Steht für Muslime der Koran/Scharia über dem Grundgesetz?

13 Antworten

Für viele nicht, für (hoffentlich nicht ganz so viele) schon:

WDR Fernsehen 3. Programm vom 6. August 2007 - Ausschnitte eines Interviews aus der Abubakr-Moschee Köln:

Der Westen braucht den Islam. Gesetze die in der Scharia festgeschrieben sind, daran gibt es nichts zu rütteln, Handabhaken ist ok. Zweifel nicht an die Scharia, sonst verlierst du den Glauben.
Hände abhacken, steinigen, auspeitschen, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren, das sind Teile des Islamischen Rechts.
Der Moslem muss die Welt nach dem Koran verändern. Wenn ich westliche Freunde habe, verstößt das gegen den Koran. Nehmt nicht Christen oder Juden zu Freunden. Koran Sure 51 Vers 56.
Vorgesetze und Regierungen gelten nicht als Vorgesetzte. Moslems haben ihre eigenen Gesetze. Es gilt nur der Koran.
Keine Ungläubigen als Freund, im tiefsten Herzen müssen wir sie hassen. Sure 55 Vers 56.
Denke nicht, sonst verlierst du den Glauben.

Das wurde also direkt hier in Deutschland gepredigt, nicht in irgendeinem islamischen Land.

Und die AbuBakr-Moschee ist einer der größten Moscheen in Köln, also kein "kleiner Hinterhof" oder so.

Ich finde diese Sache immer etwas seltsam.

Ich meine, ich habe nicht auf das Grundgesetz geschworen, und ich sehe es nicht als höchstes Prinzip und ich achte sogar meinen eigenen Willen höher als das Grundgesetz wenn er damit in Konflikt geraten würde.

Kannst ja auch fragen ob Christen Jesus, der heilige Geist oder ihr Gewissen über dem Grundgesetz stehen.

Es gibt manche Muslime die demokratiefeindlich und extremistisch sind und keine freiheitliche Ordnung wollen, sicher mehr als unter den Christen.

Aber ich finde es irgendwie seltsam das am Grundgesetz zu messen oder nur an Demokratie und Extremismus.

So ist es. Solche Fragen sind immer etwas hinterhältig. Muslimen ist Allah selbstverständlich der Herr. Und sie bemühen sich, Seinen Wegweisungen zu folgen. Aber zugleich sind Muslime auch Leute, die sich an Beträge zu halten haben. Lebt ein Muslim hier, muss er selbstverständlich die Gesetze achten und respektieren. Wenn einer anderer Meinung ist, dass er such nicht an das Grundgesetz halten will, dann soll er weggehen. Das sage ich als Muslim.

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@mulan2255

Ich meinte natürlich Verträge. ...

Nachtrag: Diese Fragen und die oft folgenden negativen teilweise wie Horrorgeschichten klingenden Antworten entspringen alle demselben Grundproblem: Teilweises oder völliges Unwissen. Sie wissen nicht, was Scharia ist - und was nicht.
http://www.eslam.de/begriffe/i/islamisches_recht.htm

Nur Extremisten sehen nicht, dass sie sich an die Regeln des Landes zu halten haben, in dem sie leben. Muslime werden auch Ahl al-'ahd. genannt, d.h. Leute des Vertrags. Sobald ein Muslim hier lebt oder hierher kommt, geht er einen Vertrag ein, schließt Verträge, wie z.B. Miet- oder Arbeitsverträge. Er ist nur verpflichtet, in die muslimische Welt auszuwandern, wenn ihm die Religionsausübung unmöglich gemacht wird. Da das GG aber keine Beschränkung auferlegt und es kein Gesetz gibt, dass uns Muslimen die Religionsausübung unmöglich macht, selbst wenn es Diskussionen um Kopftuch und punktuelle Diskriminierung und Islamophobie gibt, so ist die Religionsfreiheit hier dennoch gesichert. Mehr noch, hier ist mehr Religionsfreiheit vorhanden als in den meisten muslimischen Ländern, auch wenn das düstere Bild, was hier oft gezeichnet wird, übertrieben ist und in der Regel von Leuten kommt, die das auch nur gehört oder gelesen haben, nicht aus eigener gründlicher Erfahrung wissen. Da spielt regelmäßig Klischee und uraltes Vorurteil eine Rolle.

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Ich weiß nicht was das eigentlich immer soll, ich meine ich lehne den Islam ab, aber was erwartest du? Muslime glauben Allah sei Gott und wollen Allahs Gebote befolgen, mehr oder weniger bzw. die einen mehr und die anderen weniger.

Jetzt an dieser Stelle anzunehmen, dass ein Gesetz geschaffen von Menschen könne über dem stehen was Gott sagt, auch wenn Allah nicht Gott ist, ist so unglaublich naiv. Weißt du was du da eigentlich sagst?

Die einzige Möglichkeit das Grundgesetz zu respektieren, ist es, wenn es im Einklang mit dem eigenen Glauben steht oder zumindest sich nicht gegen den eigenen Glauben richtet.

Deswegen haben so gut wie alle Christen kein Problem mit dem Grundgesetz, weil darin im Großen und Ganzen steht was sie eh schon glauben und weil das Grundgesetz aus christlichen Gedanken entsprungen ist.

Man sieht ja auch den Unterschied zwischen Deutschland und zB Pakistan, Irak, Somalia, Jemen, Mali, Iran, Indonesien, Syrien, Jordanien, Lybien, Marokko usw. usw.

Zum Glück haben wir in Deutschland das Grundgesetz und nicht die Gesetze vom Allah. Schlimm genug, dass in einigen islamischen Ländern selbst einige Nicht-Muslime öffentlich ausgepeitscht werden, wenn sie sich an die Gesetze der Moslems Bzw. der Sharia nicht halten - zB in der Öffentlichkeit sich Daten und „Händchenhalten“ usw.

Die einzige Möglichkeit ist, das Grundgesetz so zu lassen wie es ist und wem es nicht passt, ist falsch in Deutschland. Meine Eltern stört es nicht, mich genauso nicht und ich kenne viele Menschen mit migrationshintergrund (Polnisch, Russisch, Serbisch, Italienisch, ....) die auch kein Problem mit dem Grundgesetz haben.

Merk dir einfach : Viele Millionen Moslems weltweit würden gerne in Deutschland leben, aber nicht Millionen von Deutschen in einem islamischen Land. Komisch oder, wenn das Grundgesetz doch so schlecht ist.
Ich als Ex-Muslim bin jedenfalls lieber nicht mehr auf der Welt, als in einem Land zu leben mit Sharia oder in einem islamischen Land.

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@HamdiOsman

Keine Ahnung auf wessen Kommentar du oder Beitrag du antworten wolltest, meiner war es auf jeden Fall nicht.

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Die Muslime sehen die Sharia als oberstes Gesetz, da der Glaube das oberste für Muslime ist, allerdings werden nur die Punkte nach der Sharia gelebt, die genauso im Grundgesetz vorgeschrieben werden. Also um es kurz zu fassen -theorie und praxis ist nicht das selbe.. und jemand der hier geboren ist, der ist auch glaube ich als Moslem sehr froh darüber, dass er nach dem Grundgesetz leben darf;)

Die Youtuber zeigen bewusst solche „dumme“ Menschen, damit leute wie Sie sich so etwas fragen und Ihre Klicks sich vermehren.. so ungefähr wie BILD

Die Antwort ist eindeutig JA.

Die größte Sünde im Islam ist es, jemanden oder etwas mit Allah auf eine Stufe zu stellen; dies bezeichnet man als SHIRK. Shirk wirft dich unmittelbar aus dem Islam.

Somit ist es auch SHIRK, dem göttlichen Recht, der Scharia, ein anderes - weltliches - Recht überzuordnen. Ein Muslim, der sich also weltlichem Recht unterordnet und dabei Scharia-Recht ignoriert, der entfernt sich aus dem Islam und findet sich - nach eigener Überzeugung - dereinst in der Hölle wieder.

Einer der Hauptgründe übrigens dafür, dass der Islam NICHT zu Europa passt bzw. nicht zu Deutschland "gehört".

Natürlich gibt es in Deutschland einige neo-liberale Muslime, die das anders sehen und leben, jedoch haben sich diese schon längst aus dem Islam entfernt - mitunter ohne dies zu wissen.

Eine weitere Regel im Islam besagt, dass wenn Du in einem nicht-muslimischen Land nicht leben kannst, ohne kufr zu begehen, Du verpflichtet bist, Dich in Sicherheit zu bringen, in dem Du dieses Land verlässt und in ein islamisches umsiedelst.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Intensives Koranstudium - Inzw. Ex-Muslima alhamdullilah

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