Starke Einschränkung in Berufswahl durch IT-Sicherheit Studium (Bachelor)?

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3 Antworten

Ich würde einfach Informatik studieren. Ich halte nichts von Studiengängen, die bereits von vornherein zu speziell sind. (Zum Beispiel halte ich auch nichts von einem Spieleentwickler-Studium. Als Softwareentwickler kannst Du auch Spiele entwickeln, ist ja schließlich auch nur Software. Also wozu ein gesondertes Studium?) Für eine Spezialisierung solltest Du durch geeignete Modulauswahl sorgen. So kannst Du immer argumentieren, dass Du die entsprechenden Fachkenntnisse mitbringst, hast Dir aber durch den allgemeiner ausgelegten Studiengang nicht so viele andere Möglichkeiten verbaut.

Bei mir gab es im Bachelorstudium bereits die Möglichkeit, Schwerpunkte zu setzen. Das tat ich dann bereits, auch schon in Richtung IT-Sicherheit.

Im Masterstudium solltest Du Dich dann weiter spezialisieren. Oft hast Du zudem die Gelegenheit, Dich im Rahmen eines Nebenfachs (das evtl. durch die Prüfungsordnung sogar vorgeschrieben ist) auch ein wenig zu generalisieren. Das ist kein Widerspruch. Die Veranstaltungen Deines Hauptfachs werden spezieller und es kommt ein Nebenfach hinzu, also Veranstaltungen aus einem völlig anderen Studiengang.

Diese Form der "Abwechslung" kommt ohnehin sehr gelegen, denn wenn Du Dich "rund um die Uhr" ausschließlich mit Kryptographie (= Theorie! Das darf man bei der Sache nie vergessen. Sicherheit ist im Allgemeinen extrem theorielastig!) beschäftigst , wirst Du irre. ;-)

Marius56 27.02.2017, 19:24

Danke für deine Antwort.
Was mich nur an z.B. angewandter Informatik stört, es beinhaltet relativ viel BWL, was so gar nicht meins ist... 

Aber dass mit den Schwerpunkten ist schon mal ein guter Ansatz, vielen Dank dafür :)
Allerdings ist auch im IT-S Studium lang nicht nur Krypto oä.
Hier nur kurz der Bachelor Verlauf: https://www.ei.rub.de/studium/its/bachelor/po13/verlauf/

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NoHumanBeing 27.02.2017, 19:57
@Marius56

Was mich nur an z.B. angewandter Informatik stört, es beinhaltet relativ viel BWL, was so gar nicht meins ist...

Das kann ich gut nachvollziehen. ;-)

Mein Studiengang hieß einfach nur "Informatik" und beinhaltete lediglich ein 5 LP BWL-Modul im Bachelor.

An manchen Hochschulen laufen Studiengänge, wie meiner, auch unter dem Begriff "Technische Informatik", was häufig als Kontrast zur "Wirtschaftsinformatik" gesehen wird. Allerdings muss man da aufpassen, denn die meisten Hochschulen verstehen unter "Technischer Informatik" einen "Hybridstudiengang" aus Informatik und Elektrotechnik. Da machst Du dann Microcontrollerprogrammierung und sowas. Das wäre nicht so meins. ;-)

Hier nur kurz der Bachelor Verlauf:

Na das sieht doch gar nicht so übel aus. ;-)

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Ich persönlich würde immer zu einem allgemeinen Grundlagenstudium (Bachelor) raten und dann die jeweiligen Spezialisierungen erst im Master wählen.

Die Grundlagenvorlesungen sind ohnehin gleich, egal wofür du dich entscheidest. Du hast aber im Laufe des Studiums dann noch einfacher die Möglichkeit, dich umzuentscheiden. Du kennst die anderen Spezialisierungen noch nicht und ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass die wenigsten zu Beginn ihres Bachelors schon wissen, was sie da genau erwartet und ob nicht irgendwas anderes ihnen viel besser gefällt.

Abschließend glaube ich, dass ein breiteres Studium dir später in der Berufswahl mehr Türen öffnet, weil du für Stellen, die nicht genau auf IT-Sec ausgerichtet sind, evtl weniger schnell aussortiert wirst. 

Marius56 27.02.2017, 19:28

Zu der Meinung bin ich eben auch gekommen, nur war ich mir nicht sicher, da ich über z.B. angewandte Informatik lange nicht die Grundlagen für IT-S Master bekommen würde.
Zu sieht es vom Plan her aus, dass auch viel in z.B. Programmieren oä. gesteckt wird. Ich habe dort die Studienberatung auch mal angeschrieben und gefragt, was sie davon halten bzw ob ich mir wirklich so viele Möglichkeiten damit blockiere.

Aber Danke für Antwort, bestätigt gut, dass meine Überlegung doch die schlechteste war :)

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NoHumanBeing 27.02.2017, 20:00
@Marius56

Zu sieht es vom Plan her aus, dass auch viel in z.B. Programmieren oä. gesteckt wird.

Das ist auch gut so. Glaub bloß nicht, dass Du als Informatiker was werden kannst, ohne vernünftig programmieren zu können. ;-)

Ja, man schafft es eventuell, sich "durchzumogeln", ohne es wirklich gut zu können, aber letztlich ist das eine absolute Kernkompetenz eines Informatikers.

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Hallo Marius


Ich bin zwar erst in der Lehre zum Informatiker, aber mein Vater ist IT Sicherheitsexperte.

Wie du schon erwähnt hast, könnte dir ein allgemein Studium mit der Zeit langweilig werden. Aber wenn du dich zum Sicherheitsexperten ausbildest, wird es schwierig, dass du eine Stelle als Programmierer findest. Wenn du dir vorstellen könntest, später nochmals zur "Schule" zu gehen, würde ich dir Empfehlen, in Richtung IT-Sicherheit zu gehen. Auch da gibt es noch -ZIG Untergruppen, falls du nicht bei Penetrationstests bleiben willst. Wenn es dir dann wirklich nicht mehr gefallen sollte, gibt es 1 Jährige Kurse, in denen du dich auch in eine andere Fachrichtung weiterbilden kannst :)

Konkret z. B hat sich mein Vater nach 20 Jahre IT-Sicherheit zum Wirtschaftsinformatiker Zertifiziert

NoHumanBeing 27.02.2017, 12:19

Wie du schon erwähnt hast, könnte dir ein allgemein Studium mit der Zeit langweilig werden.

Die Gefahr sehe ich eher bei einem zu speziellen Studium. In einem "allgemeinen" Studium machst Du "immer mal was anderes". Das ist abwechslungsreich und bleibt daher interessant. Wenn ich mir vorstelle, mindestens 10 Semester (Bachelor + Master) nur Krypto/Sicherheit - uff!

Ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, wie das funktionieren soll, denn die Grundkenntnisse müssen ja vermittelt werden. Gerade im Bereich Sicherheit muss man ja auch "Coden" und Softwarearchitekturen designen können, wie will man Systeme sonst vernünftig auf Sicherheit untersuchen (code review) oder sichere Software entwickeln? Man muss auch Ahnung von Netzwerktechnik haben, um die Protokolle, etc. zu verstehen. Um Grundlagen wie Mathematik, Algorithmen und Datenstrukturen wird man auch nicht umhin kommen. Wenn man das alles mit hineinnimmt, hat man im Grunde wieder ein vollständiges Informatikstudium, also was soll das ganze?

Konkret z. B hat sich mein Vater nach 20 Jahre IT-Sicherheit zum Wirtschaftsinformatiker Zertifiziert

Wie soll man das denn verstehen? Ist das nicht eigentlich ein ziemlicher "Abstieg"?

Die IT-Sicherheit ist derzeit so ziemlich der gefragteste und am besten bezahlte Bereich der Informatik, Wirtschaftsinformatiker hingegen gelten gemeinhin als das akademische Pendant zum Mechatroniker - böse gesagt "beides so halb und nichts so richtig" - und werden in der Regel auch viel schlechter bezahlt. Also an den Hochschulen studieren Wirtschaftsinformatik überwiegend diejenigen, denen - plump gesagt - "richtige Informatik" zu schwierig ist. ;-)

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Marius56 27.02.2017, 19:33
@NoHumanBeing

Mit dem langweilig werden bin ich LustenLu's Meinung. Allgemeine Informatik ist, wie der Name schon sagt, sehr allgemein und auch meist leider viel mit BWL.
Beim IT-S Studium wird mehr auf, meiner Meinung nach, Interessantere Themen gebaut, in denen man z.B. lernt Schwachstellen eines Systems zu finden und auszunutzen bzw sicher zu machen, verschiedene Sprachen zur Problemlösung zu verwenden (C, Python, PHP oä.), während im allgemeinen meist eher Standard Zeug beigebracht wird.

Zudem bin ich was programmieren (C/C++ (wxWidgets), Java, Python, SQL/PostgreSQL, PHP, HTML/CSS oä.) schon etwas fitter was mich vermuten lässt, dass ich mich in so einem Studiengang eher langweilen würde.. :/

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NoHumanBeing 27.02.2017, 20:02
@Marius56

Ich war auch schon "fit im Programmieren". Glaub mir, Du wirst Dich im Studium nicht langweilen. ;-)

Woher Du die Information bezüglich BWL hast, weiß ich nicht. Ich war an zwei verschiedenen Hochschulen im "normalen" Informatikstudium und hatte ein einziges BWL-Modul mit einem Umfang von 5 LP, das war's. Mich interessiert das auch nicht die Bohne, aber ich hab's überlebt. Der Prof. war sogar ganz witzig, was man eigentlich bei einem BWL-er nicht erwarten würde. ;-)

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