Stalin Kommunist?

15 Antworten

Es gibt keine klare Definition, was Kommunismus eigentlich ist, und wie eine kommunistische Gesellschaft aussieht. das haben Kommunisten und solche, die sie dafür hielten, je nach der aktuellen Lage beurteilt.

Eine sehr vage Definition von Marx war, dass der Kommunismus "das Reich der Freiheit" ist, in dem nich jedes Individuum nach seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten frei entfalten und seine Arbeit (was sehr breit gefasst werden kann, da Marx einen universalistischen Arbeitsbegriff hatte, nach dem alle Tätigkeit von menschen Arbeit sein kann) der Gesellschaft zur Verfügung stellen kann, und umgekehrt von der Arbeit aller Gesellschaftsmitglieder profitiert (das heißt, alles, was erwirtschaftet wird, gehört allen, und nicht einem Eigentümer oder Konzern).

Einen "kommunistischer Staat" gibt es übrigens nicht, denn im "Reich der Freiheit" stirbt der Staat, den Marx als Instrument der Unterdrückung sieht, ab. Die SU war damit aus marxistischer Sicht nicht kommunistisch, sondern allenfalls sozialistisch (was nochmal komplizierter ist, denn es gibt auch keine einheitliche Definition von Sozialismus).

Stalin hat nach dieser sehr vagen Definitionen dem Kommunismus eher entgegengewirkt, als ihn unterstützt. Wie er sich nun persönlich bezeichnet hat, ist unerheblich, den Fakt ist: Weder gibt es "den Kommunist", noch hat Stalin im Sinne der wenigen Ideen über "den Kommunismus" gehandelt, und es gab schon zu seinen Lebzeiten viele Kommunisten (ehemalige Genossen etc.), die das so gesehen haben, und die von ihm verfolgt und umgebracht wurden.

Es gibt schon eine Idee/Definition des Kommunismus und Etliche haben sich am Anfang nach dieser netten Utopie ausgerichtet.

Das Problem: Immer mehr wurde das Ziel aus den Augen verloren und auf Macht weiter marschiert bis zur totalen Perversion. Was sich später Kommunismus und Sozialismus nannte, war nur ein ekelerregender Missbrauch der Begriffe.

Stalin hat sicher mal als Kommunist angefangen. Aber Diktator schien ihm attraktiver zu sein. Damit war er bald auf den Niveau der Bourgeoisie und Feudalherrschaft, die ja eigentlich der Feind war.

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Ich würde zunächst einmal die Fragestellung eures Lehrers kritisieren - jedenfalls dann, wenn ihr noch Mittelstufenschüler sein solltet. Denn für die Antwort müsstet ihr ja wissen, was ein Kommunist ist - eine Aufgabe, bei der auch ein leistungsstarker und interessierter Mittelstufenschüler überfordert sein dürfte.

Er müsste nämlich für sich ein Kriteriengerüst (eine Checkliste) entwickeln, an Hand dessen er zu einer Beurteilung kommen könnte:

*Was sagt "die" kommunistische Theorie/ Lehre? Gibt es überhaupt nur eine verbindliche oder deren mehrere?

*Ist ein Kommunist nur ein theoretischer Fantast, oder gehört zum Kommunist-Sein auch eine bestimmte Praxis/ aktive Umsetzung der kommunistischen Programmatik/ Fernziele?

Da ihr, wie ich doch sehr vermute, keine Schriften von Stalin lest, könnt ihr euch im Wesentlichen nur an seiner allgemeinen politischen Selbstbeschreibung und an seinen Aktivitäten orientieren, bevor und nachdem er an die Macht gelangt ist.

Da er Generalsekretär (also Chef) einer Partei war, die sich KPdSU (B) nannte, mithin Kommunistische Partei, ist sein Selbstanspruch schon mal geklärt.

Danach müsstest du formulieren, was nach deinem Verständnis kommunistische Zielvorstellungen sind, und müsstest dann Stalins Politik darauf hin abklopfen, ob sie sich in der Logik dieser Zielsetzungen bewegt oder ihnen zuwiderläuft.

Wie gesagt: Ich finde diese Fragestellung für den Schulunterricht eher ungeeignet.

Wieso sollte es nicht genügen, Stalins Politik darauf hin zu untersuchen, ob sie "den Menschen" eher genützt oder ihnen eher (vermeidbares) Leid zugefügt hat.

Wenn man sich dann angesichts der massenhaften Verbrechen dieser Poltik fragt, wodurch sie angetrieben gewesen sein könnte, kann man auf historische, psychologische und ideologische Aspekte zu sprechen kommen, wobei zu diesen ideologischen Aspekten dann auch gehört, ob abstrakte politische Zielsetzungen ("Kommunismus") Stalin und seine Genossen blind für das Leiden der Menschen gemacht haben könnten oder gleichgültig gegenüber Einzelschicksalen, die in dem großen historischen Umwälzungsprozess ("Revolution") zu vernachlässigen seien.

Das ist eine schwierige Frage, denn man muss wohl unterscheiden, was Kommunismus in der Theorie als Ziel hat und was in der Welt von den Menschen daraus gemacht wurde (Machtgier,Krieg, Korruption, Demagogie, Hetze usw.). Das trifft auch auf Stalin zu, von der Zielrichtung Kommunismus, aber unter den Zwängen der Geschichte (Deutscher Überfall auf die SU) dann raus entstand....

Der deutsch-sowjetische Überfall auf Polen war wohl auch so ein "Zwang"...

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@Philippus1990

Lügen werden nicht durch Wiederholung wahrer. Die SU hat Polen nicht "überfallen" sondern ist, nachdem der polnische Staat nach dem deutschen Überfall zusammengebrochen war, dort in Gebiete kampflos einmarschiert, die Polen zuvor völkerechtswidrig annektiert hatte.

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Stalin war schon weit vor Kriegsbeginn zum Verbrecher und Massenmörder mutiert. Die Idee des Kommunismus hat er gründlich und blutig missbraucht.

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ich bin gerade eine Analyse für den Geschichtsunterricht am Schreiben. Ich bin in der zehnten Klasse eines Gymnasiums und unser Thema ist zur Zeit der OWK (Ost-West-Konflikt), momentan im Prozess der Blockbildung.

Folgende Quelle wurde mir vorgelegt:

In den [...] entstandenen Verhältnissen sind die USA zu einer neuen unverhüllten Expansionspolitik übergegangen, die auf die Herstellung der Weltherrschaft gerichtet ist. [...] Die Außenpolitik der Sowjetunion und der demokratischen Länder ist auf die Untergrabung des Imperialismus, auf die Sicherstellung eines festen demokratischen Friedens zwischen den Völkern [...] gerichtet. In der anderen Richtung der internationalen Politik ist die herrschende Clique der amerikanischen Imperialisten führend. In dem Bestreben, diese Position zu festigen, [...] hat diese Clique nun den Weg der offenen Expansion betreten, den Weg der Versklavung der geschwächten kapitalistischen Länder Europas [...].


Nun habe ich bisher Folgendes:

Die vorliegende Quelle, eine Rede des Sekretärs des Zentralkomitees der KPdSU Georgi Malenkow, gehalten im September 1947, thematisiert die Außenpolitik der Sowjetunion und der gegnerischen USA.

Die Quelle ist vor dem historischen Kontext der Blockbildung entstanden. Zu diesem Zeitpunkt hatte Harry S. Truman kurz zuvor eine Rede gehalten, in der er "Hilfe für ihren Kampf um die Freiheit" versprach - die Truman-Doktrin entstand. Weiterhin kam dadurch der "Marshall-Plan" zustande, ein Wirtschaftsprogramm für Westeuropa. Dieser entsttand im Zuge der "Containment-Politik", die im Sinne der Truman-Doktrin ins Leben gerufen wurde. Sie sollte die sowjetische Ausdehnung auch eindämmen bzw. verhindern.


Nun weiß ich nicht, wie ich weiter machen soll. Ich weiß, die Formulierungen in meinem Text sind schlecht und der gesamte Text ist es auch (obwohl ich fast nichts habe)...ich bin halt einfach grottig in Geschichte und die Klausur in zwei Monaten werde ich auch mächtig in den Sand setzen, die letzte war auch ne 5...ich weiß nicht, wie ich weiter schreiben soll...ich hab nur so eine Mitschrift. Damit kann ich nichts anfangen, wenn ich keinen Plan von Geschichte habe...nun zwei Fragen:

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  • wie soll ich mich in Geschichte verbessern? Ich versuche schon alles, trotzdem klappt es nicht :((

Danke im Voraus... verzweifelt sei :/

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