Steht einem "Enterbten" der Pflichtteil nach deutschem Erbrecht zu?

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7 Antworten

Enterben ist in Deutschland gar nicht so einfach.

Hier müsste der Erblasser schon (notfalls vor Gericht) nachweisen können, dass etwa der potentielle Erbe ihm nach dem Leben getrachtet oder seinen Ruf ruiniert hat oder ähnlich gravierende Verfehlungen.

Wenn das gelingt, dann gibt es natürlich auch kein Pflichtteil mehr.

Hier steht es ziemlich genau: http://www.finanztip.de/recht/erbrecht/enterbung-pflichtteil.htm

ja, immer. Der P. läßt sich nicht ausschließen durch Testament. Außer "grober Undank", und das mus erstmal bewiesen werden.

Den Pflichtteil kann man nur verlieren, wenn eine Vererbung nicht zumutbar ist. D.h. wenn der potenzielle Erbe sich Verfehlungen gegenüber dem Erblasser zu Schulden hat kommen lassen. Diese sind aber auch nur schwer zu beweisen.

Laut meinem Vater ja, leider. Er hat sich vor kurzem u.a. deswegen mal um sein Testament gekümmert.

Man muss unterscheiden zwischen Enterbung und Pflichtteilsentziehung.

Die Enterbung ist der Ausschluss als gesetzlicher Erbe und jederzeit durch Testament möglich.

Die Entziehung des Pflichtteils ist nur in den gesetzlich festgelegten Fällen möglich und bedarf in jedem Fall einer Begründung.

Was dem Erblasser bleibt, ist die Möglichkeit, den Pflichtteil durch lebzeitige Verfügungen und Nachlassplanung zu schmälern. Zu diesen Möglichkeiten gibt es hier eine Übersicht: http://www.notar-enterbung.de/nachlassplanung.html

Ja, hier steht's: http://www.pflichtteilrechner.de/106_hat_ein_pflichtteilsberechtigter_der_enterbt_wurde_anspruch_auf_den_pflichtteil.html

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