staatliche oder private Uni?

4 Antworten

Ich lag schon im Bett und wollte gerade schlafen ;) hier aber nochmal ausführlich:

Der Hauptgrund ist, dass die extremen Studienkosten in keiner Weise aufgewogen werden. Man wird diesbezüglich auch vor und während des Studiums ziemlich beschwatzt, sowohl von der Hochschule selbst als auch von Alumni (die sich natürlich die fehlende Qualität ihrer Ausbildung nicht eingestehen wollen).

An den privaten Unis wird wenig bis gar nicht geforscht. Das spiegelt sich in der Lehre wieder. Für einen "Topdozenten" ist es ein eher unattraktives Modell, deshalb tummeln sich dort höchstens mittelklassige Dozenten. Ich studiere inzwischen zum zweiten Mal (diesmal an einer staatlichen Uni) und merke das immer wieder.

Am Arbeitsmarkt sieht es auch mau aus. Mag vielleicht am Image liegen oder daran, dass man an den privaten Hochschulen doch immer irgendwie durchgezogen wird, auch wenn man eine Hohlbirne ist (die ich wirklich auch zur Genüge dort getroffen habe). Solange man bezahlt ist der Hochschule ja auch wirklich nicht daran gelegen einen rauszuwerfen. Meine Kommilitonen und Bekannten haben nach dem Abschluss alle keine zufriedenstellende Anstellung gefunden, was im krassen Kontrast zu den Versprechungen der Hochschule steht.

Jetzt Aspekte während des Studiums:

Kontakte kann man unter Umständen knüpfen, es gibt auch entsprechende Events von der Hochschule aus. Aber mir ist es trotzdem nicht gelungen, ein stabiles Netzwerk aufzubauen. Dafür reicht's dann eben nicht, wenn man
nichts anzubieten hat (z.B. Kundenkontakte oder Erfahrungsprojekte - als Student hat man sowas nicht). Ich möchte nicht behaupten, dass man das nicht hätte besser nutzen können. Aber wirklich etwas daraus ergeben hat
sich nur in Einzelfällen. Das kann man auch auf einer Jobmesse erreichen.

Ich persönlich mochte auch den Grundton der meisten meiner Mitstudenten nicht. Ich bin vorurteilsfrei in's Studium
gestartet und habe es mit Ekel vor den Menschen dort beendet. Der Snobismus der einem dort begegnet ist unfassbar.

In so kleinen Gruppen in der Vorlesung zu sitzen ist trotz allem sehr angenehm. Fühlt sich halt an wie in der Schule, man hat auch stärkere Anwesenheitspflicht und fällt auf, wenn man keine Leistungen erbringt. Da wird dann auch nachgehakt.

An meiner Hochschule hat man einfach an allen Ecken gemerkt, dass sie darauf ausgelegt ist, die Zöglinge reicher Unternehmer unkompliziert auf die Übernahme des Betriebs vorzubereiten. Für die Leute auf die das zutrifft ist alles super. Aber ein universitäres Studium ersetzt es nicht. 

Zum Schluss noch ein zwischenmenschlicher Aspekt: das typische Studentenleben findet dort nicht statt. Man erlebt wenig, außer man geht zu den Parties, die von den Studenten der Hochschule auf dem eigenen Campus ausgerichtet werden.Dort sieht man dann wieder die gleiche handvoll Gesichter wie jeden Tag und es wird gepöbelt und vandaliert. Mit Weltoffenheit ist es da nicht weit her. Den Charakter stärkt das sicherlich nicht....


Ja stimmt. Private Hochschulen sind bei vielen Arbeitgebern nicht so gut angesehen.
Wenn du wirklich gute Noten hast, warum willst du dann so viel Geld für Studiengebühren ausgeben?

Die bei der Privat-Hochschule angepriesenen "Spezialisierungen" findest du toll? Dann funktioniert deren Marketing ja gut ;-)
Frag dich aber auch mal, ob das wirklich zielführend ist!

"Neumodische" Spezialisierungen oder sogar "neumodische" Studiengänge, damit werben Hochschulen um Studenten und für die Abiturienten klingt das oft total spannend und viel interessanter als die altbekannten Studiengänge.
Aber bei den meisten Arbeitgebern kommt das NICHT gut an!

Arbeitgeber bevorzugen die "altbewährten" Studiengänge an "ganz normalen" Uni's, so wie sie es selbst aus ihrer eigenen Studienzeit kennen und so wie die meisten Mitarbeiter des Unternehmens studiert haben.
Da wissen die Arbeitgeber ganz genau, was sie von den Absolventen erwarten können und genau DAS zählt.

Da gibt es wahrscheinlich unterschiedliche Ansichten. Ich habe Kontakt zu Studenten und Profs an zwei privaten Hochschulen und was ich dort sehe, ist v.a. ein enges Alumninetzwerk, über das die Studierenden schon sehr früh gute Kontakte in die Wirtschaft knüpfen können, was dann auch bei Praktika und auch beim Berufseinstieg hilft. Wahrscheinlich hängt das wieder stark davon ab, wo man sich bewirbt.

Als Absolventin an einer privaten Hochschule: wenn du die Wahl hast nimm die Staatliche!!!

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