Stabsdienst bei der BW (Bundeswehr)?

6 Antworten

Wie gelangt man in den Stabsdienst bei der Bundeswehr ?

Ganz einfach - indem man beim Karriereberater nach einer entsprechenden Einplanungsmöglichkeit fragt.

Ich möchte studieren, mich 12 Jahre verpflichten und eine Tätigkeit im Büro verrichten. Ist das möglich ?

Jein. Studieren heißt Offizierslaufbahn, dazu muss man sich mindestens 13, nicht 12 Jahre verpflichten. Und zur Offiziersausbildung gehören auch - zumindest immer wieder einmal - Einsätze im Truppendienst, also z.B. die Verwendung als Zugführer. Dabei wirst Du sicher keinen Schreibtischjob haben. Zudem wirst Du als Offizier mit großer Wahrscheinlichkeit (auch in Stabsdienstverwendungen) einmal in den Einsatz gehen. Auch Lehrgänge (z.B. der Einzelkämpferlehrgang, der nun alles andere als ein Schreibtischjob ist und für alle Offizieranwärter wieder verpflichtend werden soll) gehören dazu.

Andererseits wird ein Offizier, wenn er nach vielleicht sechs, sieben Jahren Dienstzeit und Ausbildung tatsächlich in eine Stabsverwendung kommt (z.B. als S1(Personal)-Offizier), sicher einen nahezu lupenreinen Schreibtischjob haben. Der entbindet aber nicht von der Verpflichtung, regelmäßig am Sport, Schießtraining etc. teilzunehmen. Reine Schreibtischjobs gibt es beim militärischen Stabsdienst in der Bw nicht - denn jeder ist zuerst Soldat, dann kommt die Verwendung.

Sehr problematisch sehe ich aber etwas anderes:

Da ich ein Freund von Marijuana bin... (aus Deiner anderen Frage)

Abgesehen davon, dass Du Dich mit dieser Einstellung beim Bund doppelt strafbar machst (Drogenkonsum allg. und Verstoß gegen das Soldatengesetz: Pflicht zur Gesunderhaltung) - ein Soldat und v.a. ein Offizier hat rückhaltlos für die gesetzmäßige Ordnung einzutreten und sie sowohl im Privat- als auch im Berufsleben als Vorbild zu vertreten. Das klingt vielleicht pathetisch und schwülstig, aber es wird auch heute von einem Offizier erwartet. Er ist Führer, Erzieher und Ausbilder der ihm unterstellten Soldaten - jemand, der bewusst Marihuana konsumiert und dies im Wissen, etwas Illegales zu tun, auch als Soldat nicht aufgeben möchte, dürfte charakterlich - sorry für das harte Wort - als Offizier nicht geeignet sein.

Stell Dir nur mal vor, Du würdest als Zug- oder Kompanieführer von einem Alarm oder einer anderen kritischen Situation überrascht und wärst gerade "in anderen Sphären". Führungs- und Verantwortungsfunktion wäre nicht gegeben, im Ernstfall setzt Du so bewusst Menschenleben aufs Spiel.

Zudem würde die Sache irgendwann definitiv auffliegen (ein so regelmäßiger Konsum lässt such auf Dauer nicht verbergen) - und dann  käme neben den rechtlichen Dingen mit Sicherheit die Entlassung auf Dich zu, damit der Verlust aller Bezüge, ggfalls Rentenansprüche UND - am schlimmsten - die Rückzahlung aller Gelder, die in Deine Ausbildung geflossen sind. Bei einem Studium geht es da um zehntausende Euro.

Wenn Du schon das Kiffen nicht aufgeben willst, weil Du "ein Freund der grünen Droge" bist, dann such Dir am besten einen Beruf, in dem Du damit weder Dich noch andere in Gefahr bringen kannst.

Meines Erachtens bist Du für die Bw ungeeignet - nicht nur wegen Deines Drogenkonsums.

Es gibt eine Reihe Verwaltungstätigkeitetn, die auch von Soldaten ausgeführt werden, aber das sind nur einige wenige. - Das militärische Personal ist "die kämpfende Truppe", und auch ein Soldat, der in einem Stab Dienst tut, ist zuerst Soldat, der eine STAN-Waffe hat (d.h., sie liegt für ihn in der Waffenkammer bereit) und jederzeit zum Einsatz befohlen werden kann. Und selbstverständlich sind auch Soldaten in Stäben zur Teilnahme an allen Diensten und Ausbildungen verpflichtet, die anfallen: Übungen, Biwak, Soldatensportwettkampf, regelmäßiger Dienstsport, Schießausbildung und dergleichen mehr.

Den Stabsdienst früherer Zeiten, als die Bw eine F-Stärke von 495.000 Mann hatte, gibt es nicht mehr. Damals gab es vielfach noch Karteikarten-Stempler usw., deren größte tägliche Herausforderung die Papierkorbleerung bei Dienstschluß war. Soweit heutzutage überhaupt noch Karteikarten gestempelt werden (auch bei der Bundeswehr haben schon vor langer Zeit zeitgemäße Büromethoden einschl. EDV Einzug gehalten), werden diese wenig anspruchsvollen Tätigkeiten von Zivilangestellten verrichtet.

Stäbe sind besetzt von hochqualifizierten Spezialisten, die aufgrund ihrer Erfahrungen in den Stab berufen werden. Diese Erfahrungen und Kenntnisse habe sie sich in der Truppenverwendung erworben. Der Kommandeur eines Panzerbataillons beispielsweise sitzt nicht hinter seinem Schreibtisch, weil er sich da optisch gut macht, sondern weil er unter anderem sämtliche Panzertypen in seinem Bataillon in- und auswendig kennt und damit auch fahren kann.

Wenn Du bereit bist, solche Erfahrungen und Kenntnisse zu sammeln, und zwar in der "kämpfenden Truppe", kannst Du Dich evtl. für eine Stabsverwendung qualifizieren. - Aber von vornherein kannst Du als Stabsdienstsoldat allerhöchstens ein paar Monate FWD ableisten und Papierkörbe leeren. Natürlich einschließlich Übungen, Biwak etc., wie weiter oben aufgezählt. Und last but not least: ohne Drogen.





It depends: Durchaus möglich ist eine Verwendung "indoor" selbstverständlich. Das kann sein als Techniker, IT-Fachmann oder ähnliches.

Kommt aber drauf an, welche Laufbahn du anstrebst, denn je nachdem wirst du nicht nach der Grundausbildung in einem Dienstzimmer landen, sondern erst an weiteren Ausbildungseinrichtungen.

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