stahlarten katana

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Traditionell hergestellte Katana (mit Tamahagane), von Meisterhand geschmiedet sind aus den folgenden Gründen mehr als optimal aber leider auch teuer:

Tamahagane ist bekanntlich traditionell hergestellter Stahl im Lehmofen. Da dieser unterschiedliche Kohlenstoffkonzentrationen an verschiedenen Stellen aufweist, trägt er zur Kombination von Härte und Flexibilität im Sinne von Biegsamkeit und Schnitthaltigkeit bei. Mehr Kohlenstoffgehalt bedeutet mehr Härte, jedoch auch mehr Sprödigkeit, und weniger Kohlenstoffgehalt mehr Biegsamkeit und Verformbarkeit. Das heißt, dass in einem traditionell hergestellten Katana mehrere Tausend Schichten verschiedener Stahleigenschaften zum "Sandwich" verarbeitet sind. Das bedeutet, extreme Härte (bis 62 HRC für die kohlenstoffreichen Schichten) und zugleich unvergleichliche Biegsamkeit und Flexibilität (für die kohlenstoffärmeren Schichten und Zonen). Selektiv gehärtet, entsteht die Hamon-Linie. Diese bedeutet, dass der Schneidenbereich ein bisschen härter ist (+20 HRC) als der Klingenrücken. Zudem weisen aus Tamahagane gefertigte Klingen extrem wenige Verunreinigungen des Stahles auf, die die Eigenschaften verschlechtern würden wie z.B Schwefel oder Phosphor.

1075 oder 1095 sind beide hochqualitative Kohlenstoffstähle, die bei der richtigen Wärmebehandlung hervorragende Biegsamkeit aufweisen. Gehärtet sind sie noch flexibel, ähnlich wie Katanas aus Tamahagane, aber dafür nicht so hart (54 - 58 HRC ) und auch nicht so Schnitthaltig. Im Vergleich zu anderen Messerstählen (wie 420, 420C, 440A, 440B, 440C) gehört Kohlenstoffstahl noch zu den besten (Hochlegierte Stähle vorweggenommen). Jedoch werden auch minderwertige Stähle wie 1045 Kohlenstoffstahl als Messerstahl verwendet, die einen weitaus geringeren Kohlenstoffgehalt aufweisen als höherwertige Stähle. Diese sind nicht so hart und belastbar wie 1075 oder 1095. Immer darauf achten, kein Messer mit 1045 Kohlenstoffstahl zu kaufen, da die Härte nur von ungefähr 49 HRC bis 52 HRC erreicht werden kann, also sehr "weich". Verunreinigungen wie Schwefel oder Phosphor sind in diesen Stählen in ein wenig größeren Mengen vorhanden als in, ausTamahagane gefertigten Klingen, jedoch besteht kein signifikanter Mangel.

Zusammengefasst würde ich sagen:

Die Wahl von 1075 oder 1095 Kohlenstoffstahl ist schon mal keine schlechte, da gute Eigenschaften wie sehr gute Schnitthaltigkeit und Biegsamkeit erzielt werden. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass der Stahl selektiv gehärtet ist (also im besten Fall eine Hamonlinie besitzt), dass die Härte des Schneidenbereiches gewährleistet ist. Auch noch muss darauf geachtet werden, dass das Katana kein billiges Ausstellungsstück ist, also unter 220€ würde ich mich nicht umsehen. (Cold Steel Emperor - Serie ist nur "leicht" überteuert, wobei die Fertigung und Politur einiges ausmacht(grobe Annahme). Eine gut polierte Klinge bedeutet im Endeffekt ein wenig mehr Bruchfestigkeit, der Stahl ist im übrigen auch nicht die Creme della Creme unter den Kohlenstoffstählen)

Katanas aus Tamahagane sind die beste Wahl, da die Eigenschaften extremer Härte, Schnitthaltigkeit und Biegsamkeit unübertroffen sind, sofern es am notwendigen Kleingeld nicht mangelt.

Hoffe, ich konnte helfen! xD


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