Statt bisher Festgehalt will mein Chef das Gehalt kürzen und dann Fixum+Provision

4 Antworten

Ist dir der Grund dafür bekannt und ist dieser eingermassen plausibel? Wenn nicht, würde ich das mit einem Anwalt besprechen. Der benötigt aber "handfeste" Informationen um dich fundiert beraten zu können.

Das geht dann nur über eine Änderungskündigung. Am vorhandenen Arbeitsvertrag kann der Chef nichts ändern. Den muss er einhalten!

Dieses Vorgehen Deines Arbeitgebers geht nur - wenn es überhaupt geht - über eine Änderungskündigung.

Eine Änderungskündigung kannst Du entweder

- akzeptieren (ausdrücklich oder auch durch Nichtreagieren): dann wird das Arbeitsverhältnis unter den geänderten Bedingungen fortgesetzt,

- ablehnen: dann wird aus der Änderungskündigung eine "richtige" Kündigung, oder

- annehmen unter Vorgehalt (einer gerichtlichen Überprüfung): dann muss die Annahme innerhalb von längstens 3 Wochen erfolgen und danach innerhalb von 3 Wochen der Rechtsweg begangen werden; das Arbeitsverhältnis bleibt aber auf jeden Fall bestehen.

Weitere ausführliche Informationen zur Änderungskündigung findest Du z.B. hier: http://kuendigungsanwalt.de/aenderungskuendigung.html

Also: Die Umstellung des Gehaltssystems von einem Festgehalt auf ein niedrigeres Fixum zuzüglich Provision geht nicht ohne Deine Einwilligung (und sofern es einen Betriebsrat gibt: nicht ohne ihn, wenn mehrere Arbeitnehmer davon betroffen sind, also ein kollektivrechtlicher Bezug besteht).

An eine Änderungskündigung sind die gleichen rechtlichen Bedingungen geknüpft wie an eine "normale" Kündigung; sie ist im Grundsatz nur erlaubt/möglich, wenn die Fortführung des Arbeitsverhältnisses überhaupt nur unter eben den geänderten Vertragsbedingungen möglich ist!

Wenn der Arbeitgeber eine Änderungskündigung ausspricht mit dem Ziel, Geld (Lohnkosten) zu sparen, geht er vor dem Arbeitsgericht damit sng- und klanglos unter.

Wenn in Deinem Fall nicht noch andere Aspekte eine Rolle spielen, dann hat der Arbeitgeber - Durchhaltevermögen, Mut, gute Nerven Deinerseits vorausgesetzt - keine Chance, sein Vorhaben durchzusetzen.

Aber: "Recht haben" ist das Eine - "Recht bekommen" das Andere!

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