Staatsschuldenquote Annäherung

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2 Antworten

Die Aufgabe geht wohl stillschweigend davon aus, das die Schulden nie getilgt werden, also Bruttodefizit = Nettodefizit. Naja...

Die Schulden wachsen jedes Jahr um 3%. Die Wirtschaft wächst inflationsbereinigt jedes Jahr um 2%. Hier muß man noch die Inflation wieder reinrechnen. Ein Mathematiker würde rechnen Staatsschuldenquote im nächsten Jahr = (Schulden1.03) / (Wirtschaft1.021.025) = Staatsschuldenquote von diesem Jahr * 1.03 / 1.02 / 1.025 rechnen, ein Wirtschaftler eher 3%-2%-2.5% = -1.5% (Näherungsrechnung, aber in Wirtschaft üblich). Das ergibt eine geometrische Reihe: Staatsschuldenquote(nach n Jahren) = (0,985 hoch n)70%. Die Staatsschulden werden also jedes Jahr um 1.5% weniger, aber nie ganz null (wird ja nie was getilgt, siehe stillschweigende Annahme oben). Die Wirtschaft und Inflation wächst halt zusammen etwas schneller als die Schulden.

Das er 0,03/0,045 gerechnet hat ist mir ein Rätsel, so gibt das gar keinen Sinn, auch nicht in Wirtschaft. Er darf nicht teilen, er muss abziehen. Du hast also guten Grund, das nicht nachvollziehen zu können. Deine Intuition war richtig, der Prof lag falsch.

So auf die Schnelle versteh ich es auch nicht, aber es gibt natürlich eine Formel dafür, wie sich der Schuldenstand unter den gegebenen Umständen weiterentwickelt.

Das nominale BIP wächst um 4,5 %. Defizit aus dem jeweilige nom. BIP sind 3 %. Mit der größe aktuelles BIP kann ich das zumindest ausrechnen, z.B. mit einem Tabellenkalkulationsprogramm. Und wenn dann man die Erbenisse vor Augen hat, hilft das auch manchmal, auf die Formel zu kommen.

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