Sprache: "sich wundern" und "staunen" - wirklich Synonyme?

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3 Antworten

Ich wuerde mal annehmen es hängt vom Kontext ab. Man kann staunen und sich gleichzeitig wundern. Beide Worte ueberschneiden sich in der Bedeutung wie Mengendiagramme und je nachdem wie es aufgefasst wird, kann man sie auf der Ueberscheidungsfläche an derselben Stelle nutzen - als Synonym, nicht aber auf den getrennten eigenspezifischen Flächen, die sie Individualität in der Bedeutung des Wortes repräsentieren . Es ist fuer eine Sprache inneffizient mehrere Worte mit EXAKT derselben Bedeutung zu haben und das kommt auch nicht vor; Ausnahme sind Fremdwörter. Wir kennen auch den faux ami "to wonder" im Englischen und dort impliziert er jediglich die Bedeutung von "sich fragen" anstatt "sich zu wundern" et voilá.

Danke. Und ja, an to wonder habe ich auch bereits gedacht. Kann sein, dass mein Eindruck daher kommt. Dass wundern und staunen größtenteils synonym verwendet werden und werden können ist unstrittig. Mir geht es darum, ob ich mit den beschriebenen leichten Nuancen richtig liege. Und wenn - warum :)

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Nur sehr wenige Wörter"gleicher" Bedeutung sind wirklich 100%ig gleich. Man spricht auch dann von Synonymen, wenn zwei Wörter nur ÄHNLICHE Bedeutung haben.

Synonyme müssen nicht zu 100% synonym sein.

Ja, ich finde, du liegst mit deinem Sprachgefühl richtig. Dir ist offenbar nur das nicht klar, was ich im ersten Satz erklärt habe.

Deswegen wundert mich deine Frage nicht.

;-)

Gruß, earnest

Vielen Dank für Deine Antwort. Wie Du auf die Idee kommst, mir sei nicht klar, dass Synonyme nicht absolut gleich seien, ist ein wenig merkwürdig - dreht sich meine Frage doch gerade um die Tatsache, dass zwei Synonyme Unterschiede in den Bedeutungen haben. Die Frage lautete, ob ich mit meinem Sprachgefühl diese Unterschiede wie andere Leute "erfühle" oder ob ich damit in diesem Fall alleine bin, und woher diese Unterschiede sprachgeschichtlich kommen.

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@AnneHuh

Ganz einfach: Wenn dir klar ist, dass Synonyme nicht zu 100% synonym sind, dann wundert es mich, dass dich unterschiedliche Bedeutungsnuancen wundern.

Dass ich diese unterschiedlichen Nuancen wie du sehe, hatte ich ja schon geschrieben. Da bist du also wirklich nicht allein.

Sprachgeschichtlich wird man diese Nuancen wohl nicht zurückverfolgen können; die Dinge haben sich halt so entwickelt.

Aber warum schlägst du nicht "wundern" und "staunen" im "Kluge" nach - oder in einem anderen etymologischen Wörterbuch, auch online...

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