Steckt man mich in die Psychiatrie, wenn ich meinen Hausarzt erzähle, dass ich Selbstmordgedanken habe?

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7 Antworten

Dein Arzt wird dich ernst nehmen und dich nicht gegen deinen Wunsch einweisen. So etwas macht man nur bei unmittelbarer, konkreter Gefahr, nicht allein, weil jemand Selbstmordgedanken hat.

Beispiel: Wenn du völlig aufgelöst anrufst und sagst, du wirst dich innerhalb der nächsten Stunde umbringen, dann könnte eine Einweisung veranlasst werden zu deinem Selbstschutz. Ansonsten wird dein Arzt versuchen, dich zu beruhigen und evtl. einen Termin beim Facharzt für Psychiatrie vorschlagen, um ein sinnvolles Vorgehen - zusammen mit dir - zu überlegen (z.B. Medikation, Einleitung einer unterstützenden Psychotherapie).

Tamtamy 17.08.2017, 08:34

Einige Zeit später:
Ein 'Danke' für meine Bemühungen nehme ich immer noch gerne entgegen. (:-)

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Quatsch. Selbstmordgedanken haben viele Menschen, die Frage ist, wie ernsthaft diese sind.

Er wird Dich aber nicht gleich einweisen, ein Hausarzt schon gar nicht.

Wenn Du wirklich ernsthafte Gedanken in dieser Richtung hast, benötigst Du tatsächlich Hilfe, die Du vielleicht von einem Facharzt erhalten kannst, zu der Dich dann der Hausarzt überweist, wenn er es für nötig hält.

Wäre jeder der schon mal Selbstmordgedanken hatte in der Psychiatrie, würde man vermutlich dort mehr Patienten haben, als draußen noch herumlaufen...

Rosbe7 12.08.2017, 19:20

Ja jeder hat und hatte  und wird Selbsttoetungsgedanken haben ab und an, das ist einfach so, fast schon normal, wenn ein Mensch in eine ungewohnte aus seiner Sicht schmerzhafte Lage kommt. Es wird nur nicht oeffentlich zur Sprache gebracht leider.


Aber ich wuerde dich bitten aufzuhoeren Suizid egal in welcher Form als Selbstmord zu bezeichnen, denn das ist juristisch betrachtet vollkommener Unsinn. Zwischen den Verben ermorden"morden und toeten besteht ein Unterschied und mich wurmt es wenn selbst die oeffentlichen Medien ihn falsch verwenden.

Also, wenn man jemanden gegen seinen Willen sein Leben auf schmerzhafte Weise und oder hinterruecks stutzt, dann hat man denjenigen ermordet und sollte dafuer bestraft werden.


Wenn man jemanden auf seinen ausdruecklichen Willen hin sein Leben sanft stutzt, dann handelt man nach seinen Willen (Aktive Sterbehilfe oder Assistierter Suizid nennt man das). Es ist in manchen Laendern strafbar und wird mitunter als Tötung auf Verlangen bestraft.


Wenn ich nun selbst mein Leben versuche sanft zu stutzen, ganz ohne andere da reinzuziehen (assistenten), dann toete ich mich. Ich gebe mein Ja zu meiner Handlung. Die Kriterien eines Mordes nach § 211 sind dabei unzulaessig. Und toeten ist sogar nach biblischen Gebot erlaubt, denn das Gebot heisst; "Du sollst nicht morden" toeten ist damit unter Umstaenden , dann wenn das eigene Leben als unwert, weil zu schmerzvoll, und nicht durch Medikamente besserbar ist erlaubt.


Zu dem Wort "umbringen" moechte ich nur schreiben, dass es eine Art Hut darstellt und die Worte "toeten" und "morden"ermorden" miteinbezieht.

Vorstellen kann man sich das so;


                                            umbringen

                                         /                     \

                     morden"ermorden         toeten                            





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antwortender 12.08.2017, 19:25
@Rosbe7

Und was hat das nun mit dem Thema zu tun oder mit meiner Antwort?

Manchmal macht es Sinn, die Nomenklatur des Fragestellenden aufzunehmen und er sprach genau von "Selbstmordgedanken"...

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Nein. Wenn deswegen gleich wer in die Psychiatrie käme, säße ungefähr jeder 2. Deutsche mal in der Klappse.

Da kommt meist nur wer hin, der in einer akuten Gefährdungsituation ist. Wenn dein Doc also den Eindruck hat, du wirfst dich vor das bächste Auto oder springst ihm aus dem Fenster.

Ansonsten sollte (und muss) er dir helfen. Das sollte eine Psychotherapie sein. Also vom Hausarzt aus die Empfehlung, die Überweisung, und eventuell, falls nötig, Medikamente.

Zwingen kann er dich normalerweise nicht. (Außer halt: siehe oben).

Wie er deine akute Situation einschätzt, weiß hier natürlich keiner.

Da du aber mit uns drüber schreibst, darf man davon ausgehen, dass du, zumindest unbewußt, an einer Lösung interessiert bist, die dir HILFT.

EinfachQoo 12.08.2017, 18:29

Ehrlichgesagt würde ich eine psychiatrische Klinikaufenthalt begrüßen, aber ich kann meine Ausbilding nicht aufgeben. Ich weiß nur das ich Hilfe brauche... ich habe keine freude mehr am Leben. Mein altag ist von Kummer und Einsamkeit geprägt. Meine Angstörungen hindern mich daran was zu unternehmen z.B neue Freunde zu finden. Ich möchte so nicht weiter leben.

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BalZakBarsoom 12.08.2017, 18:48
@EinfachQoo

Das ist ein großartiger Anfang. Der Beste eigentlich: Mit sich und seiner Situation unzufrieden sein, und etwas zum GUTEN ändern wollen.

Für dich ist tatsächlich der Erste Schritt, mit deinem Hausarzt darüber zu reden. DANN, entweder über ihn, was am Schnellsten geht, oder über deine Krankenkasse einen Termin bei einem guten Psychologen zu machen.

DEN kannst du dir selber aussuchen, also du kannst Einen antesten, und ablehnen, wenn er dir nicht passt.

Ein guter Anfang wäre auch.eine erste Beratung oder eine Selbsthilfe-Gruppe,

Vielfach findest du sowas über Organisationen wie die Caritas, bei mir ZB heißt das "Haus für Alle", dort findet man Erste Hilfe bei vielen Problemen.

Wichtig ist in jedem Fall, darüber zu REDEN. Dazu zu stehen, dass du krank bist. (Das ist nämlich eine Krankheit, eine, die man heilen oder zumindest kontrollieren kann).

REDEN ist wichtig, Ich habe das selbst für mich gemerkt.

Ich hab kein Ziel und keinen Sinn mehr gesehen, und, weil ich irgendwie nicht verzweifelt genug war, versucht, mich langsam umzubringen. Und zwar damit , dass ich versucht habe, mich tot zu saufen.

Scheiß Idee, das sag ich dir!

Irgendwann kam dann die Erkenntnis, dass ich tatsächlich KRANK war. Ich hab angefangen drüber zu reden, und DANN gemerkt, was für mich sehr sehr wichtig war: Es gab Menschen, die sich um mich sorgten! Auch welche, von denen ich das nie angenommen habe.

Das war in erster Linie bei einem Krankenhausaufenthalt wegen gebrochener Hüfte... Indirekt war das auf meine Sauferei zurück zu führen. Nicht, dass ich im besoffene Kopf gestolpert wäre, ich bin gefallen, weil ich meine Körper vernachlässigt habe.

Dann kamen im KH diese Leute, ICH hab geredet, Auch die Stationsärztin war dabei, die kam sogar an meinem letzten Tag zu mir. Aus ihrer FREIZEIT! Sie war am Tag meiner Entlassung auf Schulung.

Dann hab ich halt aufgehört mit dem Saufen.

Ich bin auf dem Weg nach oben, bis dahin ist es noch eine Weile, aber mir geht es deutlich besser.

Ich denke, dass bei mir auch irgendwie eine Angststörung dabei war, zumindest was in der Art. Bin irgendwann auf die Schnauze gefallen, und nicht mehr hoch gekommen...

ABER: Es gibt Menschen, die wollen dich, und mich, die wollen uns Helfen.

WIr müssen nur den Ersten Schritt machen. Nicht die Anderen.

Angststörung ist nicht schön, ich habe einen Freund, der ist schwer Soziophob, und ... nee. das reicht...

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Wenn du dir die Zeit in der Psychiatrie ersparen willst sag es nicht oder sag es so, dass man immer noch annehmen kann, dass du es nicht tust (habe ich so gemacht), denn du kannst wie hier sehr verzweifelt wirken und das wird dem *der?*  Arzt  (wenn es ihm so ist) im unguenstigen Fall zu deiner Einweisung verleiten.

Sprich doch lieber erst mal anonym mit der Telefonseelsorge? Oder du gehst zum Arzt und sagst ihm dass dir etwas Schmerzen bereitet. Du musst dabei nicht genau werden. Aber falls du wie ich ein engegefuehl in der Brust hast und Kopfschmerzen koennen schmerzlindernde Medikamente wirklich helfen.

Die koennen dir auch wieder die Kraft geben dein Umfeld so zu gestalten, dass du dich wieder darin wohler fuehlst. Versuche es erst mal so.

Eine Zwangseinweisung erfolgt bei akuter Fremd- Eigengefährdung.

Suizidgedanken alleine sind juristisch gesehen nicht akut.
Also wird dich niemand gegen deinen Willen einweisen.

Anders sähe es aus, wenn du sagst ich habe vor mich jetzt gleich mit 100 Schlaftabletten umzubringen.

Ja, das ist durchaus möglich! 

Zu Deinem eigenem Schutz! 

Tamtamy 12.08.2017, 18:30

Hast du Erfahrungen damit (z.B. aus dem Bekanntenkreis)?
So schnell wird das nämlich nicht gemacht.

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christl10 12.08.2017, 18:33
@Tamtamy

Ich war selbst in der Situation vor 11 Jahren und bekam auf meinen Wunsch eine Einweisung. Ich mußte hartnäckig bleiben, sonst hätte man mich nicht eingewiesen. 

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depressivekunst 12.08.2017, 18:42

so einfach wird man gegen den eigenen Wunsch nicht eingewiesen!

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christl10 12.08.2017, 18:43
@depressivekunst

Ich habe ja den Wunsch geäusert. 

Gegen den Willen wird keiner eingewiesen, das ist auch klar! 

Es sei denn er drückt sich vor dem Psychater eine Waffe an die Stirn. 

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depressivekunst 12.08.2017, 18:45

da ergibt deine Antwort allerdings keinen Sinn, denn der Fragesteller möchte nicht eingewiesen werden und das ist auch in seinem Fall nicht möglich (wie du behauptest).

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christl10 12.08.2017, 18:46
@depressivekunst

Wenn er nicht eingewiesen werden will, wird er auch nicht eingewiesen. Ist doch logisch. Was ist daran schwer zu verstehen? 

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depressivekunst 12.08.2017, 20:13
@christl10

Das steht so nicht in deiner Antwort. 

Du schreibst auf die Frage:" darf ich gegen meinen Willen eingewiesen werden?"

Ja das ist durchaus möglich. 

Zu deinem eigenen Schutz. 

Das ist in diesem Fall allerdings falsch. 

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Er über weist dich wahrscheinlich zu einem Psychiater, der dir erst mal nur Medikamente verschreibt

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