Steckt hinter der sozialistischen Gesinnung ein gewisser Neid?

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6 Antworten

Man wird nicht reich durch redliche Arbeit, wohl aber durch Ausbeutung, in dem man andere übers Ohr haut, sie reinlegt. Man wird reich durch Erbschaft, wo die Altvorderen ausbeuterisch vorgingen, du Schlaumeier. Man nimmt den gesellschaftlichen Reichtum den Reichen, den Besitzenden nicht weg aus Gehässigkeit, sondern aus dem Bedürfnis der eigenen Selbstentfaltung, der Wahrnehmung eigener Bedürfnisse. Dabei ist es ohne jeglichen belang, ob da noch eine Neidkomponente gleichfalls im Spiel ist oder nicht, wichtig ist vielmehr die eigenen Interessen wahrzunehmen, das ist der eigentlich springende Punkt.

Wer nun hingeht und ausgerechnet reiche Leute, also Ausbeuter vergötzt, vernachlässigt entweder seine eigenen Interessen, oder ist Kostgänger der Reichen. Für diese gilt der Spruch: "wes Brot ich ess, des Lied ich sing."

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Du hast die Reicheren vergessen, die geerbt haben und deren Vorfahren schon als Schmarotzer von anderer Leute Arbeit gelebt haben. Das hat hierzulande Tradition bis in Frühmittelalter. Und deren "Risiko" besteht maximal darin, daß sie andere entlassen müssen. Warum Du diese Klientel unterschlägst, bleibt Dein Geheimnis.

Und nein, Gerechtigskeitssinn, Verantwortungsbewußtsein und Empathie haben nichts mit Neid zu tun, noch sind sie zwangsläufig an untere Einkommensgruppen gebunden.

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Bei manchen vielleicht aber bestimmt nicht grundsätzlich.

Es gibt auch ärmere, die viel Risiko eingehen, usw. Allerdings wirdauch nicht in erster Linie der Wohlstand einiger Wohlhabender angeprangert.

Und dann nennen Linke es ,,sozial'', diesen Leuten einen großen Teil des Erwirtschafteten wegzunehmen.

Wobei die dann immer noch zigfach mehr haben als der Normalmensch.

Deine Beobachtung stellen eben keine vernünftige Grundlage für grundsätzliche Annahmen dar.

jedoch musste einmal jemand da gewesen sein, der das ganze aufgebaut hat, auch für seine Nachkommen

Was genau berechtigt jetz den Nachkommen zu leistungslosen Akquise dieses Wohlstands?

Grundsätzlich stellt sich eben die Frage, mit welchem Recht einige wenige Menschen große Teile der Welt besitzen.

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Es ist kein Widerspruch - oder der Gültigkeit der Kapitalismuskritik abträglich -  wenn neben legitimen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Erwägungen auch Neid in gewisser Form und Ausprägung steht.

Deine Charakterisierung des risikofreudigen Selfmademans gibt es natürlich, ist aber viel eher im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmer zu finden. Extremisten gibt es überall, aber du wirst wenige Linke finden, die einem solchen Menschen seinen Wohlstand nicht grundsätzlich gönnen.

Die Leute, die richtig reich sind, fahren in der Regel ein äußerst geringes Risiko sowohl von Verarmung, als auch vor rechtlichen Konsequenzen.

Die Leute, die in Verbindung mit dem weltweiten Finanzskandal verurteilt wurden, lassen sich an zwei Händen abzählen. Und das waren allesamt mittlere Ränge.

Die Deutsche Bank zahlt eine Milliardenstrafe nach der Anderen, und die einzige Konsequenz ist, daß man sich alle paar Jahre mal von einem Vorstand trennt - mit dicker Abfindung, versteht sich.

Millionenschwere Betrüger wie Peter Hartz oder Uli Hoeneß kommen mit einer Geldstrafe bzw. geringeren Haftstrafe davon, als ein Räuber mit einem Taschenmesser, der auf der Tankstelle €3000 "abhebt".

Kein EInziger dieser Leute landet "auf der Straße". Ich weiß also nicht, was du von Risiko erzählst.

Zu deinem Yachtbeispiel, bedenke, daß Luxusyachten für die allermeisten Menschen ein reines Luxusspielzeug für wenige Wochen im Jahr darstellt. Sie sind ein sichtbares Symbol von schamloser Geldverbrennung, ob das jetzt eine faire Charakterisierung der Boote bzw. deren Besitzer ist, oder nicht.

Jede einzelne Megayacht symbolisiert tausende Familien, die für diese Yacht am Existenzminimum leben müssen, anstatt auch nur ein halbwegs lebenswertes Auskommen zu haben. Jede einzelne Megayacht ist bezahlt durch tausende Leute, die in prekärer Beschäftigung und auf Minimalbezahlung rumhocken.

Deine Charakterisierung vom linken armen Schlucker trifft übrigens auch nicht zu.

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Agentpony 12.07.2017, 13:30

Nachtrag: Um hier auch mal mit anekdotischer Evidenz zu kommen: Ich habe die Quelle gerade nicht zur Hand, aber ich habe folgende Statistik gelesen (aus dem Gedächtnis): in 1960 verdiente ein CEO eines amerikanischen Konzerns im Schnitt ca. 35 mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter. Heute verdient derselbe Durchschnittsvorstand über 300 mal so viel, wie der Durchschnittsangestellte.

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Nein.

Sozialneid ist vielmehr ein fundamentaler Antrieb für Rechte wie die ganze Flüchtlingsdebatte zeigt.

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giovanii 12.07.2017, 12:43

Die, die gegen die Flüchtlinge hetzten, haben ja meist selbst kein Geld und sind wirtschaftlich links eingestellt bzw haben keine Ahnung von Wirtschaft.
Ich würde jetzt nicht die Gedankengänge eines Proletariats, das sich nur wegen ihrer Ausländerfeindlichkeit als rechts bezeichnet, als Beweis dafür verwenden, dass Rechte auch neidisch sind. Diese Flüchtlingshetzer haben ja meist vorher auch SPD gewählt

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atzef 12.07.2017, 12:51
@giovanii

Nein.

Die Flüchtlingshetzer haben zumeist vorher CDU oder Linkspartei gewählt. Ehemalige Linksparteiwähler der AfD finden sich dabei vor allem im Osten. Da ist der geteilte Hintergrund die totalitäre Dauervergangenheit Ostdeutschlands seit 1933.

Zwar gibt es innerhalb der Rechten auch einen dünkelhaften herrenmenschliche Attitüden "kultivierenden" Teil, aber eben immer auch breite Kleinbürgerschichten, die von sozialen Abstiegsängsten und eben eifersüchtelndem Sozialneid zerfressen werden. Das ist ja kein Widerspruch.

Auch reiche Rechte sind letztlich vom Sozialneid dominiert, wenn sie sich aus ihrer sozialen Verantwortung klammheimlich herausstehlen wollen. 

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voayager 12.07.2017, 13:01
@atzef

Zahlreiche Flüchtlingshetzer wählten oftmalsd zuvor sPD oder waren Mitgleid in dieser Partei. Man muß sich sdoch nur mal anschauen, woher sich die AfD rekrutiert.

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Wenn jemand sich einen eigenen Wohlstand aufbaut, ohne dabei andere auszubeuten, ist nichts daran auszusetzen. Das passiert aber eher selten, oftmals wird Vermögen auf dem Rücken hart arbeitender, unterbezahlter Anderer aufgebaut.

In den meisten Fällen bauen die Reichen sich aber nicht ihr Vermögen auf, sondern erben es einfach - ohne was dafür getan zu haben! Ist das gerecht?

Meiner Auffassung nach sollte man nicht "gegen die Reichen sein", sondern das Erben abschaffen. Jeder bekommt das, was er sich selbst erarbeitet und wenn man stirbt, geht das Vermögen in die Staatskasse! Die Kinder reicher Eltern haben zwar immernoch einen gewaltigen Vorteil, aber es wäre wenigstens etwas gerechter und jeder würde mit seinem Tod noch was fürs Allgemeinewohl tun.


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giovanii 12.07.2017, 14:14

Dieser antilibertäre Ansatz führt nur dazu, dass die Leute in ihrer Lebenszeit versuchen, alles möglichst schnell zu verprassen oder weniger arbeiten und so weniger Arbeitsplätze schaffen bzw. weniger Steuern zahlen, weil das Geld dann sowieso in Staatsbesitz kommt.
Also eher ein sehr weltfremder Ansatz, denn keiner spendet freiwillig an einen linken Sozialstaat, von dem viel Geld an Sozialschmarotzer geht. Natürlich wird auch manchmal für gute Zwecke investiert, doch meist kennen linke Politiker nicht die Natur des Menschen, die auf ein möglichst großes Ausbeuten der Sozialtöpfe bei geringstem Arbeitsaufwand ausgelegt ist.

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tmattm 12.07.2017, 15:37
@giovanii

Wenn reiche Rentner ihren Wohlstand zu Lebzeiten verprassen ist das doch auch gut, da geht das Geld wieder in den Wirtschaftskreislauf und schafft so Arbeitsplätze und bringt Steuern, es vernichtet keine Arbeitsplätze. Was vernichtet Arbeitsplätze? Vermögen, die ungenutzt rumliegen!

keiner spendet freiwillig an einen linken Sozialstaat, von dem viel Geld an Sozialschmarotzer geht. [...] die Natur des Menschen, die auf ein möglichst großes Ausbeuten der Sozialtöpfe bei geringstem Arbeitsaufwand ausgelegt ist.

Die Leute spenden nichts - sie sind ja tot, wenn ihr Vermögen an den Staat geht. Niemand will dir was wegnehmen! Es ist, sobald das Konzept "Erbe" aus den Köpfen der Menschen von "selbstverständlich" zu "unlogisch" gewechselt ist, für alle normal, dass das Vermögen an den Staat geht, wenn man stirbt.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie Wirtschaftsliberale davon ausgehen, dass Menschen durch die Notwendigeit von Geld zur Arbeit gezwungen werden müssten, dass die Menschen sich am liebsten alle durchschmarotzen würden. Menschen wollen arbeiten, in einem möglichst erfüllenden Beruf (was für jeden etwas anderes ist, zum Glück für unsere Gesellschaft), der ihnen Sinn stiftet. Guck dir mal Leute an, die über lange Zeit keinen Job finden. Die gehen (psychisch) kaputt, wenn sie nichts zu tun haben.

Wo glaubst du ist die Arbeitsmoral besser: in einer Welt, wo manche ohne Arbeit viel Geld haben und andere trotz Arbeit sehr wenig Geld haben oder in einer Welt, wo jeder den Wohlstand bekommt, den er sich selbst erarbeitet?

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