. Lassen wir doch unser immer weniger geliebtes Land in seiner Neidhammel-Ideologie schmoren, bis sie merken, dass aus Neid kein einziges Produkt entsteht und nur verteilt werden kann, was man vorher auch produziert hat.

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Die Handwerklichen Jobs (Unternehmen) werden nie ersetzt werden. Er so diese Jobs wo man einen Computer für braucht, die werden irgendwann ganz durch Maschinen - computer ersetzt werden.

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Ich schreibe nur so viel dazu, dass dadurch die Gewinne immer mehr von welchen abgeschöft werden die an der Erwirtschaftung des Umsatzes des Unternehmens nicht mehr beteiligt sind, oder wenn nur sehr indirekt. Das ist die Crux.

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Durch die Globalisierung werden nicht nur die Konzerne und mittelständischen Betriebe, sondern weltweit auch die Ärmeren bei der Billigproduktion profitieren. Die niedrigen Endverbraucher-Preise finden wir dann alle auch gut.

Mit der Ausdehnung von  Baumärkten, Obi und Ikea gehen bei uns kleine Schreinereien kaputt. Auch das Schuster-Handwerk und bald die Bäckereien können dicht machen. Ihre schönen Verdienstmöglichkeiten sind dann mal weg.

Früher gab es Droschkutschen, heute Taxis. So ist das heute..

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durch die globalisierung werden ganze industrie- und produktionszweige "outgesourct"..

personal sollte möglich wenig kosten. in billiglohnländern und der 3. welt kann zudem auch der umweltschutz vernachlässigt werden. es wird dort produziert we es am billigsten ist. denn dann ist der gewinn natürlich maximiert..(ökonomisches prinzip)

und in deutschland kann sich dann "die belegschaft" eines konzerns oder unternehmers anhören, man müsse "nullrunden fahren" oder weihnachtsgeld streichen, urlaubsgeld kürzen...um konkurrenzfähig zu bleiben...völlig gaga..


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Die Globalisierung hat für mittelständische Unternehmen schon zu einem wirtschaftlichen Blutbad geführt.

Hierzu braucht man sich nur Zulieferanten für diverse Industrieunternehmen anschauen.

Hatten wir früher kleine Gießereien und Drehereien, so sind diese verschwunden. Schaut man in die Schraubenherstellung, so findet sich fast nur noch das chinesische Schräubchen im deutschen Kartönchen.

"Made in Germany" ist geopfert, der Mittelstand verschwindet, es bleibt letztendlich eine Schere zwischen wachsender Armut und wenigen reichen Konzernen.

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thetee99 12.05.2016, 09:49

Kleine historische Anekdote nebenbei: "Made in Germany" ist ein Begriff den uns die Engländer in der Nachkriegszeit aufgedrückt haben. Er sollte qualitativ minderwertig hergestellte Werkzeuge kennzeichnen, die aus Deutschland nach GB importiert wurden.

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ja, das kann man oftmals so sagen

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