Stalken von Leuten gesetzlich verboten?

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6 Antworten

§ 238 Nachstellung

(1) Wer einen Menschen unbefugt belästigt, indem er beharrlich
1. seine räumliche Nähe aufsucht
2. unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln oder sonstigen Mitteln der Kommunikation oder über Dritte Kontakt zu ihm herzustellen versucht
3. unter missbräuchlicher Verwendung von dessen personenbezogenen Daten Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen für ihn aufgibt oder Dritte veranlasst, mit diesem Kontakt aufzunehmen,
4. ihn mit der Verletzung von Leben, körperlicher Unversehrtheit, Gesundheit oder Freiheit seiner selbst oder einer ihm nahe stehenden Person bedroht, oder
5. eine andere vergleichbare Handlung vornimmt und dadurch seine Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter das Opfer, einen Angehörigen des Opfers oder einen anderen dem Opfer nahe stehenden Menschen durch die Tat in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung bringt.

(3) Verursacht der Täter durch die Tat den Tod des Opfers, eines Angehörigen des Opfers oder eines anderen dem Opfer nahe stehenden Menschen, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

(4) In den Fällen des Absatzes 1 wird die Tat nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Das einfache nennen von § 238 StGB bringt eigentlich nichts. Damit ist dem Fragesteller noch nicht wirklich geholfen.

Richtig ist: § 238 StGB (Nachstellung) ist das strafbare Stalking.

Aber damit ist noch nicht genug dazu gesagt. Denn in den strafbaren Bereich kommt man durch die in § 238 StGB genannten Varianten erst hinein, wenn mehrere Voraussetzungen erfüllt sind:

  • das Verhalten muss "beharrlich" geschehen
  • das Opfer muss in seiner Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt werden

Es reicht also nicht aus, jemanden durch seine Anwesenheit ein paar Mal zu belästigen. Genauso wenig reicht es aus, einer Person viele Briefe zu schreiben. Immer müssen die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sein, damit das Stalking strafbar wird.

Das im Volksmund unter Stalking verstandene Verhalten, beispielsweise die Profile von Facebook und Co die ganze Zeit zu beobachten, erfüllt jedenfalls noch nicht den Straftatbestand des Stalkings.

Auch reicht es für die "

schwerwiegende

Beeinträchtigung" wohl noch nicht aus, wenn ein Opfer lediglich seine Emailadresse oder Handynummer geändert hat, wenn es ansonsten nichts an seiner Lebensführung ändert. Aber hier kommt man schon in den Grenzbereich hinein.

Es gibt - unabhängig von der strafrechtlichen Bewertung - aber auch einen zivilrechtlichen Weg in Form eines Unterlassungsanspruchs, um gegen den Stalker vorzugehen.

§ 238 StGb

§ 238 StGB.

Ich bin mir nicht sicher aber es gehört sich eigendlich nicht!

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