starke Schmerzen machen mir das (Arbeits)leben schwer

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Hallo Turpa,

Sie schreiben unter anderem:

starke Schmerzen machen mir das (Arbeits)leben schwer. Hallo ich bin Mitte 30 und lebe seit Jahren mit Fußschmerzen, die immer schlimmer werden. Seit Jahren bin ich bei Orthopäden, habe quasi schon jeden Fußspezialisten im Bundesgebiet durch, aber man konnte mir nicht helfen.<

Wie Sie mitteilen, sind Sie Mitte 30 und somit nach dem 1.1.1961 geboren.

Für Geburtsjahrgänge nach dem 1.1.1961 gibt es leider keinen Vertrauensschutz mehr bei Berufsunfähigkeit!

Das heißt:

Die Möglichkeit, eine teilweise Erwerbsminderungsrente bei Berufsunfähigkeit zu erhalten, entfällt!

Alternativ können Sie, vorausgesetzt die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen sind erfüllt, eine teilweise oder volle Erwerbsminderungsrente beantragen wenn auch gleichzeitig die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen:

In den zurückliegenden 5 Jahren müßen mindestens 36 Monate Pflichtbeiträge nachgewiesen werden!

Medizinsche Voraussetzungen:

Ihre noch vorhandene Restleistungsfähigkeit muß nachweisbar und auf Dauer, auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag, innerhalb einer 5-Tage-Woche, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken sein!

Leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt laut Rentenversicherung z.B.:

Pförtner, Museumswärter, Nachtportier, usw.

Der Verweis auf derartige Tätigkeiten erfolgt für nach dem 1.1.1961 Geborene auch dann, wenn am allgemeinen Arbeitsmarkt überhaupt kein derartiger Arbeitsplatz verfügbar ist!

Daraus folgt wiederum:

Betroffene müßen bereits vor der Einreichung eines Antrages auf Erwerbsminderungsrente den unwiderlegbaren Nachweis erbringen, daß Ihre Restleistungsfähigkeit wie oben beschrieben, dauerhaft auf unter 3 Stunden abgesunken ist.

Geeigente Nachweise sind:

Glasklar formulierte, nachvollziehbare Atteste Ihrer behandelnden Kliniken, Ärzte, Fachärzte, Entlassungsberichte, Gutachten!

In diesem Zusammenhang ist eine plausible, aussagefähige, nachweisbare Krankengeschichte unverzichtbar!

Vorgehensweise:

Tabellarische Krankengeschichte ausarbeiten!

Bei den zuständigen Ärzten/Kliniken/Fachärzten knallharte Atteste anfordern, notfalls für den Verwaltungsmehraufwand einen Kostenrahmen aushandeln!

Rechtsbeistand sicherstellen und ohne Rechtsbeistand keine Schritte unternehmen. Auch Anträge und Widersprüche immer durch den Rechtsbeistand bearbeiten lassen!

Als Rechtsbeistand empfiehlt sich die Mitgliedschaft im VDK oder anderen geeigenten Sozialverbänden mit Sozialrechtsschutz für die Mitglieder (sowohl außergerichtlich als auch vor dem Sozilagericht).

Hinweis zum VDK:

Der VDK bietet auch eine unabhängige Patientenberatung!!

Weitere hilfreiche Anlaufstellen:

http://www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/onlineberatung

Nehmen Sie, falls noch nicht erfolgt, mit der** Schmerzklinik in Kiel** Kontakt auf!

Laden Sie sich den Schmerzfragebogen dort von der Webseite herunter und schildern Sie den Ärzten dort Ihre Situation!

Diese Klinik ist auf Schmerzen spezialisiert!

Mit diesen Tipps sollten Sie Ihrem Leben eine positive Wende geben können!

Laden Sie sich von der Webseite der Deutschen Rentenversicherung die aktuelle Broschüre (Ausgabe März 2012) "Das Netz für alle Fälle" herunter.

Dort finden Sie alle releavanten Themen sehr gut verständlich aufbereitet.

Stellen Sie bei Ihrem zuständigen Versorgungsamt einen Antrag auf Schwerbehinderung mit Schwerbehindertenausweis zusammen mit Ihrem Rechtsbeistand!

Bitte beachten:

Der Grad der Behinderung (GDB) hat so gut wie keine Auswirkung auf die Gewährung der Erwerbsminderungsrente, kann jedoch je nach GDB und Zusatzeintragungen im Ausweis diverse Erleichterungen im täglichen Leben und am Arbeitsplatz mit sich bringen.

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Hallo Konrad,

vielen Dank für Ihre sehr hilfreiche und ausführliche Antwort. Ich werde es ´mal mit Kiel versuchen. Ziel ist es, dauerhaft am Arbeitsleben teilnehmen zu können. Zuhause zu sitzen und trotzdem Schmerzen zu haben, hilft weder mir noch meiner Familie. Sofern es dann irgendwann doch nicht mehr gehen sollte, werde ich Ihre weiteren Ratschläge beherzigen. Wissen Sie, wie lange solch eine Schmerztherapie dauert, d.h. ob ich es im Rahmen eines Jahresurlaubes "erledigen" kann oder längere Ausfallzeiten einplanen muß? Sicherlich kann man das vorab nicht genau sagen, aber vielleicht gibt es ja Erfahrungswerte?

Nochmals vielen Dank, daß Sie sich soviel Zeit genommen haben, um einen Unbekannten zu helfen

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@TurpA

Hallo Turpa, danke für Ihre positive Bewertung!

Hilfe zur Sebsthilfe ist eine Selbstverständlichkeit!

Bitte rufen Sie direkt bei der Schmerzklinik in Kiel an und schauen Sie sich auch auf den dortigen Webseiten um.

Die Leute dort sind sehr freundlich und sicherlich wird man Ihnen in Ihrem speziellen Fall mit kompetentem Rat und Auskunft weiterhelfen.

Meist scheitern derartige Versuche an der Mitwirkung der gesetzlichen Krankenkassen, wobei jede Kasse Ihre eigenen Mucken haben kann.

Es gibt jedoch Patienrechte, welche mit einem versierten Rechtsbeistand geltend gemacht werden sollten.

Es ehrt Sie natürlich, daß Sie dauerhaft am Arbeitsleben teilnehmen wollen, aber gesundheitliche Belange gehen vor!

Warten Sie nicht, bis die gesundheitlichen Schädigungen irreparabel sind, denn damit tun Sie niemandem einen Gefallen!

Verzichten Sie auch nicht auf eine unabhängige Patientenberatung wie diese der VDK anbietet.

Diese Leute haben in solchen Dingen sehr viel Erfahrung und Überblick über Möglichkeiten und Ansprechpartner.

Beste Grüße und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Konrad

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Hallo... echt schlimm. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man als gesundheitlich Benachteiligter in Deutschland in vielen Lebenslagen echt aufpassen muss. Ich denke nun mal, dass Metall im Körper nicht immer gut ist. Darum wenn die Möglichkeit besteht, lieber entfernen lassen. Neulich lasen wir von einer neuen Methode, wie bei meinem Vater das schmerzende Kniegelenk (bei Abnutzung) zu verbessern wäre. Dazu wird es mit einer neuen Methode beim Nuklearmediziner bestrahlt... Hierduch behauptet der Professor plausibel, würden sich Schmerzen langsam zurückbilden. Zwar soll dass nur bei Kniegelenken momentan möglich sein... vielleicht aber auch nicht. Nachfragen lohnt... und wenn es heute noch nicht geht, vielleicht morgen. Dann würde ich auch mal empfehlen, eine Bioressonanz durchzuziehen. Aber aufpassen, Bioressonanz ist nicht gleich Bioressonanz. Der Arzt sollte sich Zeit nehmen und nicht nur überwiegend auf Geld schielen. Aber kosten tut es schon, was sich aber bei richtigem Arzt lohnt. Mir hat es mal sehr geholfen, hier Krankheiten heraus zu bekommen. Bei Deiner Akne würde ich mal zu verschiedensten Versuchen aus der Bioapotheke raten... vielleicht hilft was... beispielsweise schwefelhaltigen Präparaten. Oder auch mal ägyptischen Schwarzkümmelkapseln. Allerdings dass dauert, um sich zumindest Linderung zu verschaffen.

Hallo

vielen Dank für die guten Tipps. Ich werde mich mal schlau machen, welche Möglichkeiten ich hier in der Region habe (Bioresonanz). Schwarzkümmel-Kapseln werde ich mir auch besorgen. Leider kann man das Metall nicht entfernen, mir wurde explizit abgeraten, hier nochmals am Fuß zu operieren, da es meine Situation eher verschlimmern würde. Es handelt sich ja nicht um festes Metall, sondern um Metallabrieb...

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Das ist wirklich schlimm! Hat man dir schon mal geraten einen Schmerzspezialisten oder einen Neurologen aufzusuchen? Nur mal als Idee, vielleicht könnten dir MBT Schuhe etwas bringen. Hab gesehen, dass es an verschiedenen Orten Probierwochen gibt. Gelegentlich ein paar Gespräche mit einem Psychiater würden sicher helfen deinen Ballast und Frust abzulassen. Du brauchst doch jemanden der dir Zuhört und dem du dein Leid klagen kannst. Natürlich solltest du mit dem Arzt über eine Frührente reden. Dauerschmerzen sind sehr belastend und machen ungeheuer müde, da sollte es doch eine Lösung geben. Zumindest eine Kur sollte für dich möglich sein. Tut mir leid , dass ich dir nicht eine Superlösung vorschlagen kann.

Neurologenuntersuchungen habe ich bereits 2-fach hinter mir. Zuletzt mit dem Ziel, den zuständigen Nerv abzuklemmen (laienhaft ausgedrückt). Auch das wurde abgelehnt, da es destruktive Medizin wäre. Mir wäre es letztendlich egal, ob ich einen tauben Fuß habe, wenn der Schmerz verschwinden würde

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@TurpA

Wahrscheinlich haben die ja Angst, dass der Schmerz sich schon verselbständigt hat und weiter da ist, auch wenn keine Ursache mehr da ist (schmerzgedächtnis). Und mit tauben Füßen kannst du dann auch garnicht mehr laufen---- Rollstuhl???

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