Staatsanwaltschaft entscheidet

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8 Antworten

Hallo Ullamann93,

gute Frage, ich hoffe ich kann eine gute Antwort geben : - Täter-Opfer Ausgleich. Sollten beide Parteien, Geschädigter sowohl auch der Schädiger freiwillig dabei mitwirken kann dies, in einem aussergerichtlichen Prozess ausgehandelt werden. Dies wirkt sich dann strafmildernd aus. Empfehlen ist dies also im jeden Fall.

Weiterhin würde ich dem Beklagten durchaus empfehlen Sozialstunden anzubieten und echte Reue zu zeigen. Bis 21 Jahren gilt meist daher noch das Jugendstrafrecht, es könnte also bei einer Ermahnung bleiben. Bestraft ist der Täter ja sowieso schon. Er hat ein Freund verloren. Gruss Law

"Fallen gelassen" wird da vermutlich nix. Was Du meinst, ist im Übrigen eine Verfahrenseinstellung. Und die ist bei einer derart hohen Schadenssumme nicht mehr zu erwarten. Wenn die Staatsanwaltschaft es sich einfach machen will, wird sie einen Strafbefehl gegen den Täter in Höhe von ca. 30 50 Tagessätzen beantragen (so ca. 1-2 Netto-Monatsgehälter). Wenn die mehr Aufwand betreiben wollen oder einen Sinn für unsere Jugend haben, werden die Anklage beim Jugendrichter erheben, was bei 20jährigen durchaus möglich ist. Was aber nicht bedeutet, daß die STrafe am Ende schlimmer sein muß.

Daß der Geschädigte verlauten ließ, daß er an einer Bestrafung kein Interesse hat, kann sicherlich strafmildernd berücksichtigt werden. Ein Grund, deshalb das Verfahren einzustellen, ist es aber nicht.

Ullamann93 30.10.2013, 14:14

Und wie ist das bei jemanden der Arbeitslosengeld 1 bezieht plus geringfügig beschäftigte Arbeit(kommt insgesamt auf ca 400€ im Monat)

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skyfly71 30.10.2013, 14:31
@Ullamann93

Die Höhe der Geldstrafe richtet sich ja nach der Höhe des Netto-Einkommens. Hier sind dann Arbeitslosengeld + Gehalt aus einem Monat zusammen 30 Tagessätze.

Beim Jugendgericht würden für Arbeitslose wohl Sozialstunden verhängt werden, wenn Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt. Eine Verhandlung beim Jugendrichter kann man im Übrigen auch dadurch erzwingen, daß man einfach Einspruch gegen den Strafbefehl einlegt.

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Es könnte sein, dass das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt wird. 

Diebstahl ist Diebstahl und ich denke nicht, dass die Staatsanwaltschaft es fallen lässt. Welches Strafmaß allerdings ausgesprochen wird weiß man nicht. Besteht denn die Anzeige nun noch oder nicht??

Ullamann93 30.10.2013, 12:31

ja sie besteht und ging(geht) auch noch zum staatsanwalt...doch selbst der Polizist war sich nicht sicher ob der Anwalt was machen wird...

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Wenn sich alle einig sind und der geschädigte die auf eine anzeige verzichtet so wie ich das verstanden habe geht das gar nicht zur staatsanwaltschaft weil ohne anzeige kein tatbestand mehr vorliegt.

Ullamann93 30.10.2013, 12:30

Doch es ging bzw geht zur Staatsanwaltschaft, doch selbst der Polizist meinte das evtl nichts passieren könnte weil der jenige ja nicht vorbestraft ist usw....

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Das Problem hier ist, dass es sich nicht um den Diebstahl/Unterschlagung einer geringwertigen Sache handelt. Dann wäre es nämlich ein Antragsdelikt. Bei 440€ sieht die Sache aber anders aus.

Das entscheidet einzig und allein die Staatsanwaltschaft.Ob die Beiden sich nun geeinigt haben oder nicht. Es liegt eine Straftat im Raum.

Das entscheidet nicht der Anzeigende. Das liegt im Ermessen der Staatsanwaltschaft. Liegt öffentliches Interesse vor, den Täter zu überführen und zu bestrafen dann wird Anklage erhoben. Und meines Erachtens liegt hier definitiv öffentliches Interesse vor, bei Diebstahl in diesem Ausmaß.


Neben dem öffentlichen Recht spielt der Begriff auch im Strafprozessrecht eine Rolle: Wenn ein Strafverfahren ein Vergehen zum Gegenstand hat, kann die Staatsanwaltschaft mit Zustimmung des zuständigen Gerichts von der Strafverfolgung absehen, wenn die Schuld des Täters als gering anzusehen wäre und kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht (§ 153 StPO) (so genannte Bagatelldelikte). als „besonderes öffentliches Interesse“ bei den Antragsdelikten. als „öffentliches Interesse“ bei den Privatklagedelikten (§ 376 StPO). Hier ist das öffentliche Interesse eine Ermessensfrage, die ausschließlich die Strafverfolgungsbehörde zu entscheiden hat. Öffentliches Interesse ist strafprozessrechtlich das Interesse der Allgemeinheit an einer Strafverfolgung. Hier kann sich das öffentliche Interesse sowohl aus spezial- als auch aus generalpräventiven Gründen ergeben, zudem aus den Folgen einer konkreten Straftat oder zur Verhinderung eines weiteren Schadens für den Verletzten. Öffentliches Interesse an der Strafverfolgung einer Körperverletzung liegt beispielsweise vor, wenn die Strafverfolgung ein gegenwärtiges Anliegen der Allgemeinheit ist, der Rechtsfrieden über den Lebenskreis des Verletzten hinaus gestört wird oder dem Verletzten wegen persönlicher Beziehungen zum Täter eine Privatklage nicht zugemutet werden kann.[3] Die Wirkung einer Straftat muss also über den unmittelbaren Lebenskreis des Geschädigten hinausgehen, damit öffentliches Interesse angenommen werden kann.

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