Stationäre Therapie?! VORSICHT LANG

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4 Antworten

Ich denke, deine Angst liegt nicht darin, dass du nicht "krank" genug für eine stationäre Therapie bist, sondern darin, dich der Therapie zu stellen.

Wenn der Leidensdruck gerade sehr hoch ist, fällt dir der Gedanke daran leichter, ist er es nicht, hoffst du auf Selbstheilung und verdrängst den Gedanken an eine Therapie.

Die Gründe dahinter können vielfältig sein. Einer, der meist mitspielt ist, dass die Angst sich schützt. Du leidest seit vielen Jahren, und auch wenn dir deine Beschwerden zu schaffen machen, ist dir dieser Zustand vertraut. Eine Therapie könnte dahin führen, dass es diesen Zustand nicht mehr gibt - und du hast keine Ahnung, was stattdessen an die Stelle der Angst treten soll.

Angst hat auch eine Funktion, denn so lange du dich mit deiner Angst beschäftigen musst, bleiben andere Dinge außen vor.

Aber: Wie Angst funktioniert, weißt du inzwischen. Man lernt, mit bestimmten Dingen einigermaßen zurechtzukommen - und dann kommt plötzlich ein unbekanntes Weh und zack hat sie einen wieder voll im Griff. Diese Spirale wird sich weiterdrehen, wenn du nichts dagegen tust.

Deshalb: Mach' dich auf den Weg. Abbrechen kannst du immer noch. Und die Chance, mal all die tollen Dinge zu entdecken, wenn die Angst nicht mehr so im Weg ist, ist den Versuch allemal wert :).

zuckerwaffel 01.06.2013, 22:18

das hätte man nicht besser sagen können!

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ThisIsLife 01.06.2013, 22:28

Genau so ist es! Geht es mir schlecht wünsche ich mir, dass ich sofort eine Therapie beginnen kann...geht es mir gut, dann denke ich, dass ichs alleine auch schaffe, Ich glaube ich würde mich tierisch ärgern, wenn ich es nur wegen dem Gerede etc nicht mache....in ein paar Monaten könnte es mir richtig gut gehen und das sollte ich nicht aus Angst vor Lästereien etc aufs Spiel setzen. DANKE

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dein arbeitgeber würde sicher nicht so reden, wenn er irgendwelche finanzielle bedenken hätte. wegen dem solltest du dir keine gedanken machen. wenn du tabletten nehmen musst, um zu funktionieren, ist ganz klar eine therapie erforderlich. und zwar nicht dann, wann du meinst zeit zu haben (wird wahrscheinlich eh nie der fall sein), sondern wie bei jeder erkrankung auch, jetzt, da es akut ist.

sag die reha zu, damit du kräfte tanken kannst und dich wieder aufbauen. bei der arbeit bist du ersetzlich, deine gesundheit ist dir aber nicht zu ersetzen. also tu was für dich.

ThisIsLife 01.06.2013, 21:52

Vielen Dank! Dass ich ersetzlich bin weiß ich auch :) Leider hab ich seit ich gekündigt habe (fast ein Jahr früher damit sie sich darauf einstellen können) keinen Monat durchgehalten ohne krank zu sein (Krankheiten waren aber zu 90% echte...Grippe und so und keine psychosomatischen). Ich arbeite im Amt und da ist das Getratsche immer groß :( Ich will nicht so gehen... Allerding hast du Recht. In nem halben Jahr wenns mir wieder gut geht und ich dort nicht mehr arbeite werde ich froh sein die Therapie gemacht zu haben....auch wenns schwer ist sich einzugestehen, dass man sowas braucht...sein Psycho ist :D

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simba123 01.06.2013, 22:07
@ThisIsLife

Du bist kein Psycho. Das ist alles nur dummes Geschwätz. Du bist einfach in einer schwierigen Lebenslage. Es gibt Menschen die stecken Probleme einfach besser weg als andere.

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Schokolinda 01.06.2013, 22:13
@ThisIsLife

dich selber wegen einer erkrankung runterzumachen ist nicht richtig. in der klinik wirst du viele leute treffen und die meisten wären beleidigt, wenn du sie psycho nennen würdest. psychische erkrankung ist immer noch ein stigma. aber mach dir klar, dass das nur aus unwissenheit entsteht.

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Mach die Therapie. Das wird dir sicherlich helfen.

Sei doch froh, dass du so einen tollen Arbeitgeber hast. Er akzeptiert dass es dir nicht gut geht und dass du dir helfen lassen musst. Und wegen dem Gerede würd ich mir nicht so viele Gedanken machen wenn du eh dort aufhörst.

Freu dich einfach auf die Zeit nach der Therapie. Dann gehts dir besser, du fühlst dich wieder gut und kannst wieder offen in deine neue Arbeit gehen ohne dir ständig Gedanken zu machen was die Anderen über dich denken.

Geh so bald wie möglich zu deinem Chef und sag ihm dass es bald los geht. Er wirds akzeptieren.

Kopf hoch und alles Gute :)

ThisIsLife 01.06.2013, 21:47

Danke, dass macht mir Mut!

Ich habe immer das Gefühl, dass es mir nicht schlecht genug geht um eine stationäre Therapie zu machen... :/

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simba123 01.06.2013, 22:05
@ThisIsLife

Das glaub ich dir schon. Aber wenn dein Psychologe es dir empfiehlt, würd ich es an deiner Stelle wirklich machen. Du wirst dort ja dann weitere Sitzungen mit Psychologen haben. Wenn die meinen, dass es dir wieder gut genug geht, dann werden die dich bestimmt auch früher entlassen als man dir am Anfang gesagt hat.

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Eine Selbstheikung gibt es nicht. Mache die Therapie.

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