Stellt der islamische Fundamentalismus eine Rückkehr ins Mittelalter dar?

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12 Antworten

Ich würde sagen "Ja", wobei ich allerdings anmerken würde, dass es hin- und wieder fortschrittlicher denkende Muslime gibt, die versuchen, ihre Religion zeitgemäßer auszulegen, indem sie die Sichtweise auf den Koran ändern, und die Aussagen dieses Buches (die, oft sehr mittelalterlich anmuten) eher metaphorisch betrachten.

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das europäische mittelalter war aufgeklärter als viele denken:

98 Prozent der Menschen waren arm. Dies brachte die Notwendigkeit mit sich, dass die ganze Familie weitestgehend gleichberechtigt auf den Feldern und im Haushalt arbeiteten. Das typische Klischee die Frau arbeitet im Haus, der Mann auf dem Feld war eher untypisch fürs Mittelalter. Eher sah es so aus, dass in einem Dorf, die Männer die Feldarbeit übernahmen, in einem anderen Dorf die Frauen und in einem anderen Dorf Männer und Frauen die Feldarbeit übernahmen. Es haben also eher die Umstände - wie z.B. ein nahender Krieg, Männermangel, das Wetter usw. die Arbeit beeinflusst.

Auch sexuell war es teilweise moderner als in vielen Regionen der heutigen Welt. So konnten Männer und Frauen (98 Prozent der Bevölkerung) sich jederzeit unter dem nächsten Baum verheiraten und wieder trennen. Sie brauchten meistens nur einen Zeugen.

In diesem Sinne war es sogar unbürokratischer als heute und wohl auch fairer.

Aber logischerweise gab es trotzdem Phänomene wie den schwarzen Tod, die Inquisition (heidnischer Ursprung), Kreuzzüge und weitere Kriege.

Das aber der heute gebildete Mensch, so viel friedlicher sei, als die Menschen im Mittelalter ist mir bisher nicht wirklich aufgefallen.

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nein. Es ist vielmehr die Rückbesinnung auf die Zeit Mohameds, auf sein Handeln als das des vorbildlichsten Menschen, der je gelebt hatte, und auf die Taten und Verhaltensweisen der 'vorbildlichen Altvorderen (salaf)'.

Diese diversen radikalen Spielarten des Sunnitentums stellen das Dogma auf, Koran und Verhaltensweisen der 'vorbildlichen Altvorderen' bis zum 2.Kalifen (Uthman) sei wortwörtliches Wort und Gesetz Allahs, unveränderlich und buchstäblich gültig für alle Zeiten, alle Kulturen und alle Situationen.

Andere Auslegungen, wie zb die der Aleviten, die den Koran in seinem historischen Kontext und spirituell auslegen, werden von radikalen Sunniten dann als Verrat am Islam verdammt (ein Schiit, ein Alevit, sei so verkommen, dass er erst Jude werden müsse, bevor man ihm gestatte, Rechtgläubiger zu werden.).

Die Fundamentalisten an sich bilden keine neue Rechtsschule oder Denomination, sondern sehen sich als die einzig konsequenten Sunniten.

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Definitiv NEIN.

Im Mittelalter, besonders in den frühen Jahrhunderten, war der Islam eine der tolerantesten und fortschrittlichsten Religionen der Welt. In den arabischen Ländern wurde das Wissen aus der Antike nicht verteufelt, sondern überliefert und sogar weiterentwickelt. Es wurde ernsthafte Forschung betrieben, Philosophe gelebt und sogar wissenschaftliche Theorien aufgestellt, die im Abendland erst frühestens ein Jahrtausend später wiederentdeckt wurden: Sogar eine erste Evolutionstheorie wurde von muslimischen Gelehrten (Cabir bin Hayyan) bereits im achten Jahrhundert aufgestellt!

Ein Rückschritt ins Mittelalter würde ich beim Islam deshalb sehr begrüßen. Der derzeitige Fundaentalismus, mit dem der Islam heute immer wieder in Verbindung gebracht wird, ist leider eine viel zu moderne Erscheinung.

(Bevor jetzt wieder diese ganzen Gutmenschen kommen und mich angreifen: Ja, ich weiß, nicht jeder, sondern nur die wenigsten Moslems sind Fundamentalisten!)

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Kommentar von Maarduck
02.06.2016, 15:15

Ja, ich weiß, nicht jeder, sondern nur die wenigsten Moslems sind Fundamentalisten!

Da muss ich jetzt aber doch mal den Gutmenschen hervor kehren und nachhaken: Willst du etwa damit behaupten, unsere Gefängnisse wären nicht mit Islamisten gefüllt, sondern mit den ganz normalen Muslimen?

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Kommentar von Mastrodonato
02.06.2016, 15:15

Woher weisst Du, was Leute wirklich denken? Es gibt Untersuchungen, dass 40% der Muslime in Europa fundamentalistischen Gedankengut offen sind 60% stellen die Scharia über die Verfassungen. In einer Schulklasse erschrak eine Lehrerin, dass muslimische Schüler davon sprachen, Christen und Juden müsse man töten und das Attentat auf Charlie Hebdo sei gerechtfertigt, denn die hätten ja den Propheten beleidigt. Als sie das im Fernsehen sagte, kamen aus allen möglichen Schulen Zuschriften, die besagten, dass man ähnliche Erfahrungen gemacht hatte.

Wir sind in Europa nicht verpflichtet, jeden aufzunehmen. Wir können sagen, dass wir weitere EInwanderung aus Kulturen, mit denen schlechte Erfahrungen gemacht wurden, unterbinden wollen.

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Kommentar von Agentpony
02.06.2016, 19:17

Ich würde dagegenhalten, dass nicht der Islam die große fortschrittliche Kraft war, sondern die damaligen Hochkulturen einfach wie zuvor weitergemacht hatten. Es wird dem Aufmerksamen sicher nicht entgehen, das die islamische Wissenschaft sehr auf Persien und das Gebiet des alten Babylon, oder auch Vorderindien konzentriert war. Diese Hochkulturen sind mit der Ausbreitung des Islam ja nicht gleich zugrundegegangen. Wissenschaft, Kunst und Freigeistigkeit ist ein Luxus, den man sich leisten können muss. Gefördert wurde der durch einen reichen und mächtigen Adel, und punktuell durch ein starkes Bürgertum. Und gestorben ist die Zivilisation, wenn die Macht des Klerus steigt. Denn dieser ist zumindest bei den Wüstenreligione der Feind des freien Denkens. Mussten wir gerade im letzten Jahrhundert seit den Sechzigern mit dem Rückfall der Arabisch/persischen Welt in einen fundamentalen Islam erleben.

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Ja. ins frühe Mittelalter, in die Zeit, in der Islam begründet wurde. Das ist ja das Problem: Das Christentum wurde in den letzten 500 Jahren reformiert durch Luther und wurde politisch durch die Französische Revolution entmachtet. Die demokratischen Staaten haben in Europa den Staat und die Kirche getrennt und die Religion zu einer Privatsache gemacht. All das lehnt der Fundamentalismus ab. Es ist, wie wenn das 7 Jahrhundert mitten in Europa wieder ausgebrochen wäre.

Es ist so, als ob die christlichen Hexenverfolger, Kreuzritter  und die intoleranten Inquisitoren mitten unter uns wieder auftauchen würden. Die müsste man genauso bekämpfen wie den Islamismus.

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Nein.
Das wird immer wieder behauptet, weil viele ein vollkommen falsches Bild von Mittelalter haben. In christlichen Mittelalter hatte Vernunft einen sehr hohen Stellenwert. Auch ist der Islam mit sehr bedingt mit dem Christentum zu vergleichen.

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Kommentar von Mastrodonato
02.06.2016, 13:49

Man braucht sich nur zu vergegenwärtigen, dass Jesus Christus nicht einen einzigen Krieg geführt und auch niemanden getötet hat, währen Mohammend unzählige Kriege geführt und auch 800 Juden köpfen liess.

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Rückkehr? Es gab keine Moderne im Islam

Der Koran, - und der Islam als Religion, Kultur und Politik vereinheitlicht-,  er wurde ja von Allah auf Mohamed herab gesandt, ist nie aus seinen mittelalterlichen Vorstellungen über die Welt heraus gekommen.

Es gab zwar Versuche,  die alle scheiterten.

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Fast alles Religionen bedeuten einen Rückschritt, oder hemmen zumindest die Weiterentwicklung.

Hätten alle Menschen bis heute einfach akzeptiert, dass die Erde von einem Gotteswesen erschaffen wurde und erst ein paar tausend Jahre alt ist, dann hätte nie Bedarf zur Erforschung bestanden, die Frage wäre ja bereits beantwortet.

Hätte niemand die Lehre hinterfragt, dass Krankheiten einfach eine Strafe Gottes sind, wüssten wir heute noch nichts von Bakterien und Viren.

Das ist nur zwei Beispiele, aber es läuft im Grunde darauf hinaus, dass gar kein Forscherdrang entstehen kann, wenn man "Gott wars" als Erklärung für alles akzeptiert, oder sich sogar noch daran klammert. Zweifel und hinterfragen gelten in allen mir bekannten Religionen als schlecht und werden nicht gern gesehen. Das hat auch in der Vergangenheit viele Menschen das Leben gekostet und selbst heute kann man noch in einigen Gebieten dieser Erde sein leben verlieren, wenn man religiöse Lehren hinterfragt.

Auf solche Zustände steuert man unweigerlich zu, wenn man den Religiösen das Ruder überlässt, das gilt nicht nur für islamistische Fundamentalisten. Wenn man ein heiliges Buch als die Wahrheit ansieht und alles was ihm widerspricht für falsch hält, sieht es für den Fortschritt sehr schlecht aus. 

Heute gibt es Fundamentalisten, Atheisten und dazwischen die Rosinenpicker. Die suchen sich die Stellen aus der heiligen Schrift aus, die sie mögen und die ihrem Moralempfinden entsprechen. Der Rest wird für symbolisch erklärt. Sie basteln sich die religiösen Lehren so nach ihren eigenen Vorstellungen zusammen, wie es ihnen gefällt. Das haben die Menschen schon immer getan und werden es auch so lange tun, wie es noch Religionen gibt.

Religionen tun der Gesellschaft nicht gut. Sehr religiöse Gebiete sind nicht ärmer an Leid, sie sind eher rückständig.

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Kommentar von marylinjackson
02.06.2016, 14:31

Die Religionen verbreiteten mit der Schrift auch Wissen. Und die christliche Lehre hinterfragte Martin Luther. 

Im Islam dagegen gibt es nichts zu hinterfragen, das Wort Allahs ist unveränderlich. Islam ist und bleibt  daher Mittelalter.

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Ist das nicht sowieso das Ziel? Wahrscheinlich nicht in das Mittelalter vom V bis zum Anfang des VII Jh, aber Mittelalter ging bis 1500.

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Hallo iRussak95

Für die Zivilisation ja.

Das Alte mit dem neuen verbinden erreicht dadurch erhebliche Komplikationen.

Die praktische Umsetzung wären zivilisierte Erklärungen die leicht verständlich sind.

Unnötigen Streß ins Land holen bzw lassen schmeist uns alle zurück.

Gruß Ralf

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nein, viel schlimmer, sie ist die rückkehr in die steinzeit, wo man noch stumpfsinnig mit der keule auf alles raufgehauen hat, was einem nicht passte, nur die waffen hätten sich dabei verändert.................:)

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