Starke Zwangsneurose - Zwangsgedanken und Handlungen

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5 Antworten

Hallo Emily,

Ich bin auch 19 und hatte selber eine Zwangsneurose, die allerdings schon etwa 4 Jahre her ist. Das kam damals ganz plötzlich und war ganz ähnlich wie bei dir. Das heißt ich musste so gut wie alle Dinge mehrfach tun, mich an bestimmten Zahlen orientieren und an bestimmte Dinge und Personen denken..dabei wurde ich von so ziemlich allem, vor allem Fernsehen, ziemlich beeinflusst und es hat sich in meine Gedankenwelt und Neurose eingegraben. Das Ganze hat meinen ganzen Alltag eingeschränkt und mich und meine Familie ziemlich fertig gemacht. Mein Hausarzt hat mich schließlich zu einem (Jugend-)Psychiater verwiesen, den ich dann etwa 2 Monate lang etwa einmal die Woche besucht habe. Er meinte auch,dass erstaunlich viele Jugendliche/ junge Menschen unter einer Zwangsneurose leiden. Die Zwangsneurose wurde bei mir in dieser Phase schon besser, obwohl es quasi noch die "Kennenlernphase" war. Ich musste am Anfang auch einen ziemlich ausführlichen IQ-Test machen :P Ich kann dir nicht wirklich sagen inwiefern mir der Besuch beim Psychiater geholfen hat. Er war total nett und sympathisch und allein die Tatsache, dass ich jederzeit kommen oder anrufen kann, hat mich in dieser Zeit sehr getröstet. Auch hat er das gesagt, was letztlich wohl auch geholfen hat: Ablenkung und Lebensfreude. Neben der Schule habe ich auch sonst versucht, mich mit Leuten zu treffen und unterwegs zu sein - in der Öffentlichkeit lässt sich so eine Zwangsneurose ja weniger leicht ausleben ;) Ich glaube das schönere Wetter und überhaupt der Frühling hat auch geholfen, auch wenn das jetzt ziemlich blöd unspektakulär klingt..Aber es hat einfach Lebensfreude ausgelöst, die mich aufgebaut und azs dem neurotischen Stimmungstief herausgeholt hat. Im Herbst oder Winter hatte das Ganze bei mir angefangen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es halb so wild ist, wenn ich diesen Handgriff jetzt einfach nicht wiederhole. Oder dabei an das "Falsche" denke. Oder dass ich gerade ziemlich viel gemacht habe, ohne jeden meiner Handgriffe oder Gedanken zu untersuchen. Das sind dann Erfolgserlebnisse, die durch Ablenkung entstehen und einem helfen. Auch bisher "negative Einflüsse" wie in meinem Fall Fernsehen und Magazine habe ich möglichst weggelassen. Und im Laufe der Zeit, eigentlich fast ohne dass ich es bewusst gemerkt hätte, ist es besser geworden, bis heute lässt die Zwangsneurose mich in Frieden :)

Es tut mir Leid, dass ich dir jetzt keine konkreten "Heilmittel" und Lösungen bieten, sondern dir nur meine eigenen wirklich unschönen Erinnerungen und Erfahrungen schildern. Da du allerdings schon mehrere Jahre daran leidest, ist das alles noch einmal deutlich schlimmer.. Ich wünsche dir jedenfalls auch, dass die Stimme innendrin (habe ich auch kennenlernen dürfen^^) bald irgendwie verschwindet. Die Personen in deinem Umfeld, wenig Alleinsein, viel Anlenkung, vielleicht dann doch auch der Psychiater können dir helfen :)

Bei sowas hilft nur eine Verhaltenstherapie. Sie kostet viel Kraft, Überwindung und Mut, seine Zwangshandlungen abzubauen. Aber wer den Willen hat, kann es durchaus schaffen oder zumindest auf ein Maß beschränken, was nicht mehr das Leben negativ beeinflusst.

Hast mit deinen Psychologen über diese Stimme gesprochen? Sag deiner Stimme dass sie dir im Weg steht und sie sich zurückziehen soll damit du besser deine Familie beschützen kannst und dein Leben in Griff bekommst. Zwänge sind nichts anderes als Eigensabotage. Du stehst dir selbst im Weg. Denn das bist alles du. Finde zusammen mit deinen Psychologen die Ursache deiner Zwänge raus dann solltest du auch in der Lage sein dich mit dir selbst zu versöhnen. 

MfG HowLongIs4ever

Ps: Sag deiner Stimme einen schönen Gruß von mir :)

Hey, mir gehts genau wie dir. Hab genau dieselben Probleme wie du sie beschrieben hast, seit ich 8 bin glaube ich. Ist mir der Zeit immer schlimmer geworden. Hast du in der Therapie schon Erfolge erlebt? Bringt das was? Sorry dass ich dir nicht antworten kann aber da du dasselbe Problem hast, wollte ich mal schnell fragen...

Hey! Schoen zu wissen dass man nicht die einzige person mit so ner 'stimme' im kopf... Und witzig- die erste zwangshandlung an die ich mich erinnern kann, war im alter von 8 jahren, aber ist dann eher in grossen abstaenden aufgetaucht, bis es dann immer schlimmer und haeufiger wurde, wie halt beschrieben.

Ja also ich habe schon mehrere therapien ausprobiert, auch schon vor meiner anorexie... Allerdings bin ich durch die anorexie mehr auch an neue therapien gekommen- hypnotherapie half anfangs, mich zu entspannen... Dann habe ich ja sowieso meine verhaltenstherapeutin fuer die magersucht, aber der habe ich das erst vor kurzem erzaehlt, da ich noch eine andere momentan habe, die kinesiologie macht- ich denke damit komme ich so gut klar weil die frau mich einfac versteht und ich das gefuehl habe sie koennte diesen zwang "zaehmen". Bei kinesiologie testet der therapeut/in anhand von armdruecken, was in der vergangenheit passiert ist und sowas... Das hat einmal so gut geholfen, da waren 2 wochen lang die zwaenge so runtergeschraubt , da sie mir klargemacht hat dass mein zwang ein "uebernommenes gefuehl" von einem familienmitgkied aus vorhereigen generationen sein koennte... Aber daran konnte ich mich nicht so lang festhalten...

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Okay, dankeschön, werde mich aufjedenfall darüber informieren! :) bin mittlerweile 17, und habe 9 jahre keine hilfe angenommen, weil es mir peinlich war/ist und meine Familie macht sich zusätzlich auch drüber lustig und das belastet einen noch mehr. Alles was du beschrieben hast, mit den zahlen usw hab ich auch und manchmal belastet es mich so sehr dass ich auf dem boden zusammensacke und anfange zu heulen weil ich das nicht in den Griff kriege. Man weiß ja wie unsinnig das ist und wenn man es lassen will und denkt "das ist alles blödsinn" dann kommt wieder dieser zwangsgedanke, diese stimme. es ist wortwörtlich zum haareraufen. Kann mich wie du halt auch an die erste Zwangshandlung erinnern als ich 8 war, danach erstmal ne lange zeit nicht und je älter ich wurde desto schlimmer wurde es. Hab auch alle Arten von Zwängen schon durch... alle waren in meinen lebensphasen manchmal mehr manchmal weniger ausgeprägt. Dachte wirklich ich bin allein mit dem Problem weil bei mir ist das wirklich schon so krass geworden dass ich es schon teilweise in der öffentlichkeit mache, was bis vor einem jahr nicht der fall war. ich mache es so dass andere es nicht direkt merken und mir ist es auch unangenehm aber es geht nicht anders. man merkt selbst dass es immer schlimmer wird. Kennst du noch andere die daran leiden? Hatte/habe psychische Probleme zusätzlich wegen meiner Vergangenheit, habe nichts verarbeitet bis heute. Meinst du ein Psychologe wäre der erste Schritt zur "Heilung" wenn man es so nennen kann?

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@aubr97

Meiner Meinung nach ja. Versuchs am besten vollstationär bei einer psychiatrischen/therapeutischen Einrichtung. Es könnte dich gut stabilisieren.

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@aubr97

Das ist ja echt schon gruselig, du beschreibst das alles so als wuerdest du ueber mich sprechen!!! Auch ich mache das mittlerweile in der oeffentlichkeit weil meine stimme sagt: "es ist besser als wenn was schlimmes passiert oder? Also mach es, kuemmer dich nicht was andere denken solange alles gut bleibt"... Auch das mit dem zusammensinken erlebe ich fast täglich- vor dem kleiderschrank famge ich an zu heulen weil ich meinenpulli nicht anziehen 'kann'... Ich gehe viel zu spaet ins bett weil ich meist im bad sotze und angst vor dem naechsten schritt habe, weil dieser woeder mit zwaengen verbunden ist. Ich weiss dass zwaenge im durchschnitt meist erst nach 8-9 behandelt werden weil es dem patienten wie bei dir zu peinlich ist. Mir tut es sehr leid dass du ausgelacht wirst, abee fuehl dich nicht allein! Ich habe das glueck dass meine eltern alles versuchen, bald vielleicht sogar die klinik weil doe anorexie auch nicht besser wird... Alles so bloed momentan- Ich wuerde dir dringend raten einen therapeuten zu kontaktieren, auch wenn ich erst ein paar kleine erfolge gesammelt habe... Alles gute!

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Okay, vielen vielen Dank für deinen Ratschlag :) Ohja das mit dem Badezimmer und dem Anziehen ist bei mir auch so ne Sache.. manchmal sitze ich da 10 minuten auf dem badewannenrand weil ich angst hab aufzustehen weil dann die Zwänge kommen oder einen Pullover anziehen, da muss alles perfekt sein, der Gedanke während ich das mache und wie ich es anziehe; wenn es nicht perfekt ist nochmal ausziehen und neu anfangen :(((( Ohman wenn ich es selber lese kommt es mir dumm vor aber jemand der das nicht hat versteht es nicht...

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alles "schöne Worte"

hier hilft nur eine langjährige Therapie und den festen eigenen Willen sein Verhalten zu ändern, auch schmerzliche Erfahrungen in der Therapie müssen akzeptiert werden.

Sorry

schöne Worte von "Leidensgenossen" nutzen garnix.

Arbeiten an sich und der Therapeuth gibt Hilfestellung dazu.

Nur Mut und Durchhaltevermögen - alles Gute !

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