Ständiges Nachfragen und Nerven von Leuten?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das hat in meinen Augen und aufgrund meiner persönlichen Erfahrung nichts mit einer Konzentrations-/Infomationsverarbeitungsstörung zu tun sondern kann durchaus eine Eigenheit von Asperger von sein, dass die Filter nicht richtig funktionieren. Wenn ich (mit Asperger) mit mehreren Leuten an einem Tisch sitze muss ich im schlimmsten Fall nach 10 Minuten gehen. Ich verstehe, dass etwas gesagt wird aber ich verstehe ich Inhalte nicht mehr, ganz schlimm wenn jeder durcheinander redet. Hättest du eine Konzentrationsstörung, wie der Therapeut annimmt, könntest du dich auch bei deinen Spezialinteressen nicht konzentrieren, da scheint es aber wunderbar zu funktionieren. 

Hast du das auch wenn du dir Wissenschaftssendungen ansiehst, dass du den Inhalten nicht folgen kannst oder nur bei Filmen?

Ich finde du solltest dich an eine Autismusambulanz wenden (auch wenn es lange Wartezeiten gibt) oder an einen ambulanten Facharzt mit Schwerpunkt ASS.

Hat man Asperger nicht seit der Kindheit? Ich habe diese Probleme erst seit 1-2 Jahren verstärkt. Wenn ich mich zurück erinnere hatte ich ein paar autistische Züge in meiner Kindheit, aber Autist war ich keineswegs. Seit meiner Krankheit und dem Ausschleichen meiner Medikamente wurde ich so komisch.

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@Chaosmatic

Kannst du heute so differenziert beurteilen wie du dich als Kind verhalten hast? Was sagen deine Eltern dazu?

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Bei Dokumentationen funktioniert es noch ganz gut. Da gibt es nicht wirklich eine Handlung oder so. Bei Nachrichten verstehe ich aber wenig, weil mir dąs alles nichts sagt. Sowieso bin ich in der Schule in Deutsch, GRW und Geschichte mies gewesen.

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Ja, im Nachhinein kann ich beurteilen, wie ich früher war. Also ich merke, dass ich seltsam war. Meine Eltern finden es normal. Ich eigentlich auch. Viele meinen, das wäre etwas autistisch.

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Oh nein... Ich habe aus Versehen deine Antwort als Hilfreichste Antwort ausgewählt... :'D Sry... War nicht so gemeint.

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Also das mit den Konzentrationsproblemen kenne ich, und auch dass sie einer nicht so leicht verständlichen Ordnung folgen.
Ich gehe davon aus, dass du wie ich ein "Querdenker" bist, der an manche Dinge mit völlig anderen Denkweisen rangeht als andere. Das korreliert ja mit Autismus. Ich vermute, dass wir verschiedene Kanäle im Kopf haben, in denen wir Dinge verarbeiten, zum Beispiel einen konventionellen, schubladendenkenden, und einen querdenkenden, kreativen, Kanal. Jeder benutzt wahrscheinlich beide irgendwie, aber verteilt Dinge anders darauf, je nachdem wie es sich bewährt hat. Und manche Menschen oder Filme bestimmen halt unbewusst, in welchen Kanal sie ihre Nachrichten einschleusen, und meistens ist das der konventionelle. Der ist bei uns beiden aber hoffnungslos unterentwickelt, wir tun Dinge dort rein, es bringt aber überhaupt nichts. Erst später wird dann der funktionstüchtige Querdenkerkanal ausprobiert, bis dahin ist das Kurzzeitgedächtnis aber wieder halbleer, du musst nachfragen und wirst als verpeilt wahrgenommen.
Einen Lösungsvorschlag hab ich dafür nicht, ich kann nur dafür plädieren, dass sich das gesellschaftliche Denken an so etwas anpasst. Wir brauchen Querdenker für unsere Zukunft, den Rest erledigen eh Maschinen.

Alle glauben, ich würde sie absichtlich aufregen. Wie sollte damit umgehen? Das ist vollkommen unverständlich für die anderen. Mag sein, dass ich ein Querdenker bin, doch nicht genug, um zu finden, wie ich mich verhalten soll. Ich habe den Eindruck, dass ich ich sozial dumm bin.

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Es stimmt eben einfach nicht. Wenn du richtig genervt von dem Misstrauen bist, kannst du ja erzählen, dass du das hier gepostet hast und was in deinem Kopf vorgeht. Dann werden sie schon merken, dass das eine ernste Sache ist. Ich muss sagen, dass ich viel weniger nachfrage und es mir bei solchen Menschen dann im Notfall reicht, wenn ich ein paar Worte mitbekommen habe. Ich hab inzwischen ein ganzes Netzwerk aus halbwegs gleichgesinnten Freunden, mit denen ich hauptsächlich schreibe, da sind die paar Reallife-Kontakte zweitrangig. Du hast das vielleicht aber nicht und musst es einfach wissen. Vielleicht kannst du ein Gespür dafür entwickeln, wie du weniger nachfragen musst, zum Beispiel passt du auf, wenn bestimmte Wörter vorkommen. Nicht alles ist wichtig. Ich glaube auch, dass du ein niedriges Selbstbewusstsein hast. Also ein sehr schwaches Vertrauen, dass die anderen auch nur Menschen sind wie du und du nicht alles, was sie sagen, auf die Goldwaage legen musst. Vielleicht solltest du dich etwas mit Psychologie beschäftigen, vielleicht reicht es auch das eigenständig, im Kopf zu tun, um Verhaltensmuster bei anderen zu entdecken. Wie sie funktionieren. Dann kannst du ihre Aussagen möglicherweise deutlich schneller vorhersagen und brauchst nicht mehr so viel Aufmerksamkeit, um sie zu verstehen.

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Ich spüre einen Zwang, weswegen ich nachfragen muss. Ansonsten verliere ich in Gesprächen den Faden und weiß nicht mehr, worum es ging. Wenn es um Informationen geht, frage ich noch weitere Male nach, um mich zu versichern. Meist bin ich mir nicht sicher und kann nicht einschätzen, ob die Information wichtig war.

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Unabhängig davon, ob das jetzt etwas mit Autismus zu tun hat, ist das ja ein Problem, dass Autisten durchaus auch haben - und wenn du welche kennst, dann frag sie doch Mal nach ihren Lösungsansätzen.
Woran es liegt, wird dir meiner Meinung nach im Internet niemand einfach beantworten können.

Ich persönlich kenne das nur zu gut und kann dir erzählen, was mir hilft - aber da kann man nur ausprobieren, ein Patentrezept gibt es nicht.

"Was solltest du tun, um dich mit anderen zu vertragen?"
* Offen sein: Erkläre ihnen genau, wo das Problem liegt, statt zu versuchen, es zu überspielen!
* Um eindeutige Sprache bitten: Das beugt weiteren Missverständnissen vor, wenn dein Umfeld mitmacht

"Was kannst du sonst gegen dein Problem tun?"
* Kommunikation schützen: Wichtige Dinge werden in einer "Konferenz" besprochen, nicht nebenbei, wenn noch tausend andere Sachen passieren
* Ablenkungen vermeiden - wenn du dich unterhalten willst, dann nimm dir die Zeit dazu. Radio aus, Fernseher aus, Handy beiseite - wenn es dir schwer fällt, dich auf mehrere Sachen gleichzeitig zu konzentrieren, mach nut eine zur Zeit
* Rekapitulieren: Fasse mit eigenen Worten kurz zusammen, wie du eine Aussage verstanden hast, wenn du dir unsicher bist, um herauszufinden, ob du es so aufgenommen hast, wie es gemeint war
* Aktiv Zuhören: Mitdenken, nachdenken und dann erst antworten
* Bewusst auf Körpersprache achten: Wenn du Köroersprache lesen kannst, hilft das oft weiter, Missverständnisse vorzubeugen

Sehr gute Antwort. Die beste von allen bisher. Sollte eigentlich die Hilfreichste Antwort sein. Die Tipps zum Vertragen sind gut. Diese wende ich auch an. Trotzdem sind die Leute genervt. Die anderen Ratschläge sind auch gut und helfen ein Bisschen, aber ich habe Schwierigkeiten. Einige Dinge unterscheiden mich wieder von anderen und ich kann mich nicht normal unterhalten. Langsam verliere ich das Interesse an Leuten. Ich lenke mich auf jede Kleinigkeit unbewusst ab. Ich merkte es dann, wenn ich darauf angesprochen werde und traue mich nicht, es ihnen zu erklären. Sonst merke ich das zwischendurch. Kleinigkeiten wären z. B.: Ich mache ein Auge zu und suche in der Umgebung nach Symmetrien oder Kongruenzen und Mustern, die ich hier nicht erklären kann. Wenn ich mit eigenen Worten zusammenfasse ist es sehr oft falsch. Desöfteren sage ich alles nochmal laut. Das ist komisch für die anderen. Mitdenken/Nachdenken, funktioniert schlecht. Braucht vielleicht Übung. Es wird aber immer schlechter. Meine Therapeuten glauben, es wäre nicht so schlimm. Körpersprache verstehe ich anders. Also ich kann viele Dinge nicht unterscheiden und dann komme ich mir blöd vor, wenn ich dumm antworte.

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